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Das sagt FCL-Coach Celestini zu den Gerüchten um Ugrinic-Wechsel zum FC Basel

Ein Online-Newsportal verkündete am Mittwochmittag, dass FCL-Leistungsträger Filip Ugrinic mit dem FC Basel einig sei. Einen Tag vor dem kapitalen Spiel in der Conference-League-Qualifikation gegen Feyenoord hat diese Meldung beim FC Luzern für Unruhe gesorgt.

Daniel Wyrsch
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Der offensive Mittelfeldspieler Filip Ugrinic befindet sich schon wieder in hervorragender Form: In den spektakulären ersten beiden Meisterschaftsspielen gegen St.Gallen (2:2) und Meister YB (3:4) gelangen dem 22-jährigen Stadtluzerner ein Tor und ein Assist. Natürlich wecken die Qualitäten des talentierten FCL-Eigengewächses Begehrlichkeiten.

Als erster Verein in der neuen Spielzeit hat nun der FC Basel sein Interesse an Filip Ugrinic angemeldet. Das Newsportal nau.ch schreibt, dass sich der 20-fache Schweizer Meister und der kräftige, dynamische Angreifer einig seien. Und: «Was noch zum Transfer fehlt: Die Einigung zwischen den beiden Klubs. Ugrinic will so schnell wie möglich nach Basel.»

Der Trainer würde doch sehr erstaunt sein

Eine Frage stellt sich als Erstes: Könnte Filip Ugrinic auch ohne Fabio Celestini so stark auftrumpfen? Denn der hochbegabte Luzerner mit serbischen Wurzeln hat sein Talent erst konstant unter Beweis stellen können, seit er nach der Rückkehr aus den Niederlanden mit Celestini arbeitet. Der FCL-Trainer darauf angesprochen: «Filip spielt hervorragend, er ist in blendender Form. Gegen St.Gallen hat er während der letzten 20 Minuten stolz die Captainbinde unserer Mannschaft getragen.» Mit anderen Worten: Celestini würde sich sehr wundern, wenn Ugrinic ihn und den FC Luzern Knall auf Fall verlassen würde.

Lächelnder Filip Ugrinic am Mittwochnachmittag im Abschlusstraining vor dem Hinspiel gegen Feyenoord: Er fühlt sich beim FCL pudelwohl.

Lächelnder Filip Ugrinic am Mittwochnachmittag im Abschlusstraining vor dem Hinspiel gegen Feyenoord: Er fühlt sich beim FCL pudelwohl.

Bild: Philipp Schmidli/Keystone (Luzern, 4. August 2021)

Was klar ist: «Fidschu», wie Celestini seinen Schützling Filip Ugrinic liebevoll ruft, «steht in der Startelf gegen Feyenoord Rotterdam.» Am Donnerstag (20.30 Uhr) wird das Hinspiel in der 3. Qualifikationsrunde der Conference League angepfiffen. Der Luzern-Trainer weiss allerdings aus seiner langjährigen Karriere, wie das Fussballgeschäft funktioniert: «Falls Sportchef Remo Meyer und Filip Ugrinic zu mir kommen würden, müsste ich es akzeptieren, dass er uns verlässt. Doch Fidschu muss bleiben!»

Der Spieler scheint geduldig zu sein

Ende Juni hatte Ugrinic unserer Zeitung ein Interview gegeben. Mitten in der Vorbereitung meinte er:

«Ein weiteres Jahr beim FCL würde mir sicher guttun. Es braucht ein optimal passendes Angebot, damit ich den FCL verlassen würde.»

Ob der in den letzten Jahren auf die Ausgabenbremse drückende FC Basel in der Lage ist, dem Luzerner Topmann eine attraktive Offerte zu unterbreiten, ist mehr als fraglich. Zudem dürfte der FCB nicht bereit sein, für Ugrinic die geforderten 2,5 bis 3 Millionen Franken Ablöse locker zu machen.

Filip Ugrinic am letzten Sonntag im Auswärtsspiel gegen St.Gallen: Der 22-Jährige trug in der Schlussphase erstmals die Captainbinde und führte seinen FCL noch zum 2:2-Unentschieden.

Filip Ugrinic am letzten Sonntag im Auswärtsspiel gegen St.Gallen: Der 22-Jährige trug in der Schlussphase erstmals die Captainbinde und führte seinen FCL noch zum 2:2-Unentschieden.

Bild: Martin Meienberger/Freshfocus (St.Gallen, 1. August 2021)

Sportchef Meyer muss möglichst bald Vertragsverlängerung vornehmen

Die ganze Geschichte riecht nach einem Poker um den jungen Profi, der beim FCL nur noch einen knappen Einjahresvertrag bis Sommer 2022 hat. Für Sportchef Remo Meyer heisst es, möglichst bald mit dem klubeigenen Juwel zu verlängern. Darauf scheint im Moment alles hinauszulaufen.

Vorher soll Filip Ugrinic aber gegen Feyenoord Rotterdam beweisen, dass er vor zwei Jahren zu Unrecht in der Eredivisie beim niederländischen FC Emmen nur selten zum Einsatz gekommen war. Beim FCL und im Umfeld ist jedem klar: Früher oder später ist der dynamische Offensivmann nicht mehr zu halten, dann soll er aber bitte zu möglichst attraktiven Konditionen in eine Topliga verkauft werden – und nicht zur Schweizer Konkurrenz FCB oder YB.

Die Spekulationen um Ugrinic dürften auf die Leistung des Teams kaum Einfluss haben. Celestini bestätigt, dass sie sich viel vorgenommen haben gegen den «grossen Namen, den Feyenoord in Europa hat. Die Holländer wissen, was es heisst, möglichst jedes Spiel zu gewinnen. Sie haben viel Erfahrung.»

Jordy Wehrmann steht im Rampenlicht

Ratschläge hat sich der Coach bei Jordy Wehrmann geholt, der 22-jährige Niederländer wechselte im Sommer definitiv von Feyenoord zum FCL. Er lächelt, als er von den Journalisten auf seinen Ex-Klub angesprochen wird: «Ich freue mich, altbekannte Gesichter wieder zu sehen. Unserem Trainer habe ich erzählt, was von den einzelnen