«Der dritte Platz ist das Ziel»

FUSSBALL. Der FC St. Gallen empfängt in der Super League morgen Sonntag um 13.45 Uhr den FC Vaduz. In der AFG Arena will die Mannschaft von Trainer Jeff Saibene gegen die Liechtensteiner ihre Serie von vier Heimsiegen ausbauen.

Christian Brägger
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St. Gallens Trainer Jeff Saibene bleibt nach der Niederlage gegen die Grasshoppers fokussiert. Er weiss, was er will: Als Dritter in die Winterpause – und den Sieg gegen Vaduz. (Bild: ky/Gian Ehrenzeller)

St. Gallens Trainer Jeff Saibene bleibt nach der Niederlage gegen die Grasshoppers fokussiert. Er weiss, was er will: Als Dritter in die Winterpause – und den Sieg gegen Vaduz. (Bild: ky/Gian Ehrenzeller)

Zwei Wochen hatte der FC St. Gallen Zeit, die 0:3-Niederlage der 15. Runde gegen die Grasshoppers zu verdauen. Wer wie die Ostschweizer über zwei Monate lang kein Pflichtspiel mehr verliert, kann durchaus Schwierigkeiten haben, mit einem solchen Rückschlag umzugehen; weil man ihn schlichtweg nicht gewohnt ist. Jedoch hielt sich St. Gallens Coach Jeff Saibene vor dem morgigen Heimspiel gegen Vaduz damit nicht lange auf. Er sagt: «Wir müssen uns auf unsere Stärken besinnen. Das Thema war schnell durch und die Partie abgehakt.»

Denkweise eines Spitzenteams

Das war die richtige Taktik, und es ist die Denkweise eines Spitzenteams, das weiterhin die Höhenluft in der Tabelle der Super League einatmen will. Es war auch deswegen richtig, weil die Grasshoppers williger waren. Früher hätte eine solche Beobachtung noch irritiert. Auch weil St. Gallen gegen den Rekordmeister seine Serie auf zehn Spiele ohne Niederlage hätte ausbauen können; und mit einem Vollerfolg dem Spitzenduo Basel und Zürich dicht auf den Fersen geblieben wäre. Hätte, wenn und aber – all das spielt jetzt keine Rolle mehr.

Viel wichtiger sei es, sich auf den Gegner Vaduz zu konzentrieren, sagt Saibene. Dieser ist unbequem zu spielen – wie das St. Gallen aus eigener Erfahrung weiss. Noch im ersten Aufeinandertreffen in der höchsten Spielklasse hatte es am 14. September in Vaduz ein 2:2 gegeben. Damals kamen Diskussionen um das Team auf, ehe die Ostschweizer auf dem Platz in neun Pflichtspielen die Antwort gaben. Daran will St. Gallen nun anknüpfen. Saibene sagt: «Die Niederlage musste irgendwann kommen. Nun wollen wir gegen Vaduz die Serie von vier Heimsiegen ausbauen. Aber wir müssen aufpassen, sie machen ihre Sache bis jetzt sehr gut.»

Der gute Eindruck

Fakt ist, dass der FC St. Gallen in den verbleibenden drei Spielen vor der Winterpause etwas zu verlieren hat: den guten Eindruck einer starken Vorrunde. Einer Vorrunde, die – die Viertelfinalqualifikation im Schweizer Cup mit eingerechnet – über den Erwartungen ausfiel. Das weiss der Luxemburger: «Wir sind bisher sehr zufrieden. Mit dem Blick auf die Tabelle muss es unser Ziel sein, unbedingt Dritter zu bleiben.» Dieses Unterfangen sollte, bei allem Respekt gegenüber der Gegnerschaft, gelingen. Vor der Winterpause treten die St. Galler noch bei den Young Boys an, ehe sie zum Ende der Vorrunde Sion empfangen.

Gegen Vaduz sind alle Spieler ausser Philippe Montandon einsatzbereit. Dieser Umstand fordert den Coach; er muss heute noch drei bis vier Akteure aus dem Kader streichen. «Everton wird im defensiven Mittelfeld spielen», sagte Saibene. Daneben gibt es unter anderen Fixstarter wie Goalie Daniel Lopar, Captain Stéphane Besle und Daniele Russo. Russos Entwicklung sei «super», sagte Saibene. Der Verein wolle mit ihm den im Sommer auslaufenden Vertrag verlängern. Gleiches gelte für Besle, der eine einseitige Option ziehen kann und dies «hoffentlich» auch tut. Partout nicht verraten wollte Saibene, welcher Aussenverteidiger beginnt: Mario Mutsch oder Pascal Thrier, Ermir Lenjani oder Mickaël Facchinetti. Fast zwingend ist die sich anbahnende Rochade im linken Mittelfeld zwischen dem formstarken Joker Roberto Rodriguez und dem zuletzt weniger überzeugenden Geoffrey Tréand.

Vier Internationale weg

Dzengis Cavusevic mit Slowenien, Mutsch mit Luxemburg, Muhamed Demiri mit Mazedonien und Lenjai mit Albanien: Die Abwesenheit von vier Nationalspielern während der Länderspielpause war für Saibene nicht ideal. Aber sie spricht für das gute Kader: «Länderspiele sind Länderspiele, wir sind wir», sagte der Trainer. Er weiss, was zählt.