Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

5,1 Millionen Franken Verlust für den FC St.Gallen: Die Wahrheit hinter den negativen Zahlen

Die FC St.Gallen AG und deren Trägerin, die FC St.Gallen Event AG, präsentieren ein Minus von 5,1 Millionen Franken.
Christian Brägger
Der Verwaltungsrat des FC St.Gallen an der Generalversammlung vor einem Jahr (von links): Sekretärin Riana Podrecca, Stefan Wolf, Peter Germann, Patrick Gründler, Christoph Hammer und Präsident Matthias Hüppi. (Bild: Michel Canonica)

Der Verwaltungsrat des FC St.Gallen an der Generalversammlung vor einem Jahr (von links): Sekretärin Riana Podrecca, Stefan Wolf, Peter Germann, Patrick Gründler, Christoph Hammer und Präsident Matthias Hüppi. (Bild: Michel Canonica)

Sportlich ist der FC St.Gallen in der aktuellen Saison mit dem dritten Tabellenplatz nach elf Runden mehr als im Soll. Daneben bleibt es für den Verein eine Herausforderung, finanziell den Fortbestand zu sichern. Dies suggeriert der erste Blick auf den seit Montag zugänglichen konsolidierten Geschäftsbericht 2018/19 der beiden Trägergesellschaften, der FC St.Gallen AG und der FC St.Gallen Event AG: Ein ausgewiesener Verlust von 5,1 Millionen Franken schlägt dabei zu Buche, 4,0 Millionen Franken daraus fallen allein einem ausserordentlichen Abschreibungsbedarf in der Event AG an. Trotzdem sagt Christoph Hammer, der als Verwaltungsrat beider Trägergesellschaften für die Finanzen zuständig ist:

«Dieser ausserordentliche Abschreiber ist im Rahmen einer ordentlichen Buchführung notwendig. Das operative Ergebnis ist gemäss unserem Entwicklungsplan dennoch auf Kurs.»

Der zweite Blick zeigt denn auch, dass man sich – zumindest vorerst – um die Zukunft des FC St.Gallen grundsätzlich keine Sorgen machen muss und der Atem doch nicht so stockt. Die beiden Gesellschaften sind bestrebt, jene Transparenz zu schaffen, von der man an der Publikums-GV der Aktionäre der FC St.Gallen AG im vergangenen November gesprochen hatte. Weshalb es nach der allerersten Inventur des gemieteten Kybunpark seit dessen Eröffnung 2008 nun zu dieser Abschreibungsbuchung gekommen ist.

Sie betrifft mit 3,17 Millionen Franken insbesondere Stadioneinrichtungen wie Logenausbauten, mit 338'000 Franken Einbauten für Verpflegungsstände oder mit 263'000 Franken ein Multimediasystem, das gar nicht mehr im Einsatz ist.

In der Saison 2008/09 waren diese Positionen – auch um die Bilanz zu entlasten und die Aufwandsbelastung pro Jahr zu minimieren – aus heutiger Sicht mit zu langer Abschreibungsdauer erstmals in die Bilanzen aufgenommen und über all die Jahre fortgeführt worden. Hammer sagt: «Ja, es gab diese bilanzbezogenen Unstimmigkeiten. Mit der einmaligen Korrekturbuchung sind diese bereinigt. Zudem soll in den Bilanzen bei jeder Position klar ersichtlich sein, was es ist.»

Die FC St.Gallen AG ist für die Öffentlichkeit wichtig

Für das Publikum ist der finanzielle Zustand der FC St.Gallen AG, in der die erste Mannschaft und Future Champs Ostschweiz integriert sind, jeweils wichtig. Er ist insbesondere vom Unterstützungsbeitrag der Event AG abhängig, die Trägerin der FC St.Gallen AG ist. Im abgelaufenen Geschäftsjahr steuerte sie 6,4 Millionen Franken – im Vorjahr 4 Millionen – an die FC St.Gallen AG bei, weshalb ein drohender Verlust bei einem Aufwand von fast 14 Millionen auf ein Plus von 11'000 Franken gehoben werden konnte. Im Vorjahr hatte der Gewinn 300'000 Franken betragen, wobei dem FC St.Gallen relativ hohe Erträge aus Transfers (Ajeti, Van der Werff) von 3,7 Millionen viel Geld in die Kasse gespült hatte. In der letzten Saison betrugen diese Erträge noch 800'000 Franken.

Entwarnung bei Görtler, Letard gesperrt

St.Gallens Mittelfeldspieler Lukas Görtler hat sich am Sonntag im Auswärtsspiel bei Servette offenbar nicht schwer verletzt. Der 25-jährige Deutsche litt an muskulären Problemen und musste kurz vor Spielende ausgewechselt werden. Die Verantwortlichen des FC St. Gallen gehen davon aus, die Blessur bis am nächsten Sonntag für das Auswärtsspiel in Lugano in den Griff zu bekommen. Fehlen wird den Ostschweizern im Tessin hingegen Innenverteidiger Yannis Letard. Der 21-Jährige wurde in Genf zum vierten Mal verwarnt und muss ein Spiel aussetzen. Für die St. Galler geht es in Lugano darum, den Lauf fortzusetzen. Das 2:1 am Sonntag in Genf war der fünfte Sieg aus den vergangenen sechs Meisterschaftspartien. Das nächste Heimspiel bestreitet St. Gallen am 2. November gegen Sion. (pl)

Weil die Entschädigung der Event AG so beträchtlich ausfallen musste, erklären sich neben den 4 Millionen aus den Abschreibungen die in der Event AG zusätzlich fehlenden 1,1 Millionen: Sie mutiert damit ein wenig zum Sorgenkind. Zwar weist sie einen Mehrertrag von 900'000 Franken aus Partien des FC St.Gallen und internationalen Testspielen aus (insgesamt 9,66 Millionen). Dafür fallen aber jene 600'000 Franken aus dem Jahr davor durch Konzertveranstaltungen weg, auch die Erträge aus Werbung und Sponsoring gingen um 790'000 Franken zurück. Wer im Stadion herumschaut, erkennt da und dort Lücken, und sei es nur im Tribünenbranding.

Zudem ist das Eigenkapital der Event AG auf 2,1 Millionen Franken geschrumpft bei 7,5 Millionen Fremdkapital. Hammer sagt:

«Der Spielbetrieb des FC St.Gallen ist in jedem Fall gewährleistet, da er in einer separaten Firma fungiert. Dass die Event AG nun fünf Millionen Minus hat, müssen wir auffangen.»

Hammer sagt überdies, der FC St.Gallen budgetiere für die aktuelle Saison mit einer schwarzen Null, nachdem man vor zwei Jahren bei Übernahme der alten Führung noch ein Defizit von 2,5 Millionen Franken ausgewiesen und strukturell bedingt mehr ausgegeben als eingenommen hatte. Weil es für diese schwarze Null vor allem eine gesunde Event AG braucht, gibt es zwei Szenarien. Entweder, sie erwirtschaftet nun einen Gewinn, oder die neun bestehenden Aktionäre stocken ihr Kapital auf.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.