Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Christian Constantin vor dem Spiel gegen den FCSG: «Es ist immer ein Vergnügen, Peter Zeidler zu begegnen»

Für den Präsidenten der Walliser hat der Ligaerhalt absolute Priorität. Gleichzeitig betrachtet der 62-Jährige den Rest der Saison als Vorbereitung auf die Zeit ab Sommer. Am Samstag empfängt der FC Sion den FC St. Gallen. Constantin sagt, er freue sich auf das Wiedersehen mit Peter Zeidler.
Pascal Berger
Christian Constantin (links) mit seinem Sohn Barthelemy, Sportchef des FC Sion. (Bild: Salvatore Di Nolfi/KEY)

Christian Constantin (links) mit seinem Sohn Barthelemy, Sportchef des FC Sion. (Bild: Salvatore Di Nolfi/KEY)

Man kann nicht behaupten, dass sich die sportliche Belegschaft des FC Sion im neuen Jahr von ihrer überaus spektakulären Seite präsentiert hat. Drei Auftritte hat das Team hinter sich, dabei vier Punkte geholt, und diese Ausbeute passt zur Klassierung in der Super League nach 21 Runden: Die Walliser belegen Rang sechs und scheinen im Mittelfeld der Super League festzustecken. Aber sie haben ja immer noch einen Chef, der für Betrieb und Schlagzeilen sorgt, für das Spektakel eben: Christian Constantin, 62, Präsident, Clubbesitzer, Entertainer.

Constantin diskutiert mit Depardieu

Bevor die zweite Saisonhälfte begann, fand in Martigny die 15. Gala statt. 7500 Gäste kamen, um sieben Tonnen Sauerkraut zu verzehren, aber eben auch, um Constantin zu sehen: Wie er zusammen mit dem französischen Schauspieler Gérard Depardieu auf der Bühne diskutierte, wie er Edith Piafs «Je ne regrette rien» sang. Und am Ende des Abends hatte er nicht nur bestens unterhalten, sondern auch einen stolzen Betrag generiert. Die Einnahmen beliefen sich auf rund 1,5 Millionen Franken.

Christian Constantin diskutiert an der 15. Gala mit dem französischen Schauspieler Gérard Depardieu. (Bild: Salvatore Di Nolfi/KEY)

Christian Constantin diskutiert an der 15. Gala mit dem französischen Schauspieler Gérard Depardieu. (Bild: Salvatore Di Nolfi/KEY)

Die Aktion von Zürich

Ein paar Tage zuvor hatte Constantin auch schon Aufmerksamkeit erregt. Er war mit seinem Privatjet nach Zürich geflogen, um in einem Restaurant zu verkünden, dass er den Vertrag mit Trainer Murat Yakin um zwei Jahre verlängert. Eine solche Neuigkeit in der Deutschschweiz zu verkünden - das setzt schon ziemlich viel Kreativität voraus. Constantin kümmerte das nicht, es hätte ihn schon gar nicht beschäftigt, wenn sich der «Nouvelliste» über seine Aktion beschwert hätte. Seinen Boykott gegen die Lokalzeitung hält er seit vergangenem Sommer unverändert aufrecht, den Journalisten ist die Akkreditierung entzogen worden.

So ist er, Constantin, immer wieder gut für eine Überraschung. Aber wenn es ums Sportliche geht, sind derzeit von ihm keine besonders angriffen Töne zu vernehmen. Er verzichtet darauf, zu ambitionierte Ziele zu formulieren, er sagt:

«St. Gallen besiegen, das muss unsere Ambition sein. Wenn wir das schaffen und nächste Woche im Cup-Viertelfinal auch den FC Basel bezwingen, schaffen wir uns eine neue Ausgangslage.»

Aber eigentlich ist ihm allein der Ausblick auf diese Parte gegen den FC Basel gewagt, weil er nur an Samstag denkt: «Uns geht es wie vielen anderen Clubs auch: Priorität hat der Ligaerhalt.»

Wie? Ligaerhalt? Wieso plötzlich so bescheiden? «Weil es die Realität ist», sagt er, «wenn wir zweimal verlieren, droht der Sturz Richtung Tabellenende; wenn wir zweimal gewinnen, können wir uns nach oben orientieren. Ungefährdet in jeder Hinsicht sind einzig die Young Boys.»

«Ich sehe bereits erste Fortschritte»

Die laufende Saison betrachtet er als Vorbereitung auf eine bessere Zukunft, auf die Zeit ab Sommer. «Ich sehe bereits erste Fortschritte unter Yakin», sagt Constantin, «aber es wird noch besser, je länger der Trainer mit der Mannschaft arbeiten kann und je besser er das Umfeld kennt.» Zweifel an der Qualität hat er keine. Er sieht manches Talent im Kader, und wenn er wieder einmal einen Spieler für gutes Geld ins Ausland verkaufen kann, stünden die nächsten Jungen bereit: «Da muss sich niemand Sorgen machen.» Yakin soll der Architekt sein und es auch schaffen, sich dank Erfolgen länger im Amt zu halten als viele seiner Vorgänger. Als zum Beispiel Peter Zeidler, der im August 2016 kam und im April 2017 bereits wieder gehen musste.

Der Stand: 2:1 für Sion

Constantin ruft die Statistik gegen St. Gallen dieser Saison ab und meldet: «Wir führen 2:1 in den Direktbegegnungen.» Sion setzte sich Ende Juli im Kybunpark 4:2 durch, bei der Rückkehr in die Ostschweiz Anfang November gab es im Cup-Achtelfinal ein 2:1 in der Verlängerung. Die Niederlage gab es drei Tage später im Tourbillon, als André Neitzke mit einem Eigentor das 0:1 besiegelte. Constantin meldet aus dem Wallis, er freue sich auf ein Wiedersehen mit Zeidler, «es ist immer ein Vergnügen, ihm zu begegnen» – bevor er mit einem Schmunzeln den Satz nachschiebt: «Aber es wäre kein Vergnügen, ihm die drei Punkte mitzugeben.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.