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Der FCSG müsste eigentlich auf dem vorletzten Platz sein – die etwas andere Super-League-Tabelle

Dass die Marktwerte von Fussballteams nicht immer mit deren Tabellenlage korrespondieren, liegt auf der Hand. Derzeit driften Erwartung und Leistung in der Super League aber besonders weit auseinander. Sion und St.Gallen sind Paradebeispiele.
Ralf Streule
Über- und Unterperformer: St.Gallen und Sion, hier im Cupspiel von vergangener Woche. (Bild: Michel Canonica)

Über- und Unterperformer: St.Gallen und Sion, hier im Cupspiel von vergangener Woche. (Bild: Michel Canonica)

«Transfermarkt, c’est du Playstation», sagt Sion-Präsident Christian Constantin. Will heissen: Die Werte, die auf der Online-Fussballplattform Transfermarkt angegeben werden, seien eine reine Spielerei. Constantin will damit eine Zahl relativieren, die seit Jahren gegen den Walliser Club spricht: Mit dem Marktwert des Kaders müsste Sion Jahr für Jahr unter den ersten drei Teams der Schweiz stehen – was es aber nur selten tat.

Auch wenn die Zahlen Schätzungen sind, Glück und Pech mitspielen und Verletzungen die Vereine oft vor eine andere Realität stellen: Die Zahlen lassen zumindest eine Tendenz erkennen, was den Clubs in der Meisterschaft zuzutrauen sein müsste. Lässt man die Teams imaginär aufgrund ihrer Spielerwerte gegeneinander antreten (Grafik), erhält man eine Tabelle, die bei weitem nicht mit der aktuellen Rangliste korrespondiert.

Sion ist ein «Unterperformer», St.Gallen ein «Überperformer». Wir zeigen als Momentaufnahme eine Übersicht über die Super-League-Teams, in der Reihenfolge ihres Wert-Leistung-Verhältnisses:

St.Gallen

Spielermarktwert: 15,23 Mio. Euro

Die St.Galler sind aktuell die grössten «Überperformer». Im Sommer sind sie mit neuem Trainer und stark verändertem Team in eine unsichere Zukunft gestartet. Mit dem vierten Platz sind sie besser rangiert als erwartet. Mit Offensivfussball fährt Peter Zeidler bisher nicht schlecht. Gut für die Gemütslage der Ostschweizer ist zudem, dass sie zuletzt auch mit stark veränderter Formation in Sion reüssierten.

Young Boys

Spielermarktwert: 68,85 Mio. Euro

Die Young Boys sind dreifach gut bedient. Ihr Kader ist das teuerste der Liga. Sie haben den ersten Platz inne – und liegen, was die Punkte angeht, in unserem Rechenbeispiel dennoch über den Erwartungen. Die Frage, die sich viele stellen: Hat YB wegen des neuen Trainers Gerardo Seoane Erfolg – oder trotz ihm? Wermutstropfen ist der bisher verpasste Champions-League-Exploit.

Thun

Spielermarktwert: 17,2 Mio. Euro

Thun ist, über die Jahre gesehen, der Meister der finanziellen Effizienz. Saison für Saison belegt er Plätze im gesicherten Mittelfeld. Andres Gerber gilt als umsichtiger Sportchef. Eine Tugend der Thuner ist deren Demut. Nach dem glücklichen 2:2 gegen Xamax nahmen die Verantwortlichen das Wort Abstiegskampf schon wieder in den Mund.

Zürich

Spielermarktwert: 21,5 Mio. Euro

Mit den Abgängen von Raphael Dwamena und Michael Frey ist der Teamwert stark gesunken – was den FC Zürich als drittplatziertes Team ebenfalls zu einem «Über-den-Erwartungen-Club» macht. Ein starker Transferwinter ist dem Präsidentenpaar Canepa zudem zuzutrauen.

Xamax

Spielermarktwert: 10,25 Mio. Euro

Wenig angesagt, wenig gemacht: Aufsteiger Neuenburg Xamax ist trotz des neunten Platzes psychologisch gesehen kein Verlierer. Man liegt im Soll. Und späte Gegentore wie gegen St.Gallen und Thun zeigen: Die Romands sind näher dran an der Konkurrenz, als diese sich erhofft.

Lugano

Spielermarktwert: 19,1 Mio. Euro

Das finanzielle Potenzial bei Lugano ist beachtlich – es liegt fast bei jenem Zürichs. Was fehlt, ist die Ruhe unter Präsident Angelo Renzetti – was die Entlassung von Trainer Guillermo Abascal trotz eines sechsten Platzes zeigte.

Luzern

Spielermarktwert: 22,15 Mio. Euro

Trainer René Weiler sagt: «Ich bin überzeugt, dass wir viel bewegen können.» Noch ist das Team aber nicht auf Kurs, zuletzt gab es eine 2:5-Niederlage gegen Zürich. Langfristig muss es die vordere Tabellenhälfte sein – sonst wird es für Weiler im ungeduldigen Club bald ungemütlich.

Basel

Spielermarktwert: 53,3 Mio. Euro

Zweitplatziert und dennoch ein «Unterperformer»? Das muss der FC Basel sein. Nach den Umwälzungen an der Spitze kämpft der Entthronte mit Trainer Marcel Koller um die Rückkehr. Noch aber entsprechen die Leistungen nicht den Möglichkeiten.

Grasshoppers

Spielermarktwert: 26,1 Mio. Euro

Die Grasshoppers kommen auch unter Thorsten Fink nicht vom Fleck. Sie können immerhin die vielen verletzten Leistungsträger als Grund anbringen. Fink soll trotz des Platzes am Tabellenende fest im Sattel sitzen.

Sion

Spielermarktwert: 26,5 Mio. Euro

«Wir haben uns selber ein Ei gelegt.» Das ist nach der Niederlage und dem Eigentor gegen St.Gallen eine von vielen relativierenden Aussagen von Murat Yakin. Schon nach sechs Spielen steht der Trainer unter Druck. Auch Sion machen viele Verletzte zu schaffen. Doch es ist das alte Lied: Individuell stark, im Team aber ungenügend. «Nur wenige schöpfen ihr Potenzial aus», sagt Yakin. Und verspricht Besserung.

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