ABGANG?: FCSG bestätigt Basler Interesse an Ajeti

Vor kurzem hatten die St.Galler Fans noch gejubelt, als es den Espen gelungen war, Albian Ajeti definitiv vom FC Augsburg zu übernehmen. Jetzt will der FC Basel den Stürmer, der angeblich in Kürze auch ein Nati-Aufgebot erhalten wird, ans Rheinknie holen. Über konkrete Zahlen sei noch nicht gesprochen worden, sagt St.Gallens Medienchef Daniel Last.
Daniel Walt
Jubelt Albian Ajeti schon bald nicht mehr für den FC St.Gallen? (Bild: Freshfocus)

Jubelt Albian Ajeti schon bald nicht mehr für den FC St.Gallen? (Bild: Freshfocus)

Albian Ajeti ist in dieser Saison die offensive Lebensversicherung des FC St.Gallen. Zehn Meisterschaftstore hat Ajeti bisher für die Espen erzielt. Dementsprechend gross war der Jubel in der fussballbegeisterten Ostschweiz, als es dem FC St.Gallen vor kurzem gelang, Leihspieler Ajeti definitiv vom deutschen Bundesligisten Augsburg zu übernehmen. Die Espen statteten Ajeti mit einem Vertrag bis 2021 aus - und drohen den Angreifer nun trotzdem schon bald wieder zu verlieren. Wie der "Blick" schreibt, steht Albian Ajeti trotz seines langfristigen Kontrakts beim FC St.Gallen vor einem Transfer zum FC Basel.

"Bedingungen müssten entsprechend sein"

Auf Anfrage von Tagblatt Online bestätigt Daniel Last, Medienchef des FC St.Gallen, das Interesse des FC Basel an Albian Ajeti. "Bis jetzt ist aber noch nicht über konkrete Zahlen gesprochen worden", so Last. Die Frage, ob der Verein bereit sei, den Stürmer unter gewissen Bedingungen abzugeben, beantwortet Last wie folgt: "Der FCSG hat Albian Ajeti nicht verpflichtet, um ihn sofort wieder ziehen zu lassen, sondern weil er ein wichtiger Teil unserer Zukunftsplanungen ist. Die Bedingungen müssten schon entsprechend sein." Wo die Schmerzgrenze für die Ostschweizer liegt, kann Last nach eigenen Aussagen nicht beziffern - "es ist ja auch noch nicht konkret verhandelt worden".

