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Da wird dem St.Galler Fan trotz bissiger Kälte warm ums Herz: Der FCSG bodigt den FC Zürich +++ 3 verletzte Polizisten nach FCZ-Randalen

Nach zwei Niederlagen in Folge bezwingt der FC St.Gallen den FC Zürich vor heimischem Publikum mit 3:2. Dank Kampfgeist, Einsatz und einem Majeed Ashimeru in Topform holen sich die Ostschweizer drei wichtige Punkte.
Stephanie Martina
Die St.Galler bejubeln das 3:1 durch Tranquillo Barnetta. (Bild: Keystone)

Die St.Galler bejubeln das 3:1 durch Tranquillo Barnetta. (Bild: Keystone)

Die Tore

  • 1:0, 41. Minute, Vincent Sierro: Das Zuspiel von Majeed Ashimeru hätte nicht präziser sein können. Sierro braucht aus 25 Metern nur noch abzuziehen und das Leder landet in der oberen linken Ecke. Ein Traumtor!
  • 2:0, 51. Minute, Majeed Ashimeru: Der in der Pause eingewechselte Tranquillo Barnetta spielt den Ball vors Tor, Dereck Kutesa verpasst, doch Ashimeru steht goldrichtig und versenkt den Abpraller im Zürcher Tor.
  • 2:1, 69. Minute, Benjamin Kololli: Die St.Galler Abwehr scheint den Zürcher Stürmer vergessen zu haben und so hat dieser freie Bahn zum Abschluss.
  • 3:1, 86. Minute, Tranquillo Barnetta: Barnetta köpft den Ball ins Zürcher Netz. Auch an diesem Tor war Majeed Ashimeru mit einer schönen Flanke beteiligt.
  • 3:2, 93. Minute, Stephen Odey. In der Nachspielzeit erzielt Odey noch den Anschlusstreffer für den FCZ.

Die Spiel-Analyse

Müde Beine nach dem Europa-League-Spiel vom vergangenen Donnerstag? Davon war bei den Zürchern keine Spur. Im Gegenteil: Der Leverkusen-Bezwinger machte Druck und legte ein hohes Tempo vor. Doch die St.Galler liessen sich davon nicht beirren. Die Espen spielten von Anfang an mutig und kamen bereits in der 3. Minute zu einer ersten Riesenchance: Ein Schlenzer von Roman Buess ging jedoch nur an die Latte. Der FC Zürich war zwar während der ganzen ersten Halbzeit die spielbestimmende Mannschaft, doch bis zur ersten hochkarätigen Zürcher Chance dauerte es über eine halbe Stunde. Stojanovic rettete mit Bravour. Dann – wie aus dem Nichts – ging der FCSG durch ein Tor von Vincent Sierro in Führung. Sierro versenkte ein schönes Zuspiel von Majeed Ashimeru in die obere linke Ecke. Nach der Pause folgte sogleich der nächste Streich der Espen: Nach einem Durcheinander im Zürcher Strafraum schob Ashimeru den Ball ins Tor. Auch danach kamen beide Teams zu weiteren guten Chancen und so zappelte der Ball schliesslich in der 69. Minute das erste Mal im St.Galler Kasten. Auch der FCSG hatte noch mehrere grosse Chancen, um seine Führung auszubauen. Eine davon nutzte Tranquillo Barnetta per Kopf zum 3:1. In der Nachspielzeit gelang dem FC Zürich noch der Anschlusstreffer, mehr liess der FC St.Gallen jedoch nicht mehr zu.

(Bild: Urs Bucher)
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FCSG bodigt Leverkusen-Bezwinger Zürich

Der Beste

Majeed Ashimeru war der Mann des Abends: Beim 1:0 war es sein Zuspiel, das Vincent Sierro nur noch ins Tor zu hämmern brauchte. Beim zweiten St.Galler Treffer stand der Ghanaer genau richtig, um den Ball hinter die Linie zu schieben. Und auch beim dritten Treffer hatte Ashimeru seine Füsse im Spiel. Seine Flanke erreichte Tranquillo Barnettas Kopf, der zum 3:1 traf.

