André Ribeiro erlöst den FC St.Gallen in der 83. Minute – zweiter Sieg im zweiten Spiel für den Vizemeister

Ohne zu überzeugen gewinnt der FC St.Gallen in Vaduz mit 1:0. Der Vizemeister tritt gegen den Aufsteiger offensiv lange erschreckend harmlos auf, ehe der eingewechselte André Ribeiro in der 83. Minute das 1:0 erzielt. Nach dem zweiten Sieg im zweiten Spiel ist St.Gallen Leader.

Patricia Loher
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Die Teamkollegen gratulieren André Ribeiro (zweiter von rechts) zum 1:0.

Die Teamkollegen gratulieren André Ribeiro (zweiter von rechts) zum 1:0.

Gian Ehrenzeller/Keystone

Die Spielwertung

Die Partie im Rheinpark-Stadion ist nicht hochstehend, da den beiden Teams viel zu viele Fehlzuspiele unterlaufen. Doch weil sowohl Vaduz als auch St.Gallen unermüdlich nach vorne spielen, ist die Begegnung doch spannend. Sie scheint auf beide Seiten kippen zu können. In der 83. Minute erzwingt St.Gallen die Entscheidung. Spielnote: 4

Das Tor

  • 0:1, 83. Minute, André Ribeiro: Der Portugiese kommt an der Grundlinie an den Ball, spielt zurück auf Lukas Görtler, der zur Mitte flankt. Über Kwadwo Duah kommt der Ball zu Ribeiro, der aus dem Gewühl heraus und im Fallen zum 1:0 für die St.Galler trifft.

Die Spielanalyse

Drei Tage nach dem Out in der Europa-League-Qualifikation findet der FC St.Gallen während der ersten Halbzeit in Vaduz nicht zu seinem Spiel. Der Aufsteiger und der Vizemeister begegnen sich auf Augenhöhe.

Die erste gute Möglichkeit erspielt sich Vaduz in der zwölften Minute, der Linienrichter stellt jedoch ein Abseits fest. Die Liechtensteiner schalten immer wieder schnell um, agieren bisweilen auch mutig, aber gefährlich werden sie bis zur Pause nicht mehr.

St.Gallen hat im Rheinpark-Stadion zwar deutlich mehr Ballbesitz, aber offensiv treten die Gäste harmlos auf. Die Ostschweizer erarbeiten sich während der ersten 45 Minuten nur eine einzige gute Chance: In der 19. Minute verpassen sowohl Neuzugang Elie Youan als auch Betim Fazliji einen Freistoss von Victor Ruiz. Es ist offensichtlich, dass die Abstimmung zwischen Mittelfeld und Sturm nach den Abgängen von Cedric Itten und Ermedin Demirovic noch fehlt. Aus dem Spiel heraus gelingt es St.Gallen vor der Pause nicht, sich eine gute Chance zu erspielen.

In der 27. Minute ist St.Gallen im Pech: Das Foul des kurz davor verwarnten Denis Simani an Lukas Görtler ist penaltywürdig. Weshalb der VAR hier nicht eingreift? Das Rätselraten zur Pause ist gross.

Jérémy Guillemenot (links) rückt nach der Pause in den Sturm vor.

Jérémy Guillemenot (links) rückt nach der Pause in den Sturm vor.

Marc Schumacher/Freshfocus

Für die zweiten 45 Minuten wechselt Trainer Peter Zeidler Basil Stillhart für Youan an. Jérémy Guillemenot spielt nun im Sturm, Stillhart dahinter.

Doch auch in der zweiten Halbzeit ändert sich nichts daran, dass St.Gallen Mühe hat, sein Pressing aufzuziehen. Die Gäste schaffen es selten, offensiv eine Überzahl zu erzwingen, da Vaduz die Räume immer wieder clever zustellt. Trotzdem hat St.Gallen das Spiel nun etwas besser im Griff.

In der 65. Minute kommt St.Gallen dann doch noch zu einer guten Chance: Nach einem platzierten Freistoss von Victor Ruiz muss sich Vaduz-Goalie Benjamin Büchel mächtig strecken, um ein Gegentor zu verhindern.

St.Gallen will sich nicht zufrieden geben mit dem 0:0, läuft aber in der 74. Minute in einen Konter. Der frühere St.Galler Junior Tunahan Cicek, einer der auffälligsten Akteure auf dem Feld, scheitert aber an Torhüter Lawrence Ati Zigi.

Die spielentscheidende Situation im Rheinpark-Stadion.

Die spielentscheidende Situation im Rheinpark-Stadion.

Marc Schumacher/Freshfocus

In der 83. Minute wird St.Gallens Geduld belohnt, als der eingewechselte André Ribeiro trifft. Vaduz kann nicht mehr reagieren, St.Gallen erhält in der Nachspielzeit nach einem Foul an Kwadwo Duah noch einen Penalty zugesprochen, den Jordi Quintillà aber vergibt.

Der Beste

André Ribeiro, weil der Matchwinner: Endlich trifft ein St.Galler. Nachdem die Gäste zuvor ziemlich harmlos aufgetreten sind, stochert Ribeiro den Ball aus dem Gewühl heraus und im Fallen über die Linie. Schiedsrichter Lukas Fähndrich greift sich ans Ohr, wohl wegen einer allfälligen St.Galler Abseitsposition. Es geht einen Moment, bis er das Tor bestätigt.

Lawrence Ati Zigi: Note 5. Hat bis zur 74. Minute fast nichts zu tun – und reagiert dann nach einem Vaduzer Konter stark.
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Alessandro Kräuchi: Note 4,5. Es macht Freude zu sehen, wie ein Eigengewächs die Lücke von Silvan Hefti schliesst. Defensiv nur ein-, zweimal fehlerhaft.
Leonidas Stergiou: Note 5. Der Gegner schaltet schnell um, aber das beunruhigt ihn nicht. Einmal mehr stark.
Betim Fazliji: Note 5. Zu Beginn geht er Risiken ein. Wirkt aber doch sattelfest.
Miro Muheim: Note 4,5. Offensiv war er schon auffälliger. Defensiv aber ein sicherer Wert.
Lukas Görtler: Note 5. Ist überall anzutreffen. In der 27. Minute wird er penaltywürdig gefoult. Steht dann doch noch am Ursprung des Siegtores.
Jordi Quintillà: Note 3,5. Sein Einfluss war schon grösser. Scheitert in der Schlussphase mit einem Penalty am Goalie.
Victor Ruiz: Note 4. Der Spanier kommt langsam wieder in Schwung. Topchance nach einem Weitschuss.
Jérémy Guillemenot: Note 3,5. Er ist ungemein engagiert, nimmt jeden Zweikampf an. Aber zu viele Pässe kommen nicht an.
Thody Élie Youan: Note 3,5. Nach zuletzt vielversprechenden Ansätzen tritt der Neuzugang in Vaduz nicht in Erscheinung.
Florian Kamberi: Note 3,5. Kamberi fordert die Bälle und holt sie sich manchmal auch. Vor der Pause gelingt ihm wenig, steigert sich danach aber.
Basil Stillhart: Note 4,5. Er kommt nach der Pause. Mit ein paar guten Pässen, aber auch einigen Fehlzuspielen.
André Ribeiro: Note 5,5. Der Portugiese wird in der 64. Minute eingewechselt und erzielt das Siegestor.
Vincent Rüfli: Note 4. Der Genfer agiert nach seiner Einwechslung sehr abgeklärt.
Tim Staubli: keine Note. Er ersetzt Ruiz. Der Einsatz ist zu kurz für eine Note.
Kwadwo Duah: keine Note. Spielt ebenfalls zu wenig lange für eine Note.

Lawrence Ati Zigi: Note 5. Hat bis zur 74. Minute fast nichts zu tun – und reagiert dann nach einem Vaduzer Konter stark.

Die Schlechtesten

Die beiden Neuzugänge Elie Youan und Florian Kamberi sind noch nicht angekommen in St.Gallen. Beide wirken nicht eingebunden ins Spiel des Vizemeisters. Youan wird zur Pause ausgewechselt.

Der Aufreger

Das Foul in der 27. Minute an Lukas Görtler sorgt für Diskussionen. Die TV-Aufnahmen belegen, dass das Einsteigen von Denis Simani einen Penalty zur Folge haben müsste. Warum nur wird die Aktion in Volketswil nicht überprüft?

St.Galler Torschütze Andre Ribeiro jubelt mit seiner Mannschaft.
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Zufriedener Peter Zeidler mit Torschütze Andre Ribeiro nach dem 1:0-Sieg gegen Vaduz.
Peter Zeidler feuert seine Mannschaft von der Seitenlinie aus an.
Safety First: FCSG-Präsident Matthias Hüppi (links) und Sportchef Alain Sutter mit Schutzmaske beim Spiel gegen den FC Vaduz.
Frustrierter Thody Elie nach einer verpassten Torchance.
St.Gallens Florian Kamberi hoch in der Luft als souveränes Ausweichmanöver gegen die Grätschte von Gabriel Lüchinger.
Bevor es in die zweite Spielhälfte geht, sammeln sich die FCSG-Spieler zusammen mit Trainer Peter Zeidler.
Vaduzer Trainer Mario Frick gibt seiner Mannschaft Anweisungen.
Vaduzer Manuel Sutter bringt den Ball knapp am Tor vorbei.
FCSG-Trainer Peter Zeidler gestikuliert unmissverständlich.
Der Vaduzer Torhüter Benjamin Büchel schnappt sich den Ball vor den Füssen des St.Galler Mittelstürmers Elie Youan.
St.Galler Neuzugang Elie Youan blickt einem Freistoss von Victor Ruiz nach.

St.Galler Torschütze Andre Ribeiro jubelt mit seiner Mannschaft.

Bild: Keystone

Die Reaktionen

Peter Zeidler, Trainer FC St.Gallen: «Letztlich ist es ein verdienter Sieg. Ich sah aber einige Mängel. Ich freue mich, einmal über eine längere Zeit an diesen Mängeln zu arbeiten. Nach dem Heimspiel gegen Servette am nächsten Sonntag ist ja Nationalmannschaftspause. Aber wir sind nun Leader: Für den Moment kann uns das keiner nehmen.»

Lukas Görtler, Mittelfeldspieler FC St.Gallen: «Es gelingt uns noch nicht, uns viele Chancen herauszuarbeiten oder sauber hinter die Abwehr zu spielen. Aber alles braucht seine Zeit, das haben wir schon vergangene Saison gesehen. Den Penalty nach dem Foul an mir würde ich geben.»

Das Spiel im Liveticker nachlesen:

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