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Der FC St.Gallen nach der dritten Saisonniederlage: Schönreden würde nichts nützen

Der FC St.Gallen muss sich mit der verdienten 1:2-Niederlage in Zürich nach hinten orientieren. Vor allem die junge Hintermannschaft offenbart bis dahin ungekannte Probleme.
Christian Brägger/Zürich
Hängender Kopf: St.Gallens Jordi Quintillà erzielt zwar kurz vor der Pause das zwischenzeitliche 1:1 – zu einem Punktgewinn reicht es trotzdem nicht. (Bild: Ennio Leanza/KEY)

Hängender Kopf: St.Gallens Jordi Quintillà erzielt zwar kurz vor der Pause das zwischenzeitliche 1:1 – zu einem Punktgewinn reicht es trotzdem nicht. (Bild: Ennio Leanza/KEY)

Es ist ein Abend bei angenehmen Temperaturen im Letzigrund, den man aus Sicht des FC St.Gallen aber besser nicht lange in Erinnerung behält. Der Auftritt gegen Zürich, das bis zu diesem vorgezogenen Spiel der sechsten Runde das Ende der Tabelle geziert hat, ist ganz und gar nicht überzeugend.

Vor allem die junge Hintermannschaft offenbart bis dahin ungekannte Probleme, oftmals wirkt sie nicht gut organisiert, auch weil Yannis Letard sein bisher schwächstes Spiel einzieht und Mittelfeld wie Sturm nicht genügend mithelfen. Dennoch halten die St.Galler bis zur 70. Minute ein 1:1, was mehr Glück ist und letztlich überhaupt nicht für den FC Zürich spricht, weil er zu viele Chancen auslässt.

St.Gallens Abwehrreihe stellt sich schlecht an

Doch für einmal belohnt sich die Mannschaft des in der Kritik stehenden Trainers Ludovic Magnin, Neuzugang Mimoun Mahi trifft zum 2:1 nach einem Angriff, in dem sich die St.Galler Abwehrreihe gar schlecht anstellt und mit einem Heber hinter sich übertölpeln lässt. Die St.Galler versuchen danach noch zu retten, was zu retten ist, sie geben nicht auf, Trainer Peter Zeidler peitscht sie nach vorne.

Und weil Zürich das nervöse Zürich des Jahres 2019 bleibt, kommen die Gäste vor knapp 9000 Zuschauern mit dem eingewechselten Moreno Costanzo oder Cedric Itten zu ein paar Ausgleichschancen, die aber nicht genützt werden können, weil Goalie Yannick Brecher noch oder das Zürcher Glück wieder da ist.

St.Gallens Trainer Peter Zeidler. (Bild: Ennio Leanza/KEY)

St.Gallens Trainer Peter Zeidler. (Bild: Ennio Leanza/KEY)

St.Gallen rutscht auf den Barrageplatz

Womit die St.Galler in der Tabelle der Super League auf den Barrageplatz zurückrutschen, was noch nichts zu bedeuten hat, aber in dieser frühen Phase der Meisterschaft bereits eine gewisse Ungemütlichkeit darstellt. Hinter ihnen liegt nur noch Xamax mit einem Spiel weniger. Zeidler sagt:

«Wir müssen die Niederlage akzeptieren, aber mit unserer Entwicklung bin ich zufrieden. Und wenn einer der Bälle am Schluss noch reingegangen wäre, hätten sie in Zürich wieder geweint. Ich will nichts schönreden, was wir jetzt brauchen, sind Punkte.»

Wie das oftmals der Fall ist, wenn zwei Mannschaften aufeinandertreffen, die nicht gerade in Punkte gebettet sind, entwickelt sich von Beginn weg eine Partie des gegenseitigen Abtastens. Da ist der FC Zürich, der etwas mutiger wirkt und etwas mehr riskiert, und da ist der FC St.Gallen, der eher abwartet. Der Gastgeber kommt zu den besseren Halbchancen, wenngleich er nicht wirklich zwingend ist.

