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«Üses Lied» vor dem Aus? Die FCSG-Hymne steht auf dem Prüfstand

Seit dieser Saison verzichtet der FC St.Gallen darauf, die Vereinshymne «Üses Lied» unmittelbar vor dem Anpfiff abzuspielen. Stattdessen läuft der Song, der einst vom ganzen Stadion hätte gesungen werden sollen, 45 Minuten vor Matchbeginn – vor fast leeren Rängen. Die Zukunft des St.Galler Fansongs ist ungewiss.
Stephanie Martina
Am 23. Juli 2016 wurde «Üses Lied» den Matchbesuchern vorgestellt – auf den Sitzen verteilte Text- und Notenblätter animierten die Fans zum Mitsingen. (Bild: Benjamin Manser)

Am 23. Juli 2016 wurde «Üses Lied» den Matchbesuchern vorgestellt – auf den Sitzen verteilte Text- und Notenblätter animierten die Fans zum Mitsingen. (Bild: Benjamin Manser)

«Bluet Schweiss und Träne flüssed
i dere chline Stadt
Für üs do bisch du s’gröschte
und Erfolg isch Nebedsach»

Wenn diese Zeilen über die Anzeigetafeln des Kybunparks flimmern und die unverkennbare Melodie von «Üses Lied» ertönt, weiss jeder FCSG-Fan: Gleich geht's los. Wenn schon die Leistung auf dem Platz wenig Kontinuität versprach – darauf war in den vergangenen beiden Saisons stets Verlass. Immerhin darauf. Diese Saison ist das anders. Die offizielle Fanhymne des FC St.Gallen wird nicht mehr unmittelbar vor dem Anpfiff gespielt, sondern rund 45 Minuten vor Matchbeginn – vor fast leeren Rängen. Dabei wurde der Song vor zwei Jahren mit der Absicht lanciert, dass er vom ganzen Stadion gemeinsam gesungen wird.

Ist die Hymne, die in Zusammenarbeit von Club und Fans entstand, bereits wieder ein Auslaufmodell? FCSG-Mediensprecher Daniel Last dementiert: «Dass der Song nicht mehr direkt vor dem Einlaufen der Mannschaften gespielt wird, hat schlicht damit zu tun, dass wir unser Match-Vorprogramm etwas umgestellt haben, um neue Reizpunkte zu setzen. Da sollte nicht zu viel reininterpretiert werden.» Die Vereinsführung habe nicht vor, den Song aus dem Stadion zu verbannen. Last betont:

«Wenn wir nicht hinter dem Lied stehen würden, hätten wir es gestrichen.»

Dennoch sagt Last, dass es derzeit verschiedene Überlegungen gebe, wie es mit dem Song weitergehen soll. «Es kann sein, dass wir den bestehenden Song modifizieren, leicht aufpeppen oder etwas schneller machen. Es gibt aber auch die Überlegung, etwas komplett Neues zu kreieren.» Noch sei jedoch nichts entschieden, nichts spruchreif. Ob der Fansong in der heutigen Form nochmals einen prominenten Platz im Match-Vorprogramm erhält, ist demnach ungewiss.

Fans haben mitentschieden

Der Entscheid, die Hymne an anderer Stelle im Vorprogramm zu platzieren, sei in Absprache mit den Fans gefallen, sagt Last. Nun wolle man sehen, wie die Änderungen beim Publikum ankommen. Während «Üses Lied» und das Manifest nach hinten rückten, werden die beiden Mannschaftsaufstellungen neu kurz vor dem Anstoss präsentiert.

«Üses Lied» spaltet Fangemeinde

Seit «Üses Lied» im Juli 2016 erstmals durchs Stadion schallte, musste es viel Kritik einstecken. Als Schlaflied und Losersong wurde die Hymne von Fans im Internet bezeichnet, als provinziell und kindisch, als Lied zum Fremdschämen. Andere Fans zeigten sich im Forum restlos begeistert: Als Hammer-Hymne wurde der Song betitelt, Gänsehautfeeling wurde ihm zugeschrieben und Potenzial für die Ewigkeit.

Verstummt eine weitere Hymne?

«Üses Lied» wäre nicht der erste Fansong, der sich in St.Gallen nicht durchzusetzen vermag. In der Vergangenheit sind schon manche Hymnen wieder verstummt. In manchem Fanohr klingt bestimmt noch der Song «Sanggallä isch meh» der St.Galler Band Red Cube oder die Meisterhymne «Champion 2000», ebenfalls aus der Feder von Red Cube.

Andere Fanlieder haben es gar nicht erst ins Stadion geschafft. 1994 beauftragte eine Donatorenvereinigung des FC St.Gallen die beiden Musiker Marcel Walker und Roman Riklin von der ehemaligen Ostschweizer Mundart-Band Mumpitz, einen Fansong zu schreiben. Der «FCSG-Song» stiess auf Anklang, und so wurde er im Studio aufgenommen. Allerdings konnte sich der FC St.Gallen nicht dazu durchringen, das Lied zur offiziellen Hymne zu machen. Erst 22 Jahre später tauchte der lange verschollene Fansong wieder auf.

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