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Der FC St. Gallen zaubert und leidet

Die Ostschweizer beginnen das Heimspiel gegen Thun mit einer Gala und führen zur Pause mit 3:0. Allerdings gerät die Mannschaft von Trainer Peter Zeidler ins Wanken – gewinnt aber doch noch 3:2.
Patricia Loher
Dank des Startfuriosos mit zwei Treffern des auffälligen Stjepan Kukuruzovic (Mitte) sichert sich St. Gallen wieder einmal einen Heimsieg. (Bild: Ralph Ribi)

Dank des Startfuriosos mit zwei Treffern des auffälligen Stjepan Kukuruzovic (Mitte) sichert sich St. Gallen wieder einmal einen Heimsieg. (Bild: Ralph Ribi)

Sollte es in diesen Tagen jemandem langweilig sein, ist der Besuch eines Spiels des FC St. Gallen das beste Gegenmittel. Fünf Partien haben die Ostschweizer unterdessen unter dem neuen Trainer Peter Zeidler absolviert und nie war ein Spiel wie das andere. Mit Ausnahme des enttäuschenden Auftritts in Sarpsborg bot jede Partie mit St. Galler Beteiligung beste Unterhaltung. Aber es gilt vor einem Besuch auch zu warnen: Denn die Spiele sind nichts für schwache Nerven.

Vorläufiger Höhepunkt war die Heimpartie gegen Thun: Die St. Galler reagierten auf das Sarpsborg-Spiel und zauberten eine beeindruckend starke erste Halbzeit auf das Parkett. Sie drückten trotz hochsommerlicher Temperaturen während 45 Minuten auf das Tempo und führten schon nach elf Minuten dank zweier Tore von Stjepan Kukuruzovic 2:0. Nachdem die Ostschweizer noch vor der Pause durch Cedric Itten auf 3:0 erhöht hatten, schien die Sache bei Temperaturen über 30 Grad gelaufen und der Gegner gebodigt.

Es war bei diesem Spielstand und bei diesem Wetter verständlich, dass sich die St. Galler nach der Pause zurücknahmen, selbst das Anschlusstor zum 1:3 in der 76. Minute schien verkraftbar. Nur passierte dann, womit kaum einer gerechnet hatte. Der Anschlusstreffer verlieh den Gästen eine zweite Luft. Nachdem die Berner Oberländer den Ostschweizern noch während der ersten 45 Minuten nichts entgegenzusetzen hatten, verlagerten sie ihr Spiel ab der 70. Minute zusehends in die Nähe von St. Gallens Sechzehnmeterraum. Bei den Gastgebern wurde offensichtlich, dass sie sich nach dem grossen Umbruch doch noch auf dünnem Eis bewegen und ihnen zuweilen auch die Cleverness fehlt. So gelang es keinem, stabilisierend einzugreifen. Ihr Abwehrverhalten war panisch.

Nach dem 2:3 ging nicht mehr viel, während Thun aus allen Lagen den Abschluss suchte. «Die Thuner verfügen über eine gute Mannschaft. Man hat das vor der Pause nicht so gesehen, weil wir gut waren. Aber ab der 70. Minute wurde offensichtlich, dass sie über einen klaren Plan verfügten», sagte St. Gallens Coach Zeidler. Nach dem Anschlusstreffer hätten seine Spieler Angst bekommen. «Und Angst lähmt.» Trotzdem gelang es den Ostschweizern, nach saisonübergreifend sechs Heimniederlagen wieder einmal ein Spiel zu Hause zu gewinnen. «Trotz Reisestrapazen und Hitze gingen wir ein hohes Tempo. Uns war klar, dass wir irgendwann die Reserven anzapfen müssen», so der Coach. «Die letzten zwanzig Minuten waren wie eine Mondfinsternis.»

Aratore wohl auf dem Absprung

Allein aufgrund der ersten Halbzeit hatten sich die St. Galler die drei Punkte verdient. Es war beeindruckend, wie sie den Gegner permanent zurückdrängten, wie sie ihn attackierten; nach Kukuruzovics Tor zum 1:0 nach einem abgefälschten Freistoss und seinem wunderbaren Weitschusstreffer erspielten sich die Ostschweizer Chance um Chance, die Gastgeber wirkten aggressiv und leichtfüssig.

Nebst Kukuruzovic lieferte auch der erst 20-jährige Majeed Ashimeru im zentralen Mittelfeld eine starke Leistung ab. Der feingliedrige Ghanaer war fast nicht zu trennen vom Ball, überzeugte mit Übersicht und verstand sich insbesondere mit Kukuruzovic gut. Der 29-jährige Kroate kam erstmals überhaupt in dieser Saison zum Einsatz: «Es wird jeden von uns brauchen in dieser Saison, jeder bekommt seine Chance», sagte der frühere Thuner.

Trotzdem könnte sich St. Gallens Kader bald nochmals verändern. An Marco Aratore, der den Ostschweizern zum Saisonstart mit seinem Tor in letzter Sekunde in Basel einen 2:1-Sieg bescherte, hat ein Club Interesse angemeldet. Um welchen Verein es sich handelt, liessen sich die Verantwortlichen nicht entlocken. Nur so viel: «Es war schon immer Aratores Traum, einmal ins Ausland zu wechseln», so Zeidler.

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