Was für eine bittere Niederlage: Der FC St.Gallen verliert nach einem umstrittenen Penalty 0:1 gegen AEK Athen

Der europäische Traum ist für den FC St.Gallen ausgeträumt: Nach einem in der ersten Halbzeit überzeugenden Auftritt unterliegen die Ostschweizer AEK Athen 0:1. Die Espen vergessen zunächst das Toreschiessen und lassen den Gegner dann immer mehr aufkommen.

Daniel Walt
Drucken
Teilen
Die entscheidende Szene: Nelson Oliveira bezwingt Lawrence Ati Zigi zum 1:0 für AEK Athen.

Die entscheidende Szene: Nelson Oliveira bezwingt Lawrence Ati Zigi zum 1:0 für AEK Athen.

Bild: Keystone

Das lang ersehnte europäische Abenteuer des FC St.Gallen ist zum frühestmöglichen Zeitpunkt beendet. Das Team von Cheftrainer Peter Zeidler verliert das Qualifikationsspiel der dritten Runde gegen AEK Athen mit 0:1 (0:0).

In der ersten Halbzeit zeigten die St.Galler eine Leistung, die stark an zahlreiche Auftritte in der vergangenen, so erfolgreichen Spielzeit erinnerte. Die Ostschweizer drückten den favorisierten Gast aus Griechenland über weite Strecken in die eigene Platzhälfte. Mit klugen Kombinationen und schönen Spielverlagerungen kamen sie immer wieder gefährlich vor das Tor der Griechen. Die grösste Chance zum 1:0 vergab der wirblige Kwadwo Duah, als er alleine vor dem griechischen Torhüter Panagiotis Tsintotas auftauchte, aber viel zu wenig platziert abschloss. Die Gäste ihrerseits konnten sich in den ersten 45 Minuten nur während kurzer Phasen aus der Umklammerung der St.Galler lösen, waren in diesen wenigen Momenten aber durchaus auch gefährlich.

Die Spielernoten zum 0:1 des FC St.Gallen gegen AEK Athen:

Lawrence Ati Zigi: Note 4,5. In der ersten Halbzeit nur einmal wirklich geprüft. Pariert den Foulelfmeter sensationell, beim Nachschuss reagieren seine Mitspieler aber zu spät.
14 Bilder
Alessandro Kräuchi: Note 4,5. Traut sich zu Beginn viel zu. Schaltet sich immer wieder mit Läufen in die Offensive ein. In der zweiten Halbzeit unauffälliger.
Leonidas Stergiou: Note 5. Sehr abgeklärt gegen seine «zweite Heimat», das Stellungsspiel ist bis auf eine Ausnahme top. Versucht beim Konter zum Foulpenalty zu retten, was zu retten ist. Und bringt den Gegenspieler unglücklich zu Fall.
Miro Muheim: Note 4. Nicht immer so sattelfest. Erhält in der zweiten Halbzeit mehr Räume, um sich in den Angriff einzuschalten.
Betim Fazliji: Note 4,5. Umsichtig, steht seinem Partner in der Innenverteidigung in fast nichts nach. Beim Konter zum Gegentor steht auch er nicht gut.
Basil Stillhart: Note 4. Beginnt gut hinter den Spitzen, taucht dann aber ab. Spielt wohl lieber eine Spur defensiver.
Jordi Quintillà: Note 4,5. Agiert etwas weiter hinten als gewohnt, holt Bälle, bringt Ruhe. Und verliert den Ball zum 0:1.
Victor Ruiz: Note 3,5. Ruiz versucht das Spiel oft schnell zu machen, dennoch bleibt er meist unsichtbar. Er ist noch nicht in Form.
Lukas Görtler: Note 4. Physisch präsent, spielerisch nicht so auffällig. Steigt bisweilen hart ein, wird verwarnt und sieht nach Spielschluss die rote Karte.
Jérémy Guillemenot: Note 4,5. Läuft viel, hat in der ersten Halbzeit zwei Chancen. Nach der Pause hat er dann fast keine Aktionen mehr.
Kwadwo Duah: Note 4,5. Vergibt in der 37. Minute die Grosschance zur Führung. Bewegt sich gut in die freien Räume, noch fehlt aber etwas.
André Ribeiro: Note 3,5. Kommt für Stillhart, kann auch nichts mehr bewegen.
Thody Élie Youan: Note 4. Kommt für Ruiz, hat noch eine Möglichkeit auf dem Fuss.
Florian Kamberi: Note 3,5. Kommt in der 62. Minute für Duah. Ihm fehlt die Bindung.

Lawrence Ati Zigi: Note 4,5. In der ersten Halbzeit nur einmal wirklich geprüft. Pariert den Foulelfmeter sensationell, beim Nachschuss reagieren seine Mitspieler aber zu spät.

Eine Leistung, die Hoffnungen nährt

Nach Wiederanpfiff fanden die St.Galler den Faden dann nicht mehr so richtig. Die Athener kamen mehr und mehr auf – und nach 70 Minuten zu einem höchst umstrittenen Elfmeter, der nach einer Intervention von Leonidas Stergiou im Verbund mit Goalie Zigi verhängt wurde. Derselbe Zigi parierte den Penalty von Nelson Oliveira zunächst. Seine Teamkollegen konnten Oliveira aber nicht am zweiten Versuch hindern, der das 1:0 für die Gäste bedeutete.

St.Gallens Torhüter Lawrence Ati Zigi.
14 Bilder
St.Gallens Ersatzspieler auf der Tribüne.
St.Gallens Lukas Görtler und Emanuel Insua im Sprint um den Ball.
André Ribeiro nimmt den Ball mit der Brust an.
Kwadwo Duah hätte die Partie in Halbzeit eins in andere Bahnen lenken können – er traf das Tor aber nicht.
Enttäuschung pur bei Lukas Görtler.
Nelson Oliveira dreht nach dem 1:0 jubelnd ab.
St.Gallens Betim Fazliji in Aktion.
Die Zweikämpfe zwischen den Ostschweizern und den Griechen waren hart. Hier St.Gallens Victor Ruiz gegen AEK's Stavros Vasilantonopoulos.
FCSG-Coach Peter Zeidler liess sich vom strömenden Regen nicht beirren und feuerte sein Team von der Seitenlinie an.
Auf und davon: Athens Mittelfeldspieler Karim Ansarifard zieht an St.Gallens Victor Ruiz vorbei.
FCSG-Keeper Lawrence Ati Zigi musste diverse Schüsse parieren.
St.Gallens Miro Muheim zeigt vollen Einsatz gegen AEK's Markos Livaja.
Vor dem Spiel war das Wetter in St.Gallen noch gut. Danach schüttete es wie aus Kübeln.

St.Gallens Torhüter Lawrence Ati Zigi.

Peter Schneider / KEYSTONE

Die St.Galler versuchten den Druck in der Schlussviertelstunde zwar nochmals zu erhöhen. So richtig gefährlich wurde es vor dem griechischen Tor allerdings nur noch selten. Die Ostschweizer mussten somit als Verlierer vom Platz. Der Auftritt der Espen in den ersten 45 Minuten deutet aber darauf hin, dass dieses Team seinen Fans auch in der neuen Saison wieder viel Freude machen könnte, fehlten doch nur Tore, um die Leistung im ersten Umgang zu krönen.

Der Liveticker zum Nachlesen:

Mehr zum Thema

Unbekannte zünden Feuerwerk vor Hotel Einstein in St.Gallen: War es eine Störaktion von FCSG-Fans gegen Europa-League-Gegner AEK Athen?

In der Nacht wurde vor dem Hotel Einstein in der St.Galler Innenstadt eine Feuerwerksbatterie gezündet. Pikant: Gemäss der Stadtpolizei St.Gallen ist die Mannschaft von AEK Athen im Hotel einquartiert – der heutige Europa-League-Gegner des FC St.Gallen. Die Frage liegt nahe: Handelt es sich beim Feuerwerk um eine Störaktion von FCSG-Fans?
David Grob