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Kommentar

Der FC St. Gallen darf Sarpsborg nicht einfach abhaken

Der FC St.Gallen ist in der zweiten Qualifikationsrunde zur Europa League an einem unbekannten Gegner gescheitert. Für den Schweizer Fussball war das nach dem Out des FC Basel in der Champions-League-Qualifikation eine schlechte Nachricht. Doch für das eben erst gestartete St. Galler Projekt mit einem neuen Trainer, einem neuen Sportchef und einem neuen Präsidenten hätte der internationale Wettbewerb auch zu einer zu grossen Belastung werden können.
Patricia Loher
(Bild: Urs Bucher)

(Bild: Urs Bucher)

Natürlich war es ein schöner Traum. Reisen an unbekannte Destinationen, farbige Fanmärsche, und vielleicht die eine oder andere Überraschung – wie im goldenen Herbst 2013, als St.Gallen unerwartet gegen Spartak Moskau das Playoff überstand und die Europa-League-Gruppenphase erreichte.

Doch der FC St.Gallen Ausgabe 2018/19 steht an einem anderen Ort. Die Mannschaft wurde nach all den Wechseln auf Führungsebene unter Hochdruck neu zusammengestellt. Das Team erfuhr nach der desaströsen Schlussphase der vergangenen Saison einen massiven Umbruch. Der neue Trainer Peter Zeidler hat eben erst begonnen, den Spielern seine anspruchsvollen Vorstellungen näherzubringen.

2013 war St.Gallens Mannschaft nach dem Aufstieg gefestigter, sie kannte ihren Trainer schon mehr als ein Jahr. Nun aber ist die Uhr zurückgedreht. St.Gallen hat bei null begonnen. Trotzdem war Zeidler wegen der internationalen Spiele von Beginn an gezwungen, zu rotieren. Während englischen Wochen ist es jedoch nicht möglich, in intensiven Trainings an den Automatismen zu feilen, sich kennenzulernen, sich abzustimmen, das System eines neuen Coaches zu verinnerlichen. Doch genau das hätten die St.Galler dringend nötig gehabt. Die Qualifikationsspiele sind für eine neu zusammen gestellte Mannschaft eine noch grössere Belastung als für ein eingespieltes Team. In Zeiten des Umbruchs geniesst die Meisterschaft Priorität.

Allerdings darf der Auftritt von Sarpsborg nicht einfach so abgehakt werden. St.Gallens Leistung in Norwegen war enttäuschend, ohne Schwung, ohne Inspiration. Das Team wirkte matt. Nur weil Goalie Dejan Stojanovic hervorragend aufspielte, hatten die Ostschweizer in der Schlussphase überhaupt noch die Chance, aufgrund eines allenfalls glücklichen Ausgleichstores doch weiterzukommen in dieser Kampagne.

Aber eigentlich hatte St.Gallen gegen ein Team, das in einer schwächer eingestuften Liga den sechsten Zwischenrang belegt, nichts auszurichten. Nun sind die Ostschweizer zurück in der Realität. Die beiden Erfolge auswärts gegen Basel und zu Hause gegen Sarpsborg waren zwar durchaus verdient, aber auch auf glückliche Art zustande gekommen – Zeidler hatte stets darauf hingewiesen. Torhüter Stojanovic war in den bisherigen vier Partien der einzige Ostschweizer Spieler, der konstant gute Leistungen abrufen konnte.

Die junge Mannschaft hat zweifellos gute spielerische Anlagen. Doch die Partien gegen Sion und in Norwegen haben eben auch aufgezeigt, dass der FC St. Gallen noch ein fragiles Gebilde ist. Schon am Sonntag trifft St. Gallen zu Hause auf Thun und damit auf eine Mannschaft, die ähnlich veranlagt ist wie Sarpsborg. Keiner weiss, wie weit die Ostschweizer tatsächlich sind. Das Team ist noch immer eine Wundertüte. Die Partie gegen die Berner Oberländer wird zu einer Nagelprobe.

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