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Interview

«Barnetta top, Defensive flop»: Das sagt Gegentribüne-Kolumnist Fredi Kurth zur Vorrunde des FC St.Gallen

Nach dem verpatzten letzten Vorrundenspiel des FC St.Gallen in Luzern zieht unser Kolumnist von der Gegentribüne Bilanz. Mit Platz 6 ist er aufgrund der Vorzeichen zufrieden – für die Rückrunde fordert er aber einen guten Stürmer. Und er sagt: «Ein Abstieg ist nie auszuschliessen.»
Daniel Walt

Ein Zittersieg gegen Xamax und eine Niederlage in Luzern nach einer desolaten ersten Halbzeit beenden die Vorrunde des FC St.Gallen. Fredi Kurth, wie sieht deine Bilanz aus?

Die Vorrunde hatte auch einige positive Aspekte, aber nach einem guten Start in die Saison ging es jetzt zum Schluss eher abwärts. Doch man muss die Situation auch aus einer nichtsportlichen Perspektive betrachten, wenn wir daran denken, wo der Verein vor einem Jahr stand.

Wenn wir rein sportlich Bilanz ziehen, so stand der FC St.Gallen vor einem Jahr nach der Vorrunde auf Platz 5 mit 24 Punkten. Jetzt rangiert er auf Platz 6 mit 23 Punkten. Der FC tritt also an Ort.

Stimmt. Allerdings spielt man einen anderen Fussball, offensiver und attraktiver. Hätte man mir nach dem Ende der letzten Saison gesagt, der FC St.Gallen würde ein halbes Jahr später auf Rang 6 stehen, dann wäre ich sehr erfreut gewesen.

Man darf nicht vergessen: Im Sommer verliessen einige wichtige Spieler den FC St.Gallen. Sigurjonsson, Aleksic, Van der Werff – alle gingen sie, ich hatte schon beinahe Erbarmen mit Zeidler. Alain Sutter tätigte dann aber einige gute Transfers. So betrachtet, ist das, was die Mannschaft jetzt erreicht hat, mehr, als ich erwartet habe.

Präsident Matthias Hüppi spricht immer von der grün-weissen Bewegung. Doch im Stadion scheint diese noch nicht angekommen, der Kybunpark ist bei weitem nicht voll bei den Heimspielen.

Ich war vor ein paar Wochen an der Generalversammlung, da herrschte eine wunderbare Stimmung. Insofern ist die grün-weisse Bewegung bereits angekommen. Aber im Stadion sieht das etwas anders aus. Hier überwiegt immer das Sportliche: Wenn die Mannschaft erfolgreich spielt, kommen auch die Leute. Aber dazu fehlt eine gewisse Konstanz über mehrere Spiele. Es war ein ständiges Auf und Ab.

Wo siehst du die Gründe für die mangelnde Konstanz?

In den vielen neuen Spielern und dem neuen System. Peter Zeidler musste zunächst einmal eine Kadersichtung machen. Dann gingen zu Beginn der Saison auch noch Aratore und Kukuruzovic. Da war viel Bewegung im Verein. Aber man muss schon sagen, die vielen Wechsel von Trainer Zeidler waren sicherlich nicht gut für die Mannschaft.

Besonders anfällig ist das Team in der Defensive, wo man pro Spiel im Durchschnitt zwei Gegentore kassiert.

Ja, das ist zu viel. Das System Zeidler mit intensivem Gegenpressing hat in den ersten Spielen gut funktioniert, dann aber immer weniger. Bei Ballverlusten erschrecken die Spieler und wissen nicht mehr, wie sie reagieren sollen. Aber das ist nicht nur der Fehler der Verteidiger, das fängt schon im Mittelfeld an, wo die Gegner oft zu viel Raum haben.

Milan Vilotic wurde als erfahrener Abwehrpatron geholt, wurde dieser Rolle aber nie gerecht.

Gerade wenn man sehr offensiv spielen will, muss man in der Defensive stabil sein und Spieler haben, die nach vorne mitspielen können. So einer wäre Jasper Van der Werff gewesen. Man hat auch gesehen, dass man physisch den Gegnern unterlegen war.

Welche Spieler sind dir in der Vorrunde positiv aufgefallen?

Da kommt mir zuerst Barnetta in den Sinn. Den haben wir alle schon abgeschrieben gehabt, und jetzt hat er doch wieder ganz tolle Leistungen gebracht. Er war nicht nur in der Kabine, sondern auch auf dem Spielfeld ein Leader. Wenn man mit ihm nun den Vertrag verlängern will, kann ich das nur begrüssen. Auch das Mittelfeld mit Quintillà, Ashimeru und Sierro hat mir gut gefallen. Im Sturm ist der Ausfall von Itten besonders bedauernswert.

Wer hat dich negativ überrascht?

Da kommt mir als erstes Nassim Ben Khalifa in den Sinn. Der ist für mich ein Rätsel, hat er doch zu Beginn der Saison mit Itten gut harmoniert. Dann tauchte er aber völlig ab. Grundsätzlich kann man sagen: Wenn es der Mannschaft gut läuft, spielen alle gut – wenn es nicht läuft, dann schafft es niemand, das Team rauszureissen.

Wagen wir einen Ausblick in die Rückrunde. Was traust du dem FC St.Gallen zu?

Da ist alles möglich. Letzte Saison lag der FC Sion im Winter neun Punkte hinter dem FC St.Gallen. Dann gewannen die Sittener drei Spiele in Folge, der FCSG verlor dreimal, und schon waren die Walliser in der Tabelle vorne. Oder ein FC Zürich spielt plötzlich in der Challenge League. Acht Mannschaften in dieser Liga unterliegen einem ständigen Wandel. So kann man auch beim FCSG einen Abstieg nie ausschliessen. Aber ich bin überzeugt davon, dass die sportliche Leitung im Winter die richtigen Massnahmen trifft und das Team verstärkt. Es braucht auf jeden Fall einen guten Stürmer.

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