Fussball
Viel Vertrauen für Vaso Vasic vor seinem Einstand im Tor des FC Luzern – Marius Müller fällt mehrere Wochen aus

Die Verletzungshexe hat beim FC Luzern zugeschlagen: Der deutsche Stammtorhüter Marius Müller muss aufgrund seiner hartnäckigen Adduktorenprobleme eine Pause einlegen. Am Sonntag (14.15 Uhr) auswärts gegen den FC St. Gallen steht Vaso Vasic zwischen den FCL-Pfosten.

Daniel Wyrsch
Drucken
Teilen

FCL-Trainer Fabio Celestini hatte die Hiobsbotschaft am Freitagmittag in der Medienkonferenz vor dem Spiel vom Sonntag in St. Gallen bekanntgegeben:

«Unser Keeper Marius Müller muss wegen einer Adduktorenverletzung pausieren. Wahrscheinlich fällt er die nächsten zwei Wochen aus – eventuell sogar länger.»
Marius Müller muss beim FCL pausieren.

Marius Müller muss beim FCL pausieren.

Bild: Martin Meienberger/Freshfocus (Luzern, 24. Juli 2021)

Vasic besitzt Erfahrung in der Super League

Anstelle des 28-jährigen deutschen Stammgoalies, der in den vergangenen zwei Jahren beim FC Luzern 83 Pflichtspiele bestritt und sofort zu einem unbestrittenen Rückhalt des Teams geworden ist, kommt Neuzugang Vaso Vasic zu seinem Debüt bei den Innerschweizern.

Vaso Vasic steht für die nächsten Spiele im FCL-Tor.

Vaso Vasic steht für die nächsten Spiele im FCL-Tor.

Bild: Martin Meienberger

Der 31-jährige Aargauer mit Wurzeln in Bosnien und Serbien hatte für GC zwischen 2014 und 2018 73 Pflichtspiele absolviert – davon 66 in der Super League. Die letzten zweieinhalb Saisons spielte Vaso Vasic bei Royal Excel Mouscron in der höchsten belgischen Liga.

Der FCL-Coach hält den Ball flach: «Vaso Vasic hat die grosse Möglichkeit, für uns zu spielen.» Fabio Celestini stellt fest:

«In der Mannschaft ist der Torhüterwechsel kein grosses Thema. Wir vertrauen Vaso, er hat in den Testpartien gezeigt, dass er fussballerisch gut ist, zu unserer Spielweise passt – und auf der Linie starke Paraden machen kann.»

Fussballerisch guter Goalie mit dem Instinkt fürs Spiel

Celestini lobt den Spielstil des Neulings, der seit Anfang Juli im Team und Verein ist und einen Einjahresvertrag bis Mitte 2022 hat: «Vaso Vasic ist ein Torhüter, der dank seines Instinkts spürt, was auf dem Feld passiert.»

In den vergangenen drei Auslandjahren bei Mouscron und in Griechenland bei Apollon Smyrnis hatte Vasic total nur 25 Pflichtspiele absolviert. Dabei war sein Stern vor sieben Jahren in der Champions-League-Qualifikation mit GC fast kometenhaft aufgegangen: Auswärts gegen Lille hielt er grandios, die Partie endete dank seiner Paraden 1:1.

Für den gläubigen Christ kommt Gott an erster Stelle

Der Schweizer Rekordmeister schied zwar aus, aber Vaso Vasic machte sich einen Namen. Im TV-Interview sagte er: «Ich möchte am liebsten hierbleiben.» Er meinte damit die grosse Fussballbühne, das bestätigt er diese Woche im Gespräch mit unserer Zeitung. Der Keeper stellt ehrlich und ohne jegliche Bitterkeit fest: «Ich hatte mich immer höher eingeschätzt, die Karriere ist dann anders verlaufen, ich blieb unter meinen Erwartungen.»

Jetzt bekommt der bekennende Christ (O-Ton Vasic: «Für mich steht Gott an erster Stelle, dann kommt die Familie und der Fussball») im St. Galler Kybunpark eine neue Gelegenheit, sein Können zu zeigen. FCL-Allrounder Marvin Schulz traut ihm einen erfolgreichen Einstand zu:

«Vaso hat viele Testspiele absolviert, das wird für ihn kein Problem, sich im Team und mit den Mitspielern zurechtzufinden.»

Marius Müller musste Schmerzmittel einnehmen

Marius Müller hatte schon zum Ende der vergangenen Saison Probleme mit den Adduktoren. Gemäss eigenen Angaben spielte er während zweier Monate mit Schmerzmitteln. Auch nach der Sommerpause traten die Komplikationen im Rumpf- und Bauchbereich wieder auf. Von den fünf Testspielen der Vorbereitung absolvierte er nur eine Halbzeit. Zum Saisonstart stand Marius Müller am letzten Samstag zu Hause gegen Meister YB im Tor: er hielt gut – und war schuldlos an der 3:4-Niederlage.

Nun übernimmt für die nächsten Partien der frühere GC-Keeper Vaso Vasic die Rolle von Marius Müller im Luzerner Tor.

Weitere Verletzte: Schürpf, Sorgic und Co. angeschlagen

Das intensive und kampfbetonte Startspiel gegen YB (3:4) in der Swisspor-Arena forderte Opfer: Die Verletzungshexe hat nicht nur bei Torhüter Marius Müller zugeschlagen, sondern auch bei seinem Kumpel Pascal Schürpf. Beim Doppeltorschützen gegen den Meister aus Bern hat ein Schlag aufs Knie eine schmerzhafte Entzündung ausgelöst. Sein Einsatz gegen St.Gallen ist fraglich. Etwas weniger gefährdet dürfte der Einsatz von Captain und Mittelstürmer Dejan Sorgic sein. Der Zuger leidet unter Wadenproblemen. Aufgrund von Rückenschmerzen ist Neuzugang Samuele Campo handicapiert. Der Einsatz der neuen Nummer 10 entscheidet sich wie bei Sorgic und Schürpf am Samstag beim Abschlusstraining. Mit Wadenproblemen musste Marvin Schulz gegen YB ausgewechselt werden. Er ist längst wieder fit.

Ambitionierter Celestini auch gegen Feyenoord Rotterdam

FCL-Coach Fabio Celestini äussert sich zudem zum Gegner in der Conference-League-Qualifikation: «Wir haben gegen Feyenoord eine Chance, uns durchzusetzen. Wir wollen in die Playoff-Runde – und wenn möglich Geschichte schreiben: Für den FC Luzern wäre es das erste Mal, wenn sich die Mannschaft für die Gruppenphase in einem europäischen Wettbewerb qualifizieren könnte.» Fabio Celestini betont ausserdem: «Für den Schweizer Fussball wäre es sehr wichtig, wenn auch wir unseren Beitrag leisten und wertvolle internationale Punkte holen würden.»

Am kommenden Donnerstag (20.30 Uhr) empfangen die Innerschweizer die Holländer in der Swisspor-Arena zum Hinspiel, eine Woche später findet das Rückspiel im Rotterdamer Stadion De Kuip statt.

Aktuelle Nachrichten