Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

So schlecht wie unter Zinnbauer: Rückrunden-Blues beim FC St.Gallen

Der FC St.Gallen wird seinen Rückrunden-Fluch nicht los. Auch unter Peter Zeidler schwächeln die Ostschweizer im dritten Meisterschaftsviertel – wie unter früheren Trainern. Immerhin: Statistisch gesehen spricht fast nichts für einen Abstieg der Espen.
Daniel Walt
Der FC St.Gallen ist in der Rückrunde einmal mehr aus der Spur geraten – im Bild Trainer Peter Zeidler und Offensivspieler Dereck Kutesa. (Bild: Keystone)

Der FC St.Gallen ist in der Rückrunde einmal mehr aus der Spur geraten – im Bild Trainer Peter Zeidler und Offensivspieler Dereck Kutesa. (Bild: Keystone)

0:3, 0:2, 2:3 und 0:0: Vier Mal in Serie hat der FC St.Gallen nicht mehr gewonnen. Die Folge: Die Ostschweizer sind von Tabellenplatz 4, den sie vor einem Monat nach dem 3:0-Heimsieg gegen Xamax noch belegt hatten, auf Rang 8 zurückgefallen.

Noch fast bedrohlicher wirkt der Blick aufs Punktekonto. Der Vorsprung der Espen auf die neuntplatzierten Neuenburger hat sich innerhalb eines Monats halbiert. Komfortable zwölf Punkte lagen nach der Direktbegegnung vom vergangenen 3. März zwischen dem FC St.Gallen und Xamax. Sechs sind es mittlerweile noch – und am Samstag kommt es zum brisanten Rückspiel in Neuenburg.

Bei vielen Anhängern geht dementsprechend die Angst vor der Barrage um, die auf diese Saison hin wieder eingeführt wurde. Einer Barrage, in welcher sich der Neuntplatzierte der Super League in zwei alles entscheidenden Partien mit dem Zweiten der Challenge League um den letzten Platz in der Beletage des Schweizer Fussballs duelliert. Und in welcher nach aktuellem Stand der Dinge – Ironie des Schicksals – Lausanne-Sport, das Team von Ex-FCSG-Trainer Giorgio Contini, auf die Ostschweizer warten würde.

Praktisch jedes Jahr dasselbe

Bescheidene neun Punkte aus neun Spielen hat der FC St.Gallen in diesem Jahr bisher erbeutet. Damit liegt das Team von Trainer Peter Zeidler in der Rückrunden-Tabelle auf Platz 7. Nur Luzern, Zürich und GC konnten bisher weniger Zähler sammeln – die Innerschweizer allerdings haben ein Spiel weniger absolviert.

Jeff Saibene, FCSG-Trainer von 2011 bis 2015. (Bild: Urs Bucher)

Jeff Saibene, FCSG-Trainer von 2011 bis 2015. (Bild: Urs Bucher)

Vergleicht man das bisherige Abschneiden der Ostschweizer im noch jungen Fussballjahr 2019 mit früheren Saisons, wird klar: Auch unter ihrem neuen Trainer Peter Zeidler haben die St.Galler ihre fast schon traditionelle Rückrundenschwäche nicht ablegen können. Mässige neun Punkte aus neun Spielen holte der FCSG auch im dritten Meisterschaftsviertel der Saison 2014/15. Trainer war damals Jeff Saibene, der die Ostschweizer 2012/13 mit einer fulminanten Rückrunde noch in die Europa League geführt hatte.

Joe Zinnbauer, FCSG-Trainer von 2015 bis 2017. (Bild: Benjamin Manser)

Joe Zinnbauer, FCSG-Trainer von 2015 bis 2017. (Bild: Benjamin Manser)

Nur minimal, nämlich um einen Punkt besser, schneidet die aktuelle Mannschaft im Vergleich mit jenen der Saisons 2013/14 (Trainer: Jeff Saibene) und 2015/16 (Trainer: Joe Zinnbauer) ab. Etwas besser als aktuell lief es für die St.Galler 2016/17, ebenfalls unter Joe Zinnbauer, mit einer Ausbeute von zehn Punkten aus den ersten neun Rückrundenspielen.

Giorgio Contini, FCSG-Trainer von 2017 bis 2018. (Bild: Benjamin Manser)

Giorgio Contini, FCSG-Trainer von 2017 bis 2018. (Bild: Benjamin Manser)

Geradezu herausragend mutet aus heutiger Sicht der Rückrundenstart unter Giorgio Contini in der Saison 2017/18 an. Im dritten Meisterschaftsviertel holten die St.Galler unter ihrem früheren Meisterstürmer 18 Zähler, also doppelt so viele wie heute. Der punktemässige Einbruch folgte in jener Saison dann aber im Lauf des Monats April, ebenfalls noch unter Contini. Und insbesondere unter Interimscoach Boro Kuzmanovic, nachdem der Cheftrainer sich mit der neuen Clubführung überworfen hatte und von dieser freigestellt worden war.

Statistisch gesehen sollte nichts mehr passieren

Als «brisant» hatte Sportchef Alain Sutter die aktuelle Lage des FC St.Gallen vor dem Spiel gegen den Tabellenletzten GC bezeichnet.

Immerhin: Dank des 0:0 konnten die Ostschweizer ihren Sechspunkte-Vorsprung auf das neuntplatzierte Xamax wahren, das in Lugano ebenfalls torlos unentschieden spielte. Bei einer Niederlage am Samstag in Neuenburg allerdings würde der Vorsprung des FCSG auf den Barrageplatz auf drei Punkte zusammenschmelzen.

Besorgten Anhängern der Ostschweizer sei deshalb zu einem Blick in die Statistik geraten. Erst ein einziges Mal in den letzten zehn Jahren ist eine Mannschaft noch auf Rang 9 gelandet, die nach drei Vierteln der Meisterschaft 32 oder mehr Punkte auf dem Konto hatte. In der Saison 2013/14 passierte dies dem FC Aarau. Er hatte nach drei Vierteln der Meisterschaft sogar zwei Punkte mehr gesammelt als die St.Galler derzeit, nämlich 34. Mit 42 Punkten belegten die Aarauer am Ende der Meisterschaft dann aber nur Platz 9 – und waren trotzdem gerettet, weil es damals keine Barrage gab.

Über die letzten zehn Jahre gerechnet brauchte es im Schnitt 38 Punkte, um Ende Saison zumindest auf Platz 8 der Super League zu landen. Ein Sieg gegen Xamax am Samstag wäre demnach im wahrsten Sinne des Wortes die halbe Miete auf dem Weg des FC St.Gallen zum sicheren Ligaerhalt. Paradoxerweise könnten sich die Ostschweizer mit einem nur schon minimal besseren Punkteschnitt im verbleibenden Meisterschaftsviertel sogar noch Hoffnungen aufs europäische Geschäft machen. Der viertplatzierte FC Zürich steht aktuell gerade einmal um einen Punkt besser da als das Team von Trainer Peter Zeidler.

Viel zu viele Gegentore

Ein Blick auf die Anzahl Gegentore, die der FC St.Gallen bisher kassiert hat, zeigt, wo die Schwächen des Teams liegen. Gemeinsam mit dem FC Luzern liegen die St.Galler mit 39 erzielten Toren zwar an vierter Stelle der treffsichersten Equipen. Allerdings haben die Ostschweizer 49 Gegentore kassiert – bloss GC (51, Pyro-Urteil eingerechnet) und Xamax (55) liegen in dieser Tabelle noch hinter den Espen. (dwa)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.