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Verschlafener Beginn und Stojanovics Patzer: St.Gallen steht bei der GC-Stadionparty bloss Spalier

Fahrig, fehlerhaft, uninspiriert: Der FC St.Gallen verspielt die Chance auf Punkte bei den Grasshoppers bereits in der Anfangsphase. Während sich GC über den Sieg und das Ja zum neuen Stadion freut, verlieren die Ostschweizer zum zweiten Mal in Folge.
Daniel Walt
Heute kein sicherer Rückhalt: St.Gallens Goalie Dejan Stojanovic. (Bild: Andy Müller/Freshfocus)

Heute kein sicherer Rückhalt: St.Gallens Goalie Dejan Stojanovic. (Bild: Andy Müller/Freshfocus)

Der Entscheid vor dem Spiel

Sagt die Zürcher Bevölkerung, elf Jahre nach dem letzten Match im Hardturm, endlich Ja zu einem richtigen Fussballstadion in der Stadt? Die Antwort auf diese Frage war für GC noch wichtiger als das Heimspiel gegen den FC St.Gallen. Schon vor dem Anpfiff war schliesslich klar, dass die Zürcher Stadionmisere bald ein Ende nehmen würde. Das neue Stadion entsteht auf dem seit 2007 brachliegenden Hardturm-Areal. Die GC-Anhänger feierten: «Ändlich zrugg id Heimat – Hardturm» stand auf einem Transparent. Und zündeten vor und während des Spiels Pyros und sicher 50 Böller:

Zehn Jahre nach der Eröffnung des neuen St.Galler Fussballtempels darf St.Gallen Zürich also gratulieren und festhalten: Herzlich willkommen im Club, liebe Grasshoppers (und natürlich auch lieber FCZ)! Dass GC künftig pro Match 10'000 Fans anziehen wird, wie Präsident Stephan Anliker im Interview mit dem Tagblatt sagte, wagen wir allerdings zu bezweifeln...

Die Tore

  • 4. Minute, 1:0, Ngoy: Kekuta Manneh vertändelt auf der linken Seite den Ball; ein Hopper kann alleine in Richtung Tor ziehen, passt in die Mitte – Julien Ngoy trifft zum 1:0.
  • 14. Minute, 2:0, Bajrami: Wieder profitiert GC von einem groben Patzer in der St.Galler Abwehr. FCSG-Goalie Dejan Stojanovic, bereits zuvor in zwei Aktionen unsicher, kann eine harmlose Hereingabe von Lavanchy nicht behändigen. Nedim Bajrami versenkt den Abpraller eiskalt.
  • 56. Minute, 2:1, Barnetta: In der Halbzeit eingewechselt, bringt Tranquillo Barnetta die Hoffnung ins St.Galler Spiel zurück. Seine Hereingabe von der linken Angriffsseite nach einer kurzen Ecke findet den Weg ins Tor. Als Torschütze wird zwar Sierro angegeben, der Walliser berührt den Ball in der Mitte aber nicht mehr.

Die Spiel-Analyse

Etwa eine halbe Stunde vor dem Anpfiff war in den Letzigrund-Katakomben die Champions-League-Hymne zu hören. Aus welchem Grund auch immer sie ertönte – eins steht fest: Die Grasshoppers sind derzeit Lichtjahre von der europäischen Königsklasse entfernt. Der FC St.Gallen war es an diesem kalten Novembersonntag in der Startphase allerdings noch mehr.

Die Espen begannen katastrophal und lagen schon nach einer Viertelstunde mit zwei Längen in Rückstand. Individuelle Fehler von Manneh und Stojanovic führten zu den beiden Gegentreffern. Die gesamte Defensive und insbesondere der St.Galler Goalie wirkten fahrig und unsicher. Erst im Lauf der ersten Halbzeit fingen sich die Gäste etwas. Sie spielten teils gefällig nach vorne. Zu Topchancen kamen sie allerdings nicht – mit zwei Ausnahmen: Einen Freistoss von Vincent Sierro hielt GC-Goalie Heinz Lindner; und Roman Buess konnte eine wunderbare Hereingabe von Sierro nicht verwerten.

In der Pause reagierte St.Gallen-Trainer Peter Zeidler: Für Mosevich und Lüchinger kamen Barnetta und Kutesa ins Spiel. Just Barnetta war es, der nach 56 Minuten den Anschlusstreffer für die Ostschweizer erzielte. In der Folge hatten die Gäste vor 6600 Zuschauern mehr Spielanteile. Zu Grosschancen kamen die Ostschweizer aber praktisch nicht. Es waren vielmehr die Zürcher, die in zwei Szenen nahe am dritten Treffer standen und sich den Sieg damit trotz einer keineswegs berauschenden Leistung verdienten.

Dejan Stojanovic: Note 2,5. Zwei Paraden, sonst aber mit einer schwachen Leistung. Unsicher bei hohen Bällen und bei Abschlägen. Verschuldet das 0:2.
Nicolas Lüchinger: Note 3. Unauffällig, in der Vorwärtsbewegung noch nicht der Alte. Beim 0:1 kommt er zu spät.
Silvan Hefti: Note 4. Wird zweimal überlaufen, sonst aber sicher und mit mehren starken Angriffsauslösungen.
Leonel Mosevich: Note 3,5. Wie viele andere schwimmt auch er in der Startviertelstunde, kommt selten in die Zweikämpfe.
Andreas Wittwer: Note 4. Starke zweite Halbzeit mit Vorwärtsdrang und Rettungstat. Zu Beginn aber ist auch er fehlerhaft.
Jordi Quintillà: Note 4,5. Im Mittelfeld wie auch später in der Verteidigung ballsicher. Bringt immer wieder Ruhe ins Spiel.
Vincent Sierro: Note 4,5. Beginnt zurückhaltend, wird dann einmal mehr zum auffälligen Denker und Lenker der St. Galler.
Majeed Ashimeru: Note 3,5. Für einmal spielt der Ghanaer fahrig. Viele Fehlpässe, nur selten zeigt er seine Ruhe und Übersicht.
Axel Bakayoko: Note 3,5. Sehr wechselhaft: Auf Klasseaktionen folgen fast immer einfache Fehler und Unkonzentriertheiten.
Roman Buess: Note 3,5. Hat kaum Aktionen, schafft aber Platz für Mitspieler. Steckt harten Ellbogenschlag weg.
Kekuta Manneh: Note 3. Oft sehen seine Aktionen vielversprechend aus, versanden dann aber. Verschuldet das 0:1.
Dereck Kutesa: Note 4. Er bringt Schwung in der zweiten Halbzeit, die letzte Abgeklärtheit bei Vorstössen aber fehlt.
Tranquillo Barnetta: Note 4,5. Extrem ballsicher und abgeklärt. Gefährliche Hereingaben. Ein Fehler aber führt fast zum 1:3.
Yannis Tafer: Note 3,5. Er kann das Spiel nach seiner Einwechslung nur selten prägen. Vergibt aus spitzem Winkel das 2:2.
14 Bilder

Stojanovic unterirdisch, Lüchinger und Manneh nicht viel besser: Die Noten der FCSG-Spieler gegen GC

Der Beste

Wie wäre es um den FC St.Gallen bestellt, hätte er Vincent Sierro nicht in seinen Reihen? Einmal mehr ein starker Auftritt des Mittelfeldmannes. Sierro tritt dominant auf, hat Ideen und wagt auch einmal den Abschluss.

Der Schlechteste

Dejan Stojanovic. Der St.Galler Torhüter zieht einen rabenschwarzen Nachmittag ein. In mindestens sechs Szenen patzt er. Einen seiner Fehler nutzen die Hausherren zum zwischenzeitlichen 2:0. Immerhin: Mit einer starken Parade verhindert er in der 80. Minute das vorentscheidende 1:3.

Die Reaktionen

Peter Zeidler, Trainer FC St.Gallen: «Es war an diesem für Zürich grossen Tag wohl vorherbestimmt, dass GC nicht nur ein neues Stadion erhält, sondern auch dieses Spiel gewinnt. Ich musste in dieser Saison noch nie über individuelle Fehler reden, heute ist das leider der Fall. Schon das erste Gegentor war ein Schock, das zweite dann ein noch grösserer. Wir wollten heute unbedingt einen Punkt holen, wenn nicht drei. Jetzt haben wir keinen, das ist ärgerlich.»

Thorsten Fink, Trainer Grasshoppers: «Ein neues Stadion, ein Sieg: Es ist ein grosser Tag für uns. Der Anschlusstreffer der St.Galler fiel eigentlich zu früh, und prompt haben wir dann gewackelt. Trotzdem hatten wir gute Kontermöglichkeiten, um das 3:1 zu machen. Das haben wir leider verpasst. Wir müssen daran arbeiten, den Sack früher zuzumachen.»

Das Spiel im Liveticker nachlesen:

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