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FC St.Gallen
Im siebten Anlauf besiegen die Ostschweizer endlich wieder einmal den FC Basel an heimischer Stätte. Der Sieg ist absolut verdient und einer des Kollektivs, während die Mannschaft vom Rheinknie nun noch unruhigeren Zeiten entgegenblickt.
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Die St.Galler haben die Partie gegen die ersatzgeschwächten Basler über weite Strecken im Griff. Lukas Görtler bringt die Grünweissen nach 35 Minuten auf die Siegerspur, in der zweiten Halbzeit legen die Ostschweizer nach eher schwächerem Start nochmals zu und mit zwei Toren nach. Basel wirkt eher hilflos und weiter in der Krise, daran kann auch der späte Ehrentreffer nichts ändern. Spielnote: 5
Es ist ein munterer Beginn zwischen den beiden Mannschaften, die zuletzt nicht wirklich brilliert haben. Vor allem der FC St.Gallen weiss zu gefallen, Kwadwo Duah hat früh zwei gute Chancen, Neuzugang Junior Adamu bei seinem Debüt vergibt ebenfalls eine Möglichkeit. Der Schönheitsfehler aber ist, dass die Mannschaft von Trainer Peter Zeidler in der Startphase aus diesen Abschlüssen kein Kapital schlägt. Auf der Gegenseite liegt der Ball nach neun Minuten plötzlich im Tor, Goalie Lawrence Ati Zigi ist nach einem Durcheinander bezwungen. Doch der Treffer zählt für die ersatzgeschwächten Basler nicht, weil Pajtim Kasami vor dem Tor durch Gonçalo Cardoso den Ball mit der Hand berührt hat.
In der Folge ist die Partie zunächst ausgeglichen, Basel bleibt bei Gegenstössen gefährlich, St.Gallen fehlt vor dem Tor die letzte Entschlossenheit. Sie wird ein weiteres Mal offenbar, als Alessandro Kräuchi in der 34.Minute herrlich den Ball auf Adamu chippt, dieser aber ziemlich kläglich verzieht. Eine Zeigerumdrehung später zeigt Lukas Görtler, was in ihm steckt. Mit einem Kraftakt dribbelt er sich in den Sechzehner und schiesst den Ball mit seinem schwachen linken Fuss unhaltbar für Goalie Heinz Lindner in die entfernte rechte Torecke – 1:0 für St.Gallen, das jetzt klar besser ist und verdient zur Pause führt.
In der zweiten Halbzeit tritt der FC Basel zielstrebiger und mit mehr Moral auf, auch die Körpersprache ist nun kurzzeitig besser. Man fragt sich schon, ob es der FC St.Gallen bereuen muss, sich in den ersten 45 Minuten nicht mit zwei Toren Vorsprung belohnt zu haben. Zudem muss Görtler den Platz angeschlagen verlassen, ihn ersetzt in der 49.Minute Tim Staubli.
Nach einem schönen Angriff über Youan schiesst Duah in der 63.Minute den eingewechselten Jérémy Guillemenot an, Lindner hätte gewiss Mühe gehabt, da noch ranzukommen. Aber die St.Galler sind mit dieser Szene wieder voll im Spiel und wollen sich nicht weiter den Schneid abkaufen lassen. Das zahlt sich aus, besonders als Guillemenot in der 69.Minute nach einem Konter von Gonçalo Cardoso gefoult wird im Sechzehner und Duah den Elfmeter sicher verwandelt. 2:0 führen die St.Galler nun, nun sollte nichts mehr schiefgehen.
Es kommt noch besser! Jordi Quintillà versenkt in der 76.Minute einen Freistoss unhaltbar im Basler Tor – das Spiel ist gelaufen, Basel geschlagen und bedient. Die St.Galler haben keine Probleme, den Sieg nach Hause zu bringen, auch wenn Basel durch Cabral in der Nachspielzeit noch der Ehrentreffer gelingt.
Das ganze St.Galler Kollektiv: Wie die Ostschweizer über die gesamte Spieldauer die Ruhe und mehrheitlich auch die Ordnung bewahren, ist Sonderklasse. Sie lassen sie auch nicht davon beirren, als die Gäste nach der Pause kurzzeitig eine gute Phase haben.
Dieses Urteil verdient an diesem kalten Samstagabend kein St.Galler.
Sandro Schärer leitet die Partie, er war der Videoschiedsrichter bei diesem sagenumwobenen 3:3 des FC St.Gallen gegen die Young Boys vor einem Jahr. Auch sonst ist dieser Unparteiische schon mit Pfiffen aufgefallen, die nicht unbedingt für die Ostschweizer ausfielen. Es ist kein Geheimnis, dass Trainer Peter Zeidler nicht unbedingt e in grosser Fan von Schärer ist. In der zweiten Halbzeit wechselt der Spielleiter –Schärer fühlt sich offenbar unwohl –, und der vierte Offizielle David Huwiler pfeift die Partie zu Ende.
Beim FC Basel fehlt mehr als eine ganze Mannschaft, und damit die Liste gefühlt nicht so lang wird, nennen wir die Abwesenden nur beim Nachnamen: Cömert, Frei (beide gesperrt), Widmer, Abrashi, Marchand, van Wolfswinkel, Pululu, Stocker, von Moos, Stevanovic, Petretta, T. Xhaka, Isufi, Padula, Sène und Jorge (alle verletzt oder krank). Trotzdem kann der angezählte Trainer Ciriaco Sforza noch immer ein schlagkräftiges Team auf den Kybunpark-Rasen schicken.
Beim FC St.Gallen ist Victor Ruiz angeschlagen, er muss gegen Basel wegen muskulärer Probleme passen. Dafür kommt Junior Adamu zu seinem Debüt im Dress der Grünweissen. Ebenfalls werden im Vergleich zur 1:2-Niederlage im Ländle Musah Nuhu, Jérémy Guillemenot und Boris Babic durch Alessandro Kräuchi, Lukas Görtler und Thody Élie Youan ersetzt. Auf Seite des FC Basel kommt erstmals der als grosses Talent angepriesene Matias Palacios zum Einsatz.
Die Fans unterstützen ihren FC St.Gallen bei Spielbeginn mit einem wunderbaren Feuerwerk ausserhalb des Kybunpark. Das gab es schon vor der Partie in Vaduz – ein keineswegs störendes, vielmehr willkommenes Ausrufzeichen, dass man trotz Coronazeiten und leeren Rängen weiterhin auf den eigenen Anhang zählen kann.
Basel-Trainer Ciriaco Sforza: «Gratulation dem FC St.Gallen. Wir haben sehr gut begonnen, hielten dagegen. Wir wussten, dass St.Gallen eine starke Mannschaft hat. Ich bleibe zuversichtlich, dass mein junges Team sein Potenzial in Zukunft ausschöpft.»
St.Gallen-Trainer Peter Zeidler: «Wir freuen uns riesig, das wird ein schöner Sonntag. Zu Beginn mussten wir einige heikle Situationen überstehen. Dank Lukas Görtler haben wir dann mit einem Kraftakt das 1:0 erzielt, nach seiner Herausnahme kam aber schon ein Bruch. Mit der Hereinnahme von Jérémy Guillemenot konnten wir schliesslich nochmals zulegen und brachten den Sieg sicher nach Hause.»