Auf ein Neues

Der FC St. Gallen gewinnt das letzte Testspiel vor dem Saisonstart gegen den 2.-Bundesligaverein Kaiserslautern vor 6179 Zuschauern zu Hause mit 2:0. Nicht mehr St. Gallens Captain ist Martin Angha.

Patricia Loher
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Fragender Blick: Wird die neue Saison besser? (Bild: Benjamin Manser (Benjamin Manser))

Fragender Blick: Wird die neue Saison besser? (Bild: Benjamin Manser (Benjamin Manser))

Die Menschenschlange vor dem Stadion war lang. Hunderte Kinder und Erwachsene standen nach dem Testspiel gegen Kaiserslautern an, um von den Spielern des FC St. Gallen ein Autogramm zu erhalten oder sich mit ihnen fotografieren zu lassen. Als Martin Angha an einem der Tische Platz nahm, tat er dies als ehemaliger Captain des FC St. Gallen. Der 22jährige Innenverteidiger hat das Amt in der vergangenen Woche nach einem halben Jahr freiwillig abgegeben. Er habe das Gespräch mit dem Trainer gesucht, sagte Angha. «Ich bedankte mich für das Vertrauen, das er mir geschenkt hat, sagte ihm aber auch, dass ich mich künftig ganz auf den Fussball konzentrieren möchte», so der Zürcher nach dem 2:0-Testspielsieg gegen Kaiserslautern. Angha war seit dem vergangenen Winter jüngster Captain der Super League gewesen. Der Schweizer U21-Internationale sah sich gleich gezwungen, die St. Galler durch eine der schwierigsten Rückrunden seit dem Wiederaufstieg zu führen. Erst drei Spieltage vor dem Saisonende erreichten die Ostschweizer den Ligaerhalt.

«Ich bin stolz»

Das Captainamt sei trotz all der Schwierigkeiten keine Bürde gewesen, so Angha, der vor einem Jahr von 1860 München nach St. Gallen gewechselt hat. «Ich bin stolz darauf, wie ich es gemacht habe.» Wer seine Nachfolge antritt, steht noch nicht fest. Trainer Joe Zinnbauer sagte, er werde sich in den Tagen vor dem Saisonstart entscheiden.

Im Testspiel gegen Kaiserslautern, dem bei freiem Eintritt und trotz Schulferien 6179 Zuschauer beiwohnten, trug Neuzugang Toko die Captainbinde. Der 25-Jährige war einer von vier neuen Spielern, die in der letzten Testpartie vor dem Saisonstart am kommenden Samstag gegen die Young Boys der Startformation angehörten. Toko scheint die Bindung zum Team gefunden zu haben. Er war ein Aktivposten, ein guter Zweikämpfer und stets anspielbar. St. Gallen hofft, dass der frühere Spieler der Grasshoppers zu einer Leaderfigur heranreifen wird.

Chabbi und Aratore

Insgesamt aber funktionierte bei den St. Gallern vor der Pause doch noch nicht alles wie gewünscht, das eine oder andere Mal wurden Abstimmungsprobleme offensichtlich. Der Offensive hätte ein bisschen mehr Schwung und Kreativität gut getan. Zinnbauer sagte, es sei spürbar gewesen, dass der Anlass mit Spielerpräsentation und anschliessender Autogrammstunde speziell gewesen sei. «Die Spannung hat gefehlt. Es war lange ein Hin und Her.» Immerhin gestanden die Ostschweizer dem Gegner, der die vergangene Saison in der 2. Bundesliga auf Rang zehn beendet hatte, ebenfalls nur wenig Tormöglichkeiten zu.

Nach der Pause und einigen Spielerwechseln steigerten sich die St. Galler. Nachdem sie zweimal in Folge von groben Schnitzern des Gegners noch nicht profitiert hatten, traf Albert Bunjaku in der 76. Minute gegen seinen früheren Club zum 1:0. Dem Tor war ein satter Antritt von Marco Aratore und eine präzise Hereingabe von Seifedin Chabbi vorausgegangen. Zehn Minuten später fiel nach einem wunderbaren Doppelpass zwischen Chabbi und Aratore das 2:0 durch den Stürmer, der von Austria Lustenau gekommen ist. Angha glaubt, die Mannschaft habe dank der Neuzugänge an Qualität gewonnen. «Aber natürlich wissen wir, wie ein Testspiel einzuordnen ist.»

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Neuzugang Seifedin Chabbi verteilt nach dem Spiel Autogramme. (Bild: Benjamin Manser (Benjamin Manser))

Neuzugang Seifedin Chabbi verteilt nach dem Spiel Autogramme. (Bild: Benjamin Manser (Benjamin Manser))

Steven Lang, Marco Aratore, Seifedin Chabbi und Albert Bunjaku (v. l.). (Bild: Benjamin Manser (Benjamin Manser))

Steven Lang, Marco Aratore, Seifedin Chabbi und Albert Bunjaku (v. l.). (Bild: Benjamin Manser (Benjamin Manser))

St. Gallens neuer Stürmer Roman Buess (Mitte) versucht, sich gegen die Abwehr von Kaiserslautern durchzusetzen. Vorne rechts ein weiterer St. Galler Neuzugang: Mohamed Gouaida. (Bild: Michel Canonica)

St. Gallens neuer Stürmer Roman Buess (Mitte) versucht, sich gegen die Abwehr von Kaiserslautern durchzusetzen. Vorne rechts ein weiterer St. Galler Neuzugang: Mohamed Gouaida. (Bild: Michel Canonica)