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Vor der Partie zwischen dem FCZ und St.Gallen: Angezählt ist nur ein Trainer

Im Letzigrund steht heute Abend für Heimtrainer Ludovic Magnin weit mehr auf dem Spiel als für St.Gallens Coach Peter Zeidler.
Christian Brägger
St.Gallens Peter Zeidler (links) hat noch Bonus – Ludovic Magnin hingegen steht in der Kritik. (Bilder: Freshfocus/Keystone)

St.Gallens Peter Zeidler (links) hat noch Bonus – Ludovic Magnin hingegen steht in der Kritik. (Bilder: Freshfocus/Keystone)

Die Tabelle suggeriert: Die Begegnung Zürich – St.Gallen ist ein verfrühter Abstiegskampf zwischen dem Zehnten und Achten der Super League. Der nähere Augenschein verrät: Nach bereits vier Runden ist es einzig für die Letzigrund-Heimmannschaft ein Schicksalsspiel, weil sie ihrem Selbstanspruch seit vielen Monaten nicht gerecht wird. Und als Wegweiser, wohin es gehen könnte, dient dem FC St.Gallen die Partie.

Mässig war der Start in die neue Saison für beide Teams. Aber die Zürcher holten gegen Lugano, Luzern, Sion und Xamax ihre beiden Punkte, währenddem sich die St.Galler doppelt so viele Zähler gutschreiben liessen und bereits mit den Branchenkrösussen aus Bern und Basel massen.

Ruhe in St.Gallen – auch in Zürich?

Jüngst hat in St.Gallen nur die Personalie Dereck Kutesa ein wenig Unruhe gebracht. Den Spieler habe die Ligue-1-Offerte von Stade Reims schon beschäftigt, da mache man sich als 21-Jähriger halt Gedanken, sagt St.Gallens Trainer Peter Zeidler. Sportchef Alain Sutter sagt aber:

«Das Thema ist für uns durch und erledigt.»

Somit wird der zuletzt angeschlagene Kutesa heute wieder ganz normal im Kader stehen – und auflaufen. Offensichtlich haben den Ostschweizern die Konditionen nicht gepasst, vielleicht die nie offiziell bestätigte Angebotshöhe von 1,5 Millionen Franken, mögliche Beraterhonorare und Weiterbeteiligungen für sich selbst oder den vorherigen Arbeitgeber Basel. Was grundsätzlich die Frage nach den Besitzverhältnissen aufwirft.

Über den FC Zürich hört man, es sei nach aussen alles ruhig. Gegen innen sehe es indes anders aus, spätestens nach dem 2:2 gegen Xamax vom vergangenen Samstag, als in der Schlussminute trotz Überzahl und Überlegenheit der Ausgleich hingenommen werden musste. In der Folge hiess es, Zürich und seinem Trainer Ludovic Magnin liefe die Zeit langsam davon, nun müssten zwingend Punkte folgen, weil sonst vielleicht doch etwas passieren könnte.

Für Zeidler gibt es Lob, bei Magnin ist das anders

Der Status der beiden Trainer könnte jedenfalls unterschiedlicher nicht sein. Hier Zeidler, der intern wie extern viel Wohlwollen spürt. Und Lob erhält für die mutigen Auftritte im 4-3-3 seiner sehr jungen, vielleicht manchmal zu jungen Mannschaft, die sich zuletzt mit den Young Boys auf Augenhöhe bewegte, beim 2:3 schliesslich aber Lehrgeld bezahlte. Zeidler sagt:

«Letztlich geht es um Punkte. Komplimente allein reichen nicht.»

Auch er spürt, dass St.Gallen resultatmässig auf seine Kosten kommen muss, weil der Totomat eben doch zählt.

Für Magnin verhält sich die Chose komplizierter, er übernahm mit viel Vorschusslob die erste Mannschaft vom Nachwuchs kommend vor eineinhalb Jahren. Es gab die drei guten Monate im Herbst 2018, doch insgesamt hechelt der Club seiner Form hinterher, die Leistungen der Zürcher blieben durchzogen bis schlecht, im Jahr 2019 kommt Magnin auf fünf Siege in 22Meisterschaftsspielen. Weshalb der Zürcher Trainer wie Präsident Ancillo Canepa, die in einem engen Vertrauensverhältnis stehen, mehrheitlich im Verteidigungsmodus verweilen mussten. Insider berichten nun, es dürfte bei einer Niederlage gegen St.Gallen für Canepa schwierig werden, den Ziehsohn weiter zu schützen.

Gewiss, Magnin werden Qualitäten attestiert, aber er brachte auf längere Zeit gesehen keine Kontinuität hin, und mehr junge Talente als sein Vorgänger Uli Forte hat er nicht in der ersten Mannschaft untergebracht. Dabei stand genau dies im ­Fokus, weil man sich in Zürich wieder nach jener jungen, hoffnungsvollen Generation sehnte, wie man sie einst mit Ricardo Rodriguez und Josip Drmic hatte. Da hilft es auch nicht, dass die fünf für diese Saison ablösefrei verpflichteten Neuzugänge bis auf Mimoun Mahi bislang nicht genügen und nicht jene Leader sind, die man sich erhoffte. Und natürlich ist da noch Magnins Temperament, das ihm im Weg steht; die angestrebte charakterliche Umerziehung gestaltet sich jedenfalls als schwierig. Der Romand, der schon besser geschlafen hat, sagt:

«Jede Niederlage bringt mich mehr in Gefahr, aber ich mache mir keine Gedanken.»

Vielleicht will Zeidler gerade deswegen nicht zu viel in die Begegnung hineininterpretieren, darin kein Sechspunktespiel sehen. Sondern: «Es ist für uns einfach eine ganz wichtige Partie, auch für die Psyche. Wenn wir ohne Punkte zurückkehren sollten, geht die Welt nicht unter.» Der Zustand des Gegners interessiere ihn nicht, da habe es viele gute Sachen gegeben vor einiger Zeit, weiss Zeidler. «Meister mit Bernard Challandes, der Sieg gegen Leverkusen in der Europa League, der Cupsieg vor einem Jahr.» Es sind solche Dinge, die die Zürcher anstreben, weil sie ein anderes Selbstverständnis haben als die St.Galler, und Zeidler sagt: «Aber wir, wir wollen in Zürich einfach bestätigen, dass wir auf einem guten Weg sind.»

100'000 Franken erhalten beide Clubs vom SFV

In einem Punkt liegen die Widersacher gleichauf. Sie werden bald vom Schweizer Fussballverband (SFV) als «Leistungszentrum SFV/SFL» zertifiziert, weil sie die Anforderungen erfüllen und im Nachwuchs die komplette Ausbildungsstruktur von der U15 bis zur U21 anbieten. Dabei müssen klar definierte, strukturelle und inhaltliche Kriterien erfüllt sein, die kontrolliert werden. Das Zertifikat bringt den Clubs 100'000 Franken – und vielleicht die nächsten Talente.

Ohne Bakayoko nach Zürich

Wegen einer Fehlplanung der Swiss Football League muss der FC Zürich sein Heimspiel gegen St.Gallen vorziehen, um einer Terminkollision mit Weltklasse Zürich und dem UBS Kids Cup vorzubeugen. Hinter dem Einsatz von Jérémy Guillemenot steht ein Fragezeichen, der formschwache Axel Bakayoko pausiert wegen Knieproblemen, Musah Nuhu, Nicolas Lüchinger und Milan Vilotic fehlen ebenfalls. Letzterer soll zunächst diese und kommende Woche voll trainieren. Wenn der Car heute am frühen Nachmittag losfährt, nehmen Junge wie Tim Staubli nicht Platz. Auch Alain Wiss nicht, er kommt am Wochenende gegen Balzers zum zweiten Mal mit der U21 zum Einsatz. Dafür stehen erneut Boris Babic und Betim Fazliji im Kader. (cbr)

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