Dejan Stojanovic: Note 5. Der St.Galler Torhüter wirkt ruhig und präsent. Mit einigen Big Safes. Bei beiden Gegentreffern machtlos.Dejan Stojanovic: Note 5. Der St.Galler Torhüter wirkt ruhig und präsent. Mit einigen Big Safes. Bei beiden Gegentreffern machtlos.
Silvan Hefti: Note 3.5. Viele Angriffe der Zürcher rollen über Heftis rechte Seite. Der Captain begeht zwar keine augenfälligen Fehler. Er lässt über seine Seite aber zu viele Offensivaktionen zu.Silvan Hefti: Note 3.5. Viele Angriffe der Zürcher rollen über Heftis rechte Seite. Der Captain begeht zwar keine augenfälligen Fehler. Er lässt über seine Seite aber zu viele Offensivaktionen zu.
Yannis Letard: Note 3. Nach bisher mehrheitlich starken Leistungen zieht der Franzose einen schwachen Abend ein. Er wird mehrfach überlaufen und ausgespielt.Yannis Letard: Note 3. Nach bisher mehrheitlich starken Leistungen zieht der Franzose einen schwachen Abend ein. Er wird mehrfach überlaufen und ausgespielt.
Leonidas Stergiou: Note 4. Nach seinen zwei groben Fehlern gegen YB erhält das Nachwuchstalent weiterhin das Vertrauen seines Trainers. Und rechtfertigt es mit einer zuverlässigen Leistung.Leonidas Stergiou: Note 4. Nach seinen zwei groben Fehlern gegen YB erhält das Nachwuchstalent weiterhin das Vertrauen seines Trainers. Und rechtfertigt es mit einer zuverlässigen Leistung.
Miro Muheim: Note 3.5. Der Verteidiger hat seine Seite mehrheitlich im Griff, schwächt sein Team aber kurzzeitig mit der gelbroten Karte. Offensiv kommt noch zu wenig von ihm. Miro Muheim: Note 3.5. Der Verteidiger hat seine Seite mehrheitlich im Griff, schwächt sein Team aber kurzzeitig mit der gelbroten Karte. Offensiv kommt noch zu wenig von ihm.
Victor Ruiz: Note 4. Der Spanier bemüht sich, dem Spiel der St.Galler eine Struktur zu geben. Bleibt allerdings ohne grossen Einfluss auf die Partie.Victor Ruiz: Note 4. Der Spanier bemüht sich, dem Spiel der St.Galler eine Struktur zu geben. Bleibt allerdings ohne grossen Einfluss auf die Partie.
Lukas Görtler: Note 4. Eine unauffällige, solide Partie des Deutschen. Hat Qualitäten als Führungsspieler im Mittelfeld, bringt diese allerdings noch zu wenig ein.Lukas Görtler: Note 4. Eine unauffällige, solide Partie des Deutschen. Hat Qualitäten als Führungsspieler im Mittelfeld, bringt diese allerdings noch zu wenig ein.
Jordi Quintillà: Note 5. Der emsige Arbeiter entwickelt mehr und mehr Skorerqualitäten. Trifft wie schon gegen YB erneut per Freistoss. Jordi Quintillà: Note 5. Der emsige Arbeiter entwickelt mehr und mehr Skorerqualitäten. Trifft wie schon gegen YB erneut per Freistoss.
Boris Babic: Note 4. Babic ist im Letzigrund engagiert. Auffallende Aktionen gibt es von ihm aber nicht zu sehen.Boris Babic: Note 4. Babic ist im Letzigrund engagiert. Auffallende Aktionen gibt es von ihm aber nicht zu sehen.
Dereck Kutesa: Note 4. Nach seinem geplatzten Transfer nach Frankreich mit einem engagierten Auftritt. Ihm gelingt aber (zu) wenig.Dereck Kutesa: Note 4. Nach seinem geplatzten Transfer nach Frankreich mit einem engagierten Auftritt. Ihm gelingt aber (zu) wenig.
Cedric Itten: Note 3.5. Der wieder genesene Angreifer rennt und kämpft - dies allerdings grossmehrheitlich unglücklich. Er erhält allerdings auch praktisch keine brauchbaren Bälle. Cedric Itten: Note 3.5. Der wieder genesene Angreifer rennt und kämpft - dies allerdings grossmehrheitlich unglücklich. Er erhält allerdings auch praktisch keine brauchbaren Bälle.
Vincent Rüfli: Note 3.5. Kommt nach rund einer Stunde ins Spiel, nachdem Miro Muheim des Feldes verwiesen worden ist. Er kann das Siegestor des FCZ auch nicht verhindern.Vincent Rüfli: Note 3.5. Kommt nach rund einer Stunde ins Spiel, nachdem Miro Muheim des Feldes verwiesen worden ist. Er kann das Siegestor des FCZ auch nicht verhindern.
Moreno Costanzo: Note -. Kommt in der 75. Minute für Letard. Das reicht nicht für eine Note.Moreno Costanzo: Note -. Kommt in der 75. Minute für Letard. Das reicht nicht für eine Note.
Angelo Campos: Note -. Sein Einsatz in den Schlussminuten kann nicht bewertet werden.Angelo Campos: Note -. Sein Einsatz in den Schlussminuten kann nicht bewertet werden.
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Stojanovic stark, Letard klar ungenügend: Die Noten der FCSG-Spieler nach der Pleite gegen den FCZ

