Der FC St.Gallen freut sich auf den Saisonstart gegen Sion – und bindet ein junges Talent aus Burkina Faso an sich

Der FC St.Gallen startet am Sonntag im Kybunpark gegen den FC Sion in die Super-League-Saison. In der vergangenen Saison gewann Peter Zeidlers Team alle vier Partien gegen die Walliser. Dennoch warnt die St.Galler Führung vor zu grossen Erwartungen. Neu auf deren Kontingentsliste steht auch ein junger Spieler: Salifou Diarrassouba.

Ralf Streule
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Peter Zeidler:«Wir können eine gute Leistung von uns erwarten gegen einen stark veränderten FC Sion.»

Peter Zeidler:«Wir können eine gute Leistung von uns erwarten gegen einen stark veränderten FC Sion.»

Bild: Freshfocus

Eigentlich geht es an der Pressekonferenz vom Freitag um den Saisonstart. Und um die Frage, was den FC St.Gallen am Sonntag ab 16 Uhr im Kybunpark gegen Sion aus sportlicher Sicht erwartet. Am Ende der Veranstaltung steht aber ein anderes Thema im Zentrum. Gerade geht die Nachricht ein, dass dem FC St.Gallen ein grosses Spiel bevorstehen könnte. Der VfL Wolfsburg ist womöglich der St.Galler Gegner im Playoff zur Europa-League-Gruppenphase.

«Die halbe Miete», sagt St.Gallens Trainer Peter Zeidler dazu süffisant. Denn zum Aufeinandertreffen kommt es nur, sofern Wolfsburg die ukrainische Hürde Desna Tschernihiw nimmt und die Ostschweizer am Donnerstag die Prüfung gegen AEK Athen bestehen. Es dürfte eine zusätzliche Motivation sein für Zeidlers Team, im europäischen Wettbewerb zu bleiben.

Kevin Mbabu im Einsatz für den VfL Wolfsburg.

Kevin Mbabu im Einsatz für den VfL Wolfsburg.

Patrik Stollarz / Pool / EPA

Es wäre ein Wiedersehen mit den Schweizern Kevin Mbabu, Renato Steffen und Admir Mehmedi. Das Spiel gegen Wolfsburg würde am 1. Oktober stattfinden. Im St.Galler Kybunpark. Nach Uefa-Regeln gänzlich ohne Zuschauer.

«Taktisch und sozial» muss sich das Team erst noch finden

Zeidler aber sagt, was Trainer sagen: Der Fokus liegt ganz und gar auf dem Spiel vom Sonntag. «Wir können eine gute Leistung von uns erwarten gegen einen stark veränderten FC Sion», sagt er. Im Wallis sind viele neue Spieler zum Team gestossen, am Freitag kamen die YB-Legende Guillaume Hoarau und Matteo Tosetti vom FC Thun dazu. Die beiden werden in St.Gallen aber wohl noch nicht spielberechtigt sein.

Sion-Spieler Guillaume Hoarau - hier noch im Dress der Young Boys.

Sion-Spieler Guillaume Hoarau - hier noch im Dress der Young Boys.

Urs Lindt / freshfocus

Gegen die Walliser gewannen die St.Galler in der vergangenen Saison alle vier Spiele. Zeidler bremst aber die Erwartungen. Zwar sind bis auf die verletzten Nicolas Lüchinger und Lorenzo Gonzalez alle Spieler fit, nach den gewichtigen Abgängen im Sommer sei sein Team aber erst daran, sich «taktisch und sozial» neu aufzustellen. Die Saisonvorbereitung war kurz.

Keine Rang-Zielvorgabe vom Präsidenten

Präsident Matthias Hüppi spricht vom Kompass, der nach den Kaderveränderungen neu ausgerichtet werden müsse. «Der Erfolg der vergangenen Saison war nicht selbstverständlich.» Einen Rang als Zielvorgabe will er nicht nennen – «wir wollen angriffig bleiben und uns nichts gefallen lassen».

Auch was die künftigen Heimspiele hinsichtlich Zuschauern angeht, ist er zurückhaltend optimistisch. Die Rückmeldungen des Kantons auf das Schutzkonzept seien bisher gut – die Chance, das Stadion ab Oktober mit über 11000 Fans füllen zu können, sei intakt. Der Blick richte sich auf die Fallzahlen. «Vielleicht müssen wir irgendwann wieder auf Feld 1 zurück.» Das Spiel gegen Sion wird noch vor knapp 1000 Zuschauern stattfinden – es gilt Maskenpflicht.

Ein hoffnungsvolles Talent aus Burkina Faso für St.Gallen

Salifou Diarrassouba

Salifou Diarrassouba

pd

Was mit Blick auf den Saisonstart fast unterzugehen drohte: Die Kontingentsliste des FC St.Gallen weist einen neuen Spieler auf. Salifou Diarrassouba, ein 18-jähriger offensiver Mittelfeldspieler aus Burkina Faso, gehört offenbar neu zum Team. «Noch nicht ganz», korrigiert Zeidler.

Das «hoffnungsvolle Talent» sei noch nicht im Training mit den St.Gallern. Noch fehlen die nötigen Papiere. Diarrassouba werde wohl erst mittelfristig eine Rolle spielen im Kader. «Vielleicht ab Winter.» Etwas Zeit also noch für die Journalisten, die Schreibweise zu üben.

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