2:6-Niederlage in Heidenheim – Der ersatzgeschwächte FC St.Gallen geht beim Fast-Aufsteiger in die Bundesliga unter

Der ohne sechs Stammspieler angetretene FC St.Gallen bleibt im dritten Testspiel der Saisonvorbereitung chancenlos. Zwei Wochen vor Meisterschaftsbeginn verliert die Mannschaft von Trainer Peter Zeidler beim 2.-Bundesligaklub Heidenheim gleich mit 2:6.

Patricia Loher
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St.Gallens Neuzugang Basil Stillhart fällt in der ersten Halbzeit mit dem einen oder anderen guten Pass auf.

St.Gallens Neuzugang Basil Stillhart fällt in der ersten Halbzeit mit dem einen oder anderen guten Pass auf.

Andy Müller/Freshfocus

Miro Muheim, Jérémy Guillemenot und Leonidas Stergiou sind mit dem U21-Nationalteam unterwegs, Jordi Quintillà, Victor Ruiz sowie Betim Fazliji fehlten in Heidenheim angeschlagen oder verletzt.

Dafür kamen die Neuverpflichtungen Bouba Traorè, Kwadwo Duah und Basil Stillhart sowie später auch Goalie Lukas Watkowiak und Florian Kamberi zum Einsatz.

In der ersten Halbzeit nach dem Abgang von Captain Silvan Hefti zu den Young Boys fiel von den neuen Akteuren vor allem Stillhart positiv auf. Der frühere Thuner vertrat im defensiven Mittelfeld Quintillà und spielte den einen oder anderen schönen Pass in die Spitze.

Von Fehlern und Abstimmungsproblemen

Nur, verbergen konnte St.Gallen nicht, dass es auf eine halbe Stammmannschaft verzichten musste. Obwohl die Gäste nach dem ersten Gegentor in der 16. Minute besser ins Spiel fanden, wurden sie in der ersten Halbzeit kaum einmal gefährlich.

500 Zuschauer durften das Spiel in Heidenheim im Stadion verfolgen

500 Zuschauer durften das Spiel in Heidenheim im Stadion verfolgen

Andy Müller/Freshfocus

Heidenheim, das erstmals seit dem Lockdown in Deutschland wieder einige Zuschauer zuliess, hatte sich mit dem phasenweise guten St.Galler Pressing zwar schwer getan, blieb aber trotzdem das deutlich bessere und vor allem gefährlichere Team. Hinzu kam, dass es St.Gallen dem Gegner mit einer hohen Fehlerquote und einigen Unkonzentriertheiten auch sehr einfach machte.

Die Mannschaft von Trainer Frank Schmidt nutzte St.Gallens Abstimmungsschwierigkeiten und defensive Schwächen schliesslich eiskalt aus: Ab der 32. Minute erhöhte Heidenheim innerhalb von zehn Minuten auf 4:0. Kurz vor der Pause gelang den St.Gallern über Lukas Görtler, der die Captainbinde trug, und Alessandro Kräuchi schliesslich doch noch ein schöner Angriff: Nach Kräuchis Pass fast von der Grundlinie unterlief dem Gastgeber ein Eigentor.

Kamberi trifft zum 2:5

Auch nach der Pause stellte Heidenheim, das vergangene Saison in der Relegation nur knapp an Werder Bremen gescheitert war, den Gegner mit seiner Schnelligkeit immer wieder vor Probleme. St.Gallen agierte zu wenig kompakt, es taten sich zu viele Lücken auf, um den Deutschen an diesem Nachmittag gefährlich werden zu können.

St.Gallens Nachwuchsspieler Michael Heule gegen Heidenheims Robert Leipertz.

St.Gallens Nachwuchsspieler Michael Heule gegen Heidenheims Robert Leipertz.

Andy Müller/Freshfocus

Einige vielversprechende Ansätze zeigten nach der Pause die beiden U21-Spieler Michael Heule und David Jacovic, die sich den Deutschen mutig entgegenstellten.

Dem eingewechselten Florian Kamberi gelang nach einem guten Steilpass von Angelo Campos zwar noch das 2:5. Doch mit dem Schlusspfiff erhöhte Heidenheim auf 6:2.

Das letzte Testspiel vor dem Saisonstart bestreitet St.Gallen am nächsten Samstag zu Hause gegen Türkgücü München aus der 3. Bundesliga. Am 20. September eröffnet der Vizemeister die neue Meisterschaft mit dem Heimspiel gegen Sion.

Heidenheim – St.Gallen 6:2 (4:1)
Voith-Arena – 500 Zuschauer – Sr. Erbst.
Tore: 16. Kerschbaumer 1:0. 32. Mohr 2:0. 40. Kerschbaumer 3:0. 43. Schimmer 4:0. 45. Mainka 4:1 (Eigentor). 75. Leipertz 5:1. 83. Kamberi 5:2. 90. Schmidt 6:2.
St.Gallen: Zigi (46. Watkowiak); Kräuchi, Letard, Ajeti (46. Nuhu), Solimando (46. Heule); Görtler (78. Ribeiro), Stillhart, Staubli (46. Kamberi); Traorè, Ribeiro (66. Jacovic), Duah (66. Campos).
Bemerkungen: St.Gallen ohne Quintillà, Ruiz, Rüfli, Fazliji, Alves, Lüchinger, Gonzalez, Babic (alle verletzt oder geschont), Stergiou, Muheim, Guillemenot (alle U21-Nationalteam) sowie Abaz (U19-Nationalteam) und Strübi (St.Gallen U21), dafür mit den U21-Spielern Jacovic und Heule.