Dejan Stojanovic: Note 5. Lange sehr sicher und ruhig sowie mit starken Reflexen. Unglücklich beim ersten Gegentor.
Axel Bakayoko: Note 4. Bringt einigen Zug nach vorne, im Stellungsspiel aber weiterhin mit Schwächen.
Silvan Hefti: Note 4,5. Zu Beginn mit der einen oder anderen Unsicherheit. Der Captain steigert sich aber.
Leonel Mosevich: Note 4,5. Der Start verläuft wenig verheissungsvoll. Doch der Argentinier interveniert vor allem in der Schlussphase oft erfolgreich.
Slimen Kchouk: Note 5. Defensiv gelingt dem Tunesier ein starkes Début. Muss in der 81. Minute verletzt vom Platz.
Vincent Sierro: Note 5. Der Walliser verzückt mit einem wunderbaren Tor aus 20 Metern. Ein Kunstwerk.
Jordi Quintillà: Note 4,5. Dem Spanier unterlaufen im Aufbau zu Beginn zu viele Fehler. Hilft aber immer, diese auszubügeln.
Majeed Ashimeru: Note 5,5. Ein Tor, zwei Assists: Der junge Ghanaer hat nach zuletzt schwächeren Leistungen wieder entscheidenden Einfluss.
Alessandro Kräuchi: Note 4,5. Trotz eines mutigen, teilweisen frechen Auftritts wird der 20-Jährige zur Pause ausgewechselt.
Roman Buess: Note 4. Der Basler trifft in der dritten Minute die Latte. Danach reibt er sich an der Zürcher Abwehr auf.
Dereck Kutesa: Note 4. Der Romand fällt mit einigen Vorstössen auf, die aber allzu oft im Nichts verpuffen.
Tranquillo Barnetta: Note 5,5. Dem Routinier glückt nach seiner Einwechslung eine starke Leistung: leitet das 2:0 und sein eigenes Tor ein.
Nassim Ben Khalifa: Note 4. Kommt in der 68. Minute für Kutesa, kann nur wenig bewirken.
Andreas Wittwer: keine Note. Der Berner wird in der 81. Minute für Kchouk eingewechselt. Zu kurz für eine Benotung.
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Ashimeru der Mann des Abends, Slimen Kchock der Pechvogel: Die Noten der FCSG-Spieler gegen Basel

Der Pechvogel

Slimen Kchock musste in der 81. Minute verletzt ausgewechselt werden. Kchock zeigte eine gute Partie und war in der Defensive eine wichtige Stütze. Seinen Platz in der Abwehr übernahm Andreas Wittwer.

Der Aufreger

Kurz nachdem der FCSG 1:0 in Führung gegangen war, ermahnte der Stadionsprecher die Zürcher Fans. In ihrem Unmut haben die FCZ-Anhänger offenbar Gegenstände aufs Spielfeld geworfen.

Die Fans

Obwohl es in St.Gallen beissend kalt ist, pilgerten 12'120 Fussballfans in den Kybunpark. Während viele ihre FCSG-Mütze und die dicke Winterjacke aus dem Keller geholt haben, trotzt einer Kälte und Regen: FCSG-Trainer Peter Zeidler. Er trug lediglich einen dünnen, dunkelgrünen Pulli. Dennoch dürfte es ihm warm geworden sein – Zeidler war wie immer mit ganzen Körpereinsatz dabei und pushte seine Mannschaft nach vorne.

Hitziger Trainer: Bei 3 Grad Celsius trug Peter Zeidler nur einen dünnen Pulli. (Bild: Keystone)

Hitziger Trainer: Bei 3 Grad Celsius trug Peter Zeidler nur einen dünnen Pulli. (Bild: Keystone)

Die Reaktionen

FCSG-Trainer Peter Zeidler nach dem Sieg gegen den FCZ: «Der FC Zürich ist ein richtig guter Gegner, ich war von seinem Auftritt am Donnerstag begeistert. Es macht mich stolz, dass wir diesen Club geschlagen haben. So schlecht kann unser Auftritt also nicht gewesen sein. Aber inhaltlich erwarte ich mehr. Wir werden genau analysieren, was schiefgelaufen ist. Aber fürs Erste sind wir froh, dass wir die dritte Niederlage in Folge verhindern konnten.»

FCZ-Trainer Ludovic Magnin: «Von unserer Seite wäre mehr dringelegen. Aber mit der Art und Weise wie wir gespielt haben, bin ich zufrieden. Ich gratuliere dem FC St.Gallen.»

Vincent Sierro sagte nach dem Schlusspfiff: «Wir haben aus unseren Fehlern der letzten Spiele gelernt. So wie heute müssen wir weiterspielen.»

Nach dem Match: Zürcher Fans bewerfen Polizisten mit Schottersteinen

Nach dem Spiel kam es am Bahnhof Winkeln zu Auseinandersetzungen. Anhänger des FCZ, welche den Extrazug Richtung Zürich hätten besteigen sollen, bewarfen die Polizei massiv mit Schottersteinen, Handlichtfackeln und Knallkörpern. Die Polizei setzte Gummischrot und Reizgas ein, um die Lage unter Kontrolle zu halten. Laut einer Mitteilung der Stadtpolizei St.Gallen verletzten sich bei den Auseinandersetzungen drei Polizisten. Der Extrazug war nach den Ausschreitungen nicht mehr fahrtüchtig. Es musste ein Ersatzzug organisiert werden. Diesen bestiegen die rund 1‘000 FCZ-Anhänger kurz nach 20 Uhr und traten die Heimreise nach Zürich an. Das Ausmass des Sachschadens ist noch nicht bekannt. Wegen der Randale ist der Bahnverkehr zwischen St.Gallen und Wil eingeschränkt.

Sachschaden am Bahnhof Winkeln (Bild: Stapo SG)

Sachschaden am Bahnhof Winkeln (Bild: Stapo SG)

Schottersteine beim Bahnhof Winkeln (Bild: Stapo SG)

Schottersteine beim Bahnhof Winkeln (Bild: Stapo SG)

Das Spiel im Liveticker nachlesen:

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