Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Fehlerhaft und emotionslos – FCL verliert in schlechtem Heimspiel gegen Basel 0:1

Der FC Luzern ist nach der zweiwöchigen Länderspielpause nicht wiederzuerkennen: Er verliert gegen den überlegenen FC Basel 0:1. Die Serie der Ungeschlagenheit unter Thomas Häberli ist damit gerissen
Daniel Wyrsch
Basels Marek Suchy (verdeckt) schiesst das 1:0 für den FC Basel – FCL-Goalie David Zibung hat keine Abwehrchance mehr. (Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 30. März 2019)

Basels Marek Suchy (verdeckt) schiesst das 1:0 für den FC Basel – FCL-Goalie David Zibung hat keine Abwehrchance mehr. (Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 30. März 2019)

Enttäuschte Gesichter beim FC Luzern nach dem Schlusspfiff. Das war ein unerwartet schlechter Auftritt in der Swissporarena gegen den spielerisch überlegenen FC Basel. Dabei waren die Zuschauer nach den jüngsten Erfolgen unter dem neuen Coach Thomas Häberli wieder in recht grosser Zahl ins Stadion geströmt; über 11 500 Besucher sorgten für eine gute Kulisse.

Doch von den überzeugenden, mutigen Darbietungen wie in der Meisterschaft gegen St. Gallen (3:0) und vor allem im Cup-Viertelfinal gegen den Meister und klaren Tabellenführer YB (4:0) war nichts mehr zu sehen. Stattdessen agierten die Luzerner übermässig vorsichtig, wenn nicht sogar ängstlich. Die 14-tägige Länderspielpause scheint ihnen nicht gutgetan zu haben. So überliessen sie das Spieldiktat weitgehend dem Tabellenzweiten aus Basel.

Schiedsrichter Hänni annulliert das vermeintliche 0:1 in der 36. Minute

Dabei monierte FCB-Coach Marcel Koller zu Recht, dass bei seiner Mannschaft in der ersten Halbzeit ebenfalls «einige Stockfehler dabei gewesen» seien. Kurzum: Das waren schwache erste 45 Minuten beider Teams. Einsame Höhepunkte waren ein Doppelpass zwischen dem Krienser Valentin Stocker und Albian Ajeti sowie ein Weitschuss Stockers, den David Zibung reflexstark in Corner lenkte.

Die kurioseste Szene der Partie

Bester Spieler beim FC Luzern war gestern Abend der Teamsenior David Zibung. Der 35-jährige Torhüter zeigte nicht nur mehrere starke Paraden gegen alleine vor ihm auftauchende Basler Angreifer sowie auf einen Weitschuss von Valentin Stocker, sondern spielte auch bei der kuriosesten Aktion der Partie eine Hauptrolle. Als Albian Ajeti in der 36. Minute Basel mit einem Kopfball vermeintlich 1:0 in Führung gebracht hatte, lief Zibung schnurstracks zu Nikolaj Hänni. «Ich habe dem Schiedsrichter klargemacht, dass der Freistoss, der zum Tor Ajetis geführt hatte, gar nicht freigegeben war», erklärte Zibung. Erstaunlicherweise hörte Hänni auf das FCL-Urgestein und annullierte den Treffer. Angesprochen auf den fehlerhaften, emotionslosen und harmlosen Auftritt der meisten seiner Vorderleute, antwortete der Goalie beschwichtigend: «Man darf nicht vergessen, dass auch ein Gegner auf dem Platz gestanden ist.» (dw)

Der FCL-Torhüter stand zwischen diesen beiden Aktionen in der 36. Minute im Mittelpunkt des Geschehens, nachdem Basel vermeintlich durch einen Kopfball von Ajeti nach einem schnell ausgeführten Freistoss Luca Zuffis 1:0 in Führung gegangen war. Zibung eilte sofort zu Schiedsrichter Nikolaj Hänni, protestierte gegen die Anerkennung des Tores. Zur Überraschung aller Anwesenden annullierte der Ref den Treffer. Er soll den Freistossball nicht freigegeben haben. Basel-Trainer Koller meinte später : «Ich habe nichts feststellen können, was nicht reglementkonform gewesen sein soll.» Der FCL konnte sich also glücklich schätzen, nicht bereits zur Pause im Rückstand zu sein. Ausser zwei erfolglosen Abschlüssen der Mittelfeldspieler Tsiy Ndenge (15.) und Marvin Schulz (42.) waren die Innerschweizer sehr harmlos.

Schwach war das Verhalten im Umschaltspiel, das in den ersten fünf Pflichtspielen unter Thomas Häberli eine Waffe gewesen war. Wie erklärte sich Häberli die vielen Ballverluste und Fehlpässe? Der Ballwiler Coach sagte: «Wenn wir den Ball gewinnen und danach der erste Pass nicht ankommt, dann läufst du der Musik hinterher.» Häberli wies zudem darauf hin, dass die Basler 65 Prozent Ballbesitz hatten. «Damit gewinnt man zwar noch keine Spiele, doch wir sind auch nicht in die Duelle Mann gegen Mann gekommen.» Tatsächlich war von Zweikampfbereitschaft nichts zu erkennen gewesen, der FCL wirkte in weiten Teilen der Mannschaft emotionslos.

Lag es daran, dass der Kämpfer in der Abwehr schlechthin, Rechtsverteidiger Christian Schwegler, gesperrt war? Der 34-jährige Ettiswiler bringt mit seiner Bissigkeit immer wieder willkommene Emotionen in die Mannschaft. Vermisst hat man beim FCL aber auch die Schnelligkeit von Ruben Vargas. Der 20-jährige Flügelspieler fehlte, weil er sich im U21-Nationalteam verletzt hatte.

Das siegbringende Tor schoss der FC Basel erst in der 80. Minute: Eine Intervention von Lucas Alves an Ajeti ahndete Ref Hänni ziemlich streng. Den Freistoss des eingewechselten Ricky van Wolfswinkel landete am Pfosten, den Abpraller konnte Marek Suchy ungehindert zum 1:0 in die Maschen setzen. «Wir waren nicht bereit», fand FCL-Mittelfeldspieler Schulz ernüchtert.

Von einer kompakten Einheit war beim FC Luzern nichts mehr zu sehen – und die Serie der Ungeschlagenheit unter Trainer Häberli ist damit zu Ende gegangen.

Luzern - Basel 0:1 (0:0)
11'549 Zuschauer. - SR Hänni. - Tor: 81. Suchy (Freistoss Van Wolfswinkel) 0:1.
Luzern: Zibung; Grether (89. Ugrinic), Lucas, Cirkovic, Sidler; Voca; Schneuwly, Schulz, Ndenge (58. Demhasaj), Schürpf (74. Custodio); Eleke.
Basel: Omlin; Xhaka, Cömert, Suchy, Petretta; Kuzmanovic (82. Frei), Balanta; Okafor, Zuffi (74. Van Wolfswinkel), Stocker (68. Kalulu); Ajeti.
Bemerkungen: Luzern ohne Schwegler (gesperrt), Juric, Knezevic, Salvi, Schmid und Vargas (alle verletzt), Basel ohne Widmer (gesperrt) und Bua (verletzt). 36. Tor von Ajeti aberkannt, da Spiel von Schiedsrichter Hänni noch nicht freigegeben. 80. Freistoss von Van Wolfswinkel an den Pfosten. Verwarnungen: 47. Kuzmanovic (Foul). 53. Cirkovic (Foul). 90. Kalulu (Unsportlichkeit).

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.