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Der FC St.Gallen als Schlusslicht: Alle anderen Clubs konnten ihren Marktwert stärker steigern

Alle zehn Super-League-Clubs haben ihren Marktwert in der vergangenen Saison steigern können. Am wenigsten zugelegt hat der FC St.Gallen. Einen grossen Sprung machten dafür die Young Boys – nicht mit Transfers, sondern dank steigender Spielerwerte.
Ralf Streule

Der Marktwert sagt nicht alles aus über die Erfolgschancen eines Fussballteams. Und dennoch liegt es auf der Hand und wird von Studien unterstrichen: Der Gesamtwert einer Mannschaft korreliert, langfristig gesehen, stets mit dem Schlussrang des Clubs in der Liga. Darum kann vor dem Saisonbeginn ein Blick auf die Daten der Fussballplattform «Transfermarkt» nicht schaden – auch wenn die Werte meist Schätzungen sind. Die aktuellen Zahlen machen Hoffnung auf ein steigendes Niveau im Schweizer Fussball. Waren alle Spieler der Super League Mitte Juli 2017 zusammengezählt noch 195,3 Millionen Euro wert, sind es ein Jahr später rund 290 Millionen. Woher dieser grosse Sprung?

Er hat einerseits mit dem überhitzten Fussballmarkt zu tun, der die Marktwerte ganz generell jährlich in die Höhe treibt. Andererseits aber, und dies ist der Hauptgrund, mit dem neuen Schweizer Meister. Die Young Boys haben stark zugelegt und den FC Basel in der Sommerpause auch in Sachen Marktwert überholt (siehe Grafik). Der grosse Schritt von 26 auf 76 Millionen Euro hat nicht etwa mit teuren Neuzugängen zu tun – die Marktwerte der von Bern wegziehenden Spieler sind in der Summe etwa gleich gross wie jene der Zuzüge. Vielmehr sind praktisch alle Young-Boys-Spieler zuletzt wertvoller geworden. So hat der ghanaische Innenverteidiger Kasim Nuhu innerhalb der vergangenen Saison von einer Million auf 8,5 Millionen zugelegt. Stürmer Jean-Pierre Nsame von 1,5 auf 4,5, Kevin Mbabu sogar von 1,5 auf 9,5 Millionen.

Auch Basel legt zu – aber weit weniger als die Berner

Das Beispiel der Young Boys zeigt, was eine starke Saison finanziell bewirken und welche Wertsteigerung ein gut arbeitender Trainer herbeiführen kann. Schon lange vor dem Meistertitel waren die Transferwerte der Berner Akteure in die Höhe geschnellt. Der Titel hat dann seines dazu beigetragen. Gleich 21 Spieler im Kader der Berner haben bessere Werte als noch vor einigen Monaten.

Der FC Basel kann da nicht mithalten. Zwar ist die Marktwertbilanz der vergangenen zwölf Monate ebenfalls positiv: Wertsteigerungen von Eder Balanta oder Torschützenkönig Albian Ajeti haben dazu beigetragen. Der Schritt nach oben ist aber weit kleiner als bei den Young Boys. Dazu kommt, dass Basel in der Sommerpause über Transfers an Wert verlor. Die Abgänge von Mohamed Elyounoussi, Tomas Vaclik und Michael Lang hat man, was den Wert betrifft, mit den Zugängen von Silvan Widmer und Aldo Kalulu nicht ganz ausgleichen können.

Auch die anderen Teams der Super League konnten zulegen, ebenfalls meist durch Wertsteigerungen bisheriger Akteure. Einen grossen Schritt haben diesbezüglich auch die Grasshoppers gemacht. Mitte Juli überholten sie den FC Sion, der im Wert ungefähr konstant geblieben ist. Überraschend ist auch Thuns Sprung, ausgelöst unter anderem durch Wertsteigerungen von Marvin Spielmann oder Matteo Tosetti. Und jener von Lugano – im Tessin schenkten die Leistungen von Domen Crnigoj oder Mattia Bottani ein. Und bei Xamax haben sich viele Spielerwerte mit dem Aufstieg fast von alleine vergrössert. Auf dem Transfermarkt auf jeden Fall sind die Westschweizer nicht gross tätig geworden.

St.Gallen liegt nun vor Xamax und Thun

Das Super-League-Team mit der kleinsten Marktwertsteigerung in den vergangenen zwölf Monaten ist der FC St.Gallen. Die vielen neuen, jungen Spieler konnten die gewichtigen Abgänge von Toko und Runar Sigurjonsson zwar aus der Sicht des Marktwerts knapp aufwiegen. Es gab aber nur wenige Wertsteigerungen einzelner Spieler. Die kürzlich getätigten Verpflichtungen von Vincent Sierro (1 Million), Axel Bakayoko (0,6 Millionen) und Slimen Kchouk (0,45 Millionen) hievten den FC St.Gallen gerade noch vor den FC Thun. In den vergangenen Jahren standen die St.Galler meist in der vorderen Hälfte der Liga, was die Spielerwerte angeht. Nun steht man lediglich noch vor den Berner Oberländern und Aufsteiger Xamax.

Dennoch gibt es Positives zu berichten vom klammen Ostschweizer Club. Die Stürmer Roman Buess und Nassim Ben Khalifa haben zuletzt wieder zugelegt, stehen bei je einer Million Marktwert. Auch Cedric Ittens und Marco Aratores Aktien sind steigend, beide werden von «Transfermarkt» auf über eine Million geschätzt. Sinkend sind hingegen die Werte von Routinier Tranquillo Barnetta (0,4 Millionen) und Yannis Tafer (0,6 Millionen). Neuzuzüge wie Jordi Quintilla oder Dereck Kutesa bewegen sich um die 0,4-Millionen-Marke. Im Potenzial dieser jungen Spieler liegt aber die Hoffnung des Clubs. Bringen sie und die gesamte Mannschaft Leistung, werden ihre Werte steigen. Der Sprung muss ja nicht gleich in Young-Boys-Dimensionen liegen. Leihspieler wie Bakayoko oder Sierro hingegen dürften dem Club diesbezüglich wenig helfen: Steigern sie sich, profitieren vom wachsenden Wert nicht die Ostschweizer.

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