Kurz vor der Pause bekommt Antonio Marchesano nach einem Corner die bis dahin beste Möglichkeit mit einem Kopfball, St.Gallens Goalie Dejan Stojanovic kann sich ein erstes Mal so richtig auszeichnen.
Momente später, als sich die Ostschweizer zum wiederholten Mal auf der rechten Seite ausspielen lassen, macht es Marchesano cleverer, er versenkt die Flanke von Mahi aus neun Metern direkt und unhaltbar für Goalie Stojanovic. Die Führung ist für die Zürcher zu diesem Zeitpunkt verdient, wenngleich ihr das Attribut «unnötig» anhaftet aus St.Galler Perspektive; aber letztlich ist die erste Halbzeit der Ostschweizer eben doch zu passiv.

Jordi Quintillàs Stärke bei Freistössen

Nur: Weil Jordi Quintillà gerade im Begriff ist, eine Freiststossstärke zu entwickeln, gleicht Zeidlers Mannschaft postwendend aus. Brecher wird in der «Goalie-Ecke» erwischt, der Schuss aus etwa 24 Metern Distanz ist mehr als haltbar. Damit kommt der FC St.Gallen in den ersten 45 Minuten mit einem blauen Auge davon, mit dem 1:1 zur Pause ist er dank seiner Effizienz gut bedient.

Auf der anderen Seite weiss Trainer Magnin einmal mehr nicht, wie ihm geschehen ist und wie es zu diesem Resultat überhaupt hat kommen können. Bis zu diesem Zeitpunkt zumindest. In der zweiten Halbzeit ändert sich anfänglich nur die Anzahl der St. Galler Spieler, weil der Verteidiger Miro Muheim zum zweiten Mal innert Kürze von Schiedsrichter Fedayi San die gelbe Karte sieht und den Platz verlassen muss. Zeidler reagiert sofort, ermöglicht Verteidiger Vincent Rüfli sein Debüt und nimmt den eher blassen Boris Babic vom Feld.

Auch Zürich kassiert eine gelb-rote Karte

Und wieder tun die Zürcher den Gästen wie beim Gegentor einen unmittelbaren Gefallen; auch sie reduzieren ihre Formation um einen Spieler, weil Mirlind Kryeziu ebenfalls zum zweiten Mal innert Minuten die zweite gelbe Karte wegen Fouls erhält. Dass es dann für die Zürcher doch noch ein guter Abend wird, liegt daran, dass sie schlicht die bessere Mannschaft sind – und der Trainerstuhl Magnins vorübergehend wieder stabiler steht.

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