Marco Zwyssig (rechts) verliess den FC St.Gallen im Sommer 2001 in Richtung FC Tirol Innsbruck (heute FC Wacker Innsbruck) . Die Österreicher liessen sich den Innenverteidiger 220'000 Franken kosten. (Bild: Archiv STG)
David Marazzi wechselte nach dem Abstieg im Sommer 2008 zum FC Aarau. Der linke Mittelfeldspieler verbrachte zuvor 5 Saisons in der Ostschweiz. Kostenpunkt: 220'000 Franken. (Bild: Michel Canonica)
Seifedin Chabbi wurde im Sommer 2016 vom FC St.Gallen aus Lustenau geholt und bereits im Winter 2017 wieder verkauft. Seither spielt er wieder in Österreich. Sein aktueller Arbeitgeber Sturm Graz überwies 220'000 Franken in die Ostschweiz. (Bild: Benjamin Manser)
Mario Frick wechselte im Sommer 1996 vom FC St.Gallen zum FC Basel. Der damals 21-jährige Liechtensteiner kostete die Bebbis damals 220'000 Franken. 15 Jahre später kehrte Frick zurück in die Ostschweiz - mit überschaubarem Erfolg. (Bild: Ralph Ribi)
Der 19-jährige Tranquillo Barnetta verliess den FC St.Gallen im Sommer 2004 in Richtung Leverkusen. Dem Club bescherte er eine Ablösesumme von 270'000 Franken. Seit der aktuellen Rückrunde trägt das St.Galler Eigengewächs wieder grünweiss. (Bild: Archiv STG)
Michael Lang, aktueller Verteidiger des FC Basel und der Schweizer Nationalmannschaft, trug während vier Saisons das Trikot des FC St.Gallen. Nach dem Abstieg 2011 wechselte er zu den Grasshoppers. Die Ostschweizer kassierten eine Ablösesumme von 330'000 Franken. (Bild: LAURENT GILLIERON (KEYSTONE))
Éverton Luiz Guimarães Bilher, kurz Everton, spielte bis im Winter 2016 für den FC St.Gallen. Danach zog es ihn zu Partizan Belgrad. Der serbische Traditionsklub liess sich die Dienste des brasilianischen Mittelfeldmotors eine Ablösesumme von 380'000 Franken kosten. (Bild: Ralph Ribi)
Davide Callà sorgte im Sommer 2008 mit seinem Transfer zu GC für Unmut bei den Fans des FC St.Gallen. Als Kapitän verliess er die Espen, nachdem der Abstieg in die Challenge League feststand. Sein Wechsel spülte 440'000 Franken in die Kassen der Ostschweizer. (Bild: Sam Thomas)
Marcos Gelabert verliess den FC St.Gallen ebenfalls nach der Abstiegssaison 2007/2008. Es zog ihn zum FC Basel, der für den zentralen Mittelfeldakteur 440'000 Franken in die Ostschweiz überwies. (Bild: Ennio Leanza)
Stéphane Nater kam im Sommer 2012 von Servette Genf zum FC St.Gallen. Zwei Spielzeiten später mussten ihn die Espen wieder ziehen lassen. Er wechselte zum Club Africain Tunis in Tunesien. Ablösesumme: 440'000 Franken. (Bild: Urs Bucher)
Jörg Stiel, der Kapitän der Meistermannschaft 2000, verliess den FC St.Gallen im Sommer 2001 in Richtung Bundesliga. Borussia Mönchengladbach holte sich den damaligen Natispieler für eine Ablöse von ebenfalls 440'000 Franken. (Bild: Archiv STG)
Daniel Imhof verliess den FC St.Gallen ebenfalls in Richtung Deutschland und heuerte beim VfL Bochum unter dem St.Galler-Meistertrainer Marcel Koller an. Die Ostschweizer kassierten für den defensiven Mittelfeldspieler eine Ablösesumme von 550'000 Franken. 2010 kehrte Imhof zum FC St.Gallen zurück und beendete 2012 in grünweiss seine Karriere. (Bild: Archiv STG)
Der Argentinier Jesús Méndez trug nur während einer Saison das Trikot des FC St.Gallen und kehrte im Sommer 2008 in seine Heimat zu CA Rosario zurück. Ablösesumme: 600'000 Franken. (Bild: Michel Canonica)
Marc "Fussballgott" Zellweger verliess den FC St.Gallen im Winter 2002 für eine Ablösesumme von 655'000 Franken in Richtung Köln. Dort wurde er jedoch nie richtig glücklich und so fand er nach einem halbjährigen Intermezzo beim FC Wil wieder den Weg in die Gallusstadt, wo er bis 2010 das grünweisse Trikot des FC St.Gallen trug. (Bild: Archiv STG)
Ermir Lenjani kickte von Januar 2013 bis 2015 für den FC St.Gallen. Den Linksverteidiger zog es danach nach Frankreich zu Stade Rennes. Der aktuelle Nationalspieler Albaniens spülte 820'000 Franken in die Kassen der Ostschweizer. Weiter geht es mit den Top 5. (Bild: Urs Jaudas)
Die Top 5 werden von Eric Hassli eingeläutet. Der französische Stürmer verabschiedete sich nach seinem Engagement beim FC St.Gallen im Sommer 2006 in Richtung Frankreich zum FC Valenciennes. Kostenpunkt: 875'000 Franken. (Bild: foto-net / Markus Ulmer)
Moreno Costanzo eröffnet den Reigen der Millionentransfers. Der Offensivspieler, der derzeit beim FC Vaduz unter Vertrag steht, verliess die St.Galler nach der Saison 2009/2010 und heuerte bei YB an. Für den Transfer überwiesen die Berner 1,1 Millionen Franken in die Ostschweiz. (Bild: Urs Bucher)
Der dritte Platz in der Liste der teuersten Espen aller Zeiten geht an Óscar Ezequiel Scarione. Der Torschützenkönig der Saison 2012/2013 (21 Tore) war für den FC St.Gallen schlichtweg nicht zu halten. Sein Wechsel in die Türkei zu Kasimpasa Istanbul brachte den Espen 3 Millionen Franken ein. (Bild: Urs Jaudas)
Ivan "der Schreckliche" Zamorano zog es im Sommer 1990 nach zwei Saisons in der Ostschweiz nach Spanien zum FC Sevilla. Gemäss Tagblattartikel vom 16. August 1990 liessen ihn die Espen für 2,5 Millionen US-Dollar (damals 3,3 Millionen Franken) in Richtung Andalusien ziehen. (Bild: Archiv STG)
Charles Amoah, schoss den FCSG im Jahr 2000 zum zweiten Schweizer Meistertitel der Espen-Historie. Im Winter der Folgesaison verliess er die Espen und wechselte zu Sturm Graz. Bis heute wurde für keinen St.Gallen-Spieler mehr bezahlt als die 6 Millionen Franken, die von den Österreichern in den Stürmer investiert wurden. (Bild: Archiv STG)
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Die teuersten Espen aller Zeiten


Der "Blick" hatte berichtet, St.Gallen solle für Ajetis Wechsel nach Basel weit mehr Geld erhalten, als er für die Übernahme des Spielers dem FC Augsburg überwiesen hatte. Jener Betrag soll bei etwas über einer Million Euro gelegen haben. Im Raum steht laut "Blick" zudem eine Gewinnbeteiligung bei einem allfälligen Weiterverkauf Ajetis. Der 20-Jährige soll laut neusten Informationen der Zeitung auch ein Aufgebot von Nationaltrainer Vladimir Petkovic für den Zusammenzug für das Test-Länderspiel gegen Weissrussland am 1. Juni und das darauffolgende WM-Qualifikationsspiel auf den Färöern (10. Juni) erhalten.

Keine Perspektiven gesehen

Im Januar 2016 hatte Albian Ajeti den Serienmeister aus Basel in Richtung Augsburg verlassen, weil er keine Perspektiven bei den Bebbi sah. Die neuen Verantwortlichen in Basel rund um den künftigen Präsidenten Bernhard Burgener und den baldigen Sportchef Marco Streller halten nun aber offenbar grosse Stücke auf Ajeti.

Wie plant der FC St.Gallen im Angriff, sollte Albian Ajeti die Ostschweizer Ende Saison tatsächlich verlassen? "Das ist derzeit kein Szenario, über das man konkret nachdenken muss. Aber auch einen solchen Wechsel könnte und müsste man dann entsprechend kompensieren", so Daniel Last abschliessend.

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