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Der FCSG bleibt Luzerns Aufbaugegner

Dem FC St. Gallen gelingt es einmal mehr, einem Tabellenletzten auf die Sprünge zu helfen. Gegen Luzern führt eine desolate Phase nach der Pause zum 0:1. Danach rennen die Ostschweizer ideenlos an.
Ralf Streule
St. Gallens Nassim Ben Khalifa (rechts) gegen Luzerns Christian Schwegler. (Bild: Gian Ehrenzeller/KEY)

St. Gallens Nassim Ben Khalifa (rechts) gegen Luzerns Christian Schwegler. (Bild: Gian Ehrenzeller/KEY)

Die Viertelstunde vor der Pause stimmte die St. Galler Zuschauer zuversichtlich. So hatte man sich das vorgestellt. Der FC St. Gallen zeigte ein druckvolles, variables Spiel, so wie zuletzt unter Trainer Peter Zeidler öfters. Da waren Tempo, starke Eckballvarianten und ein Pfostenkopfball von Cedric Itten, praktisch mit dem Pausenpfiff. Luzern schien nun also doch der besiegbare Gegner, der Tabellenletzte, bei dem es nur gilt, die Punkte abzuholen. «Endlich!», hörte man Zuschauer sagen. Vor dieser Phase hatte es lange Zeit keine Höhepunkte gegeben, die Teams hatten nur schwer ins Spiel gefunden – oder, um es mit Zeidlers Worten zu sagen: Die St. Galler hatten die Luzerner gut und früh gestört.

Konzentrationsschwächen nach der Pause

Vielleicht fühlten sich die Ostschweizer in der Pause ja zu sicher. Jedenfalls waren die ersten Minuten nach dem Seitenwechsel wohl die schwächsten der St. Galler in dieser Saison. Drei-, viermal wurden sie überrannt, als sie sich nach vorne zu orientieren versuchten. Einmal konnte Goalie Dejan Stojanovic noch klären. Danach bei einer unübersichtlichen Situation im Fünfmeterraum, einem eigentlichen Gestocher nach dem Ball, war er machtlos – da seine Vorderleute zu wenig aktiv mitstocherten.

Das war es dann auch schon mit Luzerner Chancen – abgesehen von einem Vorstoss, der fälschlicherweise wegen Offside unterbunden wurde. René Weilers Team verlegte sich geschickt aufs Verteidigen. Was für St. Gallen zur grossen Prüfung wurde. Einer Prüfung, die sie nicht bestanden. Zu oft blieben sie im Klein-klein-Spiel in der Mitte hängen. Zu wenig Druck kam über die Seiten. Zu oft versuchten sie es am Ende mit hohen Bällen, die von den Luzernern meist ohne Probleme gepflückt wurden. Den St. Gallern gelang es nur kurz, gegen das bisher bescheidene Luzern etwas Feuer im Stadion zu entfachen – über weite Strecken aber wirkte das Ganze zu wenig zwingend. So war die sechste Niederlage gegen Luzern in Folge nicht mehr zu vermeiden. Wie schon im Herbst 2017 hatte man den Zentralschweizern geholfen, das Tabellenende zu verlassen.

Dereck Kutesa: Note 4. Er ist ein Aktivposten im Mittelfeld. Den entscheidenden Pass kann aber auch er nicht spielen.
Nicolas Lüchinger: Note 3.5. Der Rheintaler ist aktiv, seine Vorstösse versanden aber oft. Defensiv nicht immer auf der Höhe.
Jordi Quintilla: Note 4. Zunächst vor, später in der Verteidigung. Spielt mit Übersicht, aber ohne entscheidende Aktion.
Vincent Sierro: Note 4. Er kommt für Vilotic. Er spielt ballsicher, der entscheidende Pass gelingt aber auch ihm nicht.
Yannis Tafer: Note 2.5. Von ihm ist sehr wenig zu sehen – steht am Ursprung vieler Ballverluste des FC St. Gallen.
Milan Vilotic: Note 3. Zunächst stabil, verliert er nach der Pause an Aggressivität. Beim Gegentor zu wenig präsent.
Andreas Wittwer: Note 3.5. Hat defensiv starke Momente, in der Vorwärtsbewegung aber oft fehlerhaft und wenig aktiv.
Dejan Stojanovic: Note 4. Er muss nur nach der Pause zweimal eingreifen. Zunächst klärt er stark, beim 0:1 ist er machtlos.
Majeed Ashimeru: Note 4.5. Was er macht, hat meist Hand und Fuss. Erst am Ende, als St. Gallen anrennt, wird er fehlerhaft.
Tranquillo Barnetta: Note 4. Bringt nach seiner Einwechslung, wie Sierro, etwas Schwung ins Spiel. Zu wenig aber, um den Umschwung herbeizuführen.
Nassim Ben Khalifa: Note 3. Wie Tafer gelingen auch ihm keine entscheidende Aktionen. Wenig Einfluss aufs Spiel.
Roman Buess: Note 3. Während seines 20-minütigen Auftritts reibt sich der Stürmer auf, hat aber keine auffällige Aktion.
Silvan Hefti: Note 4.5. Der Innenverteidiger ist stilsicher. Hat den neuen Luzerner Stürmer Blessing Eleke fast immer im Griff.
Cedric Itten: Note 3.5. Deutet seine Durchschlagskraft einmal mehr an, ist aktiv. Seine zwei Kopfballchancen vergibt er knapp.
14 Bilder

Silvan Hefti überzeugt, Yannis Tafer mit zu vielen Ballverlusten: Die Noten der FCSG-Spieler gegen den FC Luzern

Zeidler spricht von fehlender «Defensivmentalität»

Zeidler versuchte sich in der Niederlage gefasst zu geben. Er konnte seinen Ärger aber nicht verbergen über die Darbietung seines Teams. Ihm stiess weniger das erfolglose Anrennen auf, als viel mehr die Phase nach der Pause. Von schlechter «Defensivmentalität» sprach er. Davon, dass einige Spieler nach der ersten Halbzeit offenbar davon ausgingen, dass von den Luzernern nicht mehr kommen würde.

«Weshalb hatten sie lange Zeit wenige Chancen? Weil wir viel getan haben, weil wir Druck auf die Spieler gemacht hatten. Ich dachte, wir hätten das drauf, vielleicht mussten wir da mal auf die Nase fallen.»

Die Mannschaft zeigte letztlich ein Bild, das sie unter Zeidler bereits mehrfach demonstriert hat. Zwar ist man spielfreudig, zuweilen dominant, aber auch anfällig. Darauf hatte auch das Spiel gegen Thun hingedeutet, als man eine 3:0-Führung im Kybunpark fast noch aus den Händen gegeben hatte. Die andere gestrige Schwäche auf der anderen Seite, das ideenlose Anrennen, hatte sich bereits im Spiel gegen Sarpsborg gezeigt. Zeidler wollte die beiden Spiele nicht verglichen haben. «Damals waren wir noch nicht gleich eingespielt.» Über die Niederlage und die defensiv schwachen Phasen gegen Luzern sei er «bitter enttäuscht». Aber: Man werde Mittel finden, bis zum Spiel gegen Xamax in einer Woche zu reagieren.

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