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Choreo-Verbot im Espenblock nach Pyro-Exzess: St.Galler Stadtpolizei-Kommandant: «FCSG muss sich an die Verfügung halten» +++ Erste Verdächtige identifiziert

Nach dem massiven Einsatz pyrotechnischer Materialien vom vergangenen Samstag hat die Stadtpolizei St.Gallen dem FC St.Gallen neue Sicherheitsmassnahmen auferlegt. Ziel der Auflagen sei die Aufrechterhaltung der Sicherheit im und um das Stadion. Der Dachverband 1879 nimmt die Massnahmen zur Kenntnis.
Tim Naef
Am vergangenen Samstag, beim Heimspiel des FCSG gegen Servette, kam es zu massivem Abbrennen pyrotechnischer Materialien. (Bild: Urs Bucher)

Am vergangenen Samstag, beim Heimspiel des FCSG gegen Servette, kam es zu massivem Abbrennen pyrotechnischer Materialien. (Bild: Urs Bucher)

«Anlässlich des Fussballspiels des FC St.Gallen gegen Servette vom Samstag, 21. September 2019, war durch Vermummte im Heimsektor D massiv pyrotechnische Gegenstände abgebrannt worden», schreibt die Stadtpolizei St.Gallen in einer Medienmitteilung. Die Menge, welche während des Spiels abgebrannt und im Anschluss an das Spiel sichergestellt wurde, stelle eine erhebliche Gefahr für die Menschen im Stadion, speziell im entsprechenden Sektor dar.

Zudem seien im Rahmen des Fussballspiels auch ausserhalb des Stadions pyrotechnische Gegenstände abgefeuert worden. Diese gelangten auf die Zürcher Strasse, die Autobahn und das Dach eines Gebäudes beim Gründenmoos. Einer der brennenden Gegenstände, welcher auf dem Mittelstreifen der Autobahn ausbrannte, sowie ein weiterer brennender Gegenstand der von der Fassade des Stadions abprallte, hätten ebenfalls leicht zu einem schwerwiegenden Ereignis führen können, heisst es in der Mitteilung weiter.

Wo genau diese pyrotechnischen Materialien abgefeuert wurden, will die Stadtpolizei St.Gallen jedoch nicht verraten. «Wir haben Hinweise, können es aber noch nicht mit Sicherheit sagen», sagt Ralph Hurni, Kommandant der Stadtpolizei St.Gallen, auf Anfrage.

Wie «FM1Today» berichtet, hat die Stadtpolizei mittlerweile einzelne Personen bereits identifiziert. Man werde weiterhin alles dran setzen, die Leute, welche involviert gewesen seien, der Justiz zu übergeben.

Um die Sicherheit im und um das Stadion gewährleisten zu können, macht die Stadtpolizei St.Gallen dem FC St.Gallen für die kommenden Heimspiele neue Auflagen. Diese würden zum einen konkrete Sicherheitsmassnahmen im und um das Stadion und zum anderen ein Verbot von Fahnen und Choreo-Material im Sektor D für das nächste Heimspiel vom 28. September 2019 beinhalten.

Konkrete Massnahmen

Verstärktes Sicherheitsdispositiv an Heimspielen des FC St.Gallen 1879 im Kybunpark.

Doppelhalter-, Fahnen- und Choreo-Verbot im Sektor D für das nächste Meisterschaftsspiel gegen den FC Thun am Samstag, 28. September 2019.

Kooperativer FC St.Gallen

«Das Verbot gilt vorerst für ein Heimspiel und wird damit begründet, dass Personen, die sich im Rahmen von Pyro-Aktionen vermummen, mit Fahnen oder Choreo-Material gedeckt wurden», so die Stadtpolizei.

Ralph Hurni, Kommandant Stadtpolizei St.Gallen. (Bild: Daniel Dorrer)

Ralph Hurni, Kommandant Stadtpolizei St.Gallen. (Bild: Daniel Dorrer)

Und wie hat der FCSG auf die Massnahmen reagiert? «Wir haben als Behörde grundsätzlich die Möglichkeit eine Verfügung zu erlassen, an welche sich der Club halten muss», sagt Hurni. Dieser habe anschliessend die normalen rechtlichen Rekursmöglichkeiten, um die Verfügung anzufechten. «Es waren aber unproblematische Gespräche; sprich der FC St.Gallen hat die Verfügung akzeptiert.»

Dachverband nimmt die Massnahmen zur Kenntnis

Sie behält sich ebenfalls vor, dieses Verbot bei erneutem Fehlverhalten auf weitere Heimspiele auszudehnen sowie weitere Massnahmen einzuleiten. Unabhängig davon unterstütze die Stadtpolizei St.Gallen die Haltung der Konferenz kantonaler Polizeikommandanten der Schweiz (KKPKS), welche unter anderem wirksame Eingangskontrollen der Veranstalter mit Abtasten verdächtiger Personen, den Ticketverkauf und Einlass ins Stadion nur gegen Identifikation sowie die Abschaffung von Stehplätzen zugunsten von Sitzplätzen fordert.

Der Dachverband 1879 (DV) des FCSG hat die Massnahmen zur Kenntnis genommen. «Ob und wie wir mit einer Stellungnahme an die Öffentlichkeit gehen, entscheiden wir in den nächsten Tagen», lässt der DV auf Anfrage verlauten.

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Abklärungen zu den Vorfällen vom 21. September

Die Stadtpolizei St.Gallen ist aktuell dabei, Video- und Beweismaterial in Bezug auf die Vorfälle vom 21. September 2019 auszuwerten. Dabei stehen sowohl Personen, welche im Sektor D und im Umfeld des Stadions massiv pyrotechnische Gegenstände abgebrannt hatten, wie auch Gehilfinnen und Gehilfen, welche die Vermummten im Stadion unterstützten oder diese deckten, im Fokus.

Die Stellungnahme des FC St.Gallen

Aufgrund der Vorfälle während des Heimspiels gegen Servette am vergangenen Samstag wird der FC St.Gallen Strafanzeige gegen unbekannt einreichen. Das schreiben die Ostschweizer in einer Medienmitteilung.

Der FC St.Gallen hat nach dem Pyroexzess vom vergangenen Samstag im Kybunpark Gespräche geführt mit Behörden und unterschiedlichen Anspruchsgruppen. Das schreibt der Super-League-Klub am Donnerstagmorgen in einem Communiqué. «Wir lassen nicht zu, dass eine einzelne Gruppierung ihre Eigeninteressen über das Wohl aller anderen Stadionbesucher, den Auftritt unserer Mannschaft sowie über die sportlichen und wirtschaftlichen Ziele des FC St.Gallen stellt», so der Verein. Mit dem massiven Einsatz von pyrotechnischen Gegenständen seien Regeln missachtet und Grenzen überschritten worden. «Mit dieser Aktion haben die Urheber dem FC St.Gallen grossen Schaden zugefügt. Wir unternehmen alles, um die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.» Gegen Vorschriften verstossende Personen würden im Stadion und dessen Umgebung nicht toleriert. «Dass der eingeschlagene Weg intensiver Dialoggespräche und klarer Kommunikation von Regeln und Grenzen diesen Vorfall nicht verhindern konnte, bedauern die Verantwortlichen des FC St.Gallen zu tiefst.»

Weiter schreibt der Verein: «Fussballspiele im Kybunpark müssen in einem sportlichen und sicheren Umfeld für alle Fans des FC St.Gallen stattfinden können. Die Sicherheitsverantwortung für alle Besucher hat höchste Priorität und darf zu keiner Zeit vernachlässigt werden.» Die von der überwiegenden Mehrheit der Fans gelebte Fankultur und die leidenschaftliche Unterstützung der Mannschaft seien schweizweit einzigartig und dürften nicht durch einzelne Gruppen geschädigt werden. «Der FC St.Gallen trägt die Verantwortung für die Sicherheit und das Wohl aller Menschen im Stadion.» Der FC St.Gallen werde die von den Behörden vorgegebenen Auflagen umsetzen.

Aufgrund der Vorfälle vom Samstag wird der FC St.Gallen Strafanzeige gegen unbekannt einreichen. Zudem werden für die an den Vorfällen beteiligten Personen im Falle der erfolgreichen Identifikation Stadionverbote erlassen. «Mit dieser Stellungnahme und den erwähnten Massnahmen soll ein klares Zeichen im Interesse der Entwicklung des FC St.Gallen und seiner treuen Anhängerschaft gesetzt werden. Gleichzeitig soll der Weg des Dialoges fortgesetzt werden, immer unter der Voraussetzung, dass es allen Beteiligten nur um das Wohl unseres FC St.Gallen geht.»

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