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Kommentar

Der FC St.Gallen vor der Saison – es ist Zeit, dass etwas entsteht

Trotz finanziell knapper Mittel hat sich der FC St.Gallen sportlich gute Voraussetzungen geschaffen. Die Ostschweizer haben die meisten Neuverpflichtungen längerfristig gebunden. Das weckt die Hoffnung, dass auch auf dem Platz endlich Kontinuität Einzug hält. Unsere Analyse vor dem Saisonstart.
Patricia Loher
Nach dem Rücktritt von Tranquillo Barnetta soll Moreno Costanzo St.Gallens Identifikationsfigur werden. (Bild: Benjamin Manser)

Nach dem Rücktritt von Tranquillo Barnetta soll Moreno Costanzo St.Gallens Identifikationsfigur werden. (Bild: Benjamin Manser)

Der FC St. Gallen hat fast sein ganzes Mittelfeld und die zwei besten Torschützen verloren. Ein grosser Teil der Abgänge war die Folge des Konzepts: Der Club hatte sich für die Strategie mit den Leihspielern entschieden, da er vor eineinhalb Jahren nach dem Umsturz auf Führungsebene bezüglich Kaderplanung unter Zeitdruck stand.

Nun aber ist der FC St. Gallen davon abgerückt. Die meisten Neuen hat er längerfristig gebunden. Das weckt die Hoffnung, dass auch auf dem Platz Kontinuität Einzug hält. Denn es ist an der Zeit, dass in St. Gallen wieder etwas entsteht.

Ein Abgang Sutters wäre gleichbedeutend gewesen mit einem nächsten Neuanfang

Patricia Loher, Ressortleiterin Sport (Bild: Hanspeter Schiess)

Patricia Loher, Ressortleiterin Sport (Bild: Hanspeter Schiess)

Kontinuität auf dem Platz ist aber nur dann gewährleistet, wenn auch das Leitungsgremium länger zusammenarbeitet. Deshalb wäre es für den FC St. Gallen eine schlechte Nachricht gewesen, hätte sich Sportchef Alain Sutter Richtung Verband verabschiedet. Wechsel an der Spitze eines Clubs bringen neue Strategien mit sich, neue Ausrichtungen, neue Ansichten. Nach gut einem Jahr der Zusammenarbeit zwischen Präsident Matthias Hüppi, Sportchef Sutter und Trainer Peter Zeidler hat der FC St. Gallen erst gerade eine Basis gelegt. Ein Abgang Sutters wäre gleichbedeutend gewesen mit einem nächsten Neuanfang.

Nach den Auftritten in den Testspielen herrscht in der Ostschweiz zurückhaltende Zuversicht. Vincent Sierro und Majeed Ashimeru scheinen ersetzt: Moreno Costanzo, der Brasilianer Fabiano und der Deutsche Lukas Görtler könnten in der Lage sein, die beiden vergessen zu machen. Vor dem Start in die neue Saison klingt aber noch die missglückte Kommunikation im Fall Andreas Wittwer nach. Für einen Club, der sich Transparenz und Gradlinigkeit auf die Fahne schreibt, waren die Missverständnisse um den Berner kein Ruhmesblatt.

Der Rücktritt von Barnetta schmerzt noch immer

Zudem schmerzt der Rücktritt von Tranquillo Barnetta noch immer. Der 34-Jährige war im Frühling St. Gallens Leader, der voranging und sein Team vor dem Fall in die Barrage bewahrte. Natürlich war es für ihn ein perfekter Abschied. Aber einer wie er hätte dem FC St. Gallen auch in der neuen Saison gutgetan. Barnetta wäre eine Figur gewesen, die den Club bei der Integration und Entwicklung junger Spieler hätte unterstützen können.

Nun werden andere in die Bresche springen müssen: Spieler wie der Rückkehrer Costanzo, die Routiniers Milan Vilotic und Vincent Rüfli oder Görtler, der das deutsche Selbstvertrauen in die Mannschaft bringt. Denn St. Gallen wird wohl das im Durchschnitt jüngste Team stellen. Verteidigen die Ostschweizer beispielsweise mit Silvan Hefti, Leonidas Stergiou, Yannis Letard und Miro Muheim, beträgt der Altersdurchschnitt der Abwehr nicht einmal 20 Jahre.

Immerhin: Ganz bei null anfangen muss Zeidler in seiner zweiten Saison als Trainer in der Ostschweiz nicht. Ein Gerüst hat er trotz der vielen Abgänge mit Vilotic, Stergiou, Hefti, Jordi Quintillà, Dereck Kutesa sowie Cedric Itten schon zusammen. Um sie will der Deutsche mit den hohen Anforderungen eine Mannschaft formen, die länger zusammenbleibt als bloss ein Jahr. Das Potenzial könnte vorhanden sein. Ein Fragezeichen ist einzig: Stimmt die Mischung zwischen jungen Wilden und Routiniers?

Nagelprobe für Sutter und Zeidler

Spannend wird zu beobachten sein, wie Zeidler auf die Tendenzen der vergangenen Saison reagiert. Als sich in der Rückrunde nach vielen Rotationen eine Startformation herauskristallisiert hatte und der Trainer unter dem Druck, punkten zu müssen, pragmatischer spielen liess, stieg die Formkurve wieder an. Natürlich, die St. Galler waren in der Vorrunde oft spektakulär aufgetreten und hatten die Nerven ihrer Anhänger nicht geschont. Aber es stellte sich eben doch auch heraus, dass Zeidlers Fussball mit dem hohen Pressing und dem vertikalen Spiel nicht einfach umzusetzen ist und viele Risiken birgt. Hinzu kam der Rückschlag mit der Verletzung von Itten. Nun aber ist der Stürmer zurück.

Der Club hat trotz finanziell knapper Mittel sportlich gute Voraussetzungen. Sutter und Zeidler hatten ein Jahr Zeit, um die Ausgabe 2019/20 zu planen. Die nächste Saison ist für beide die Nagelprobe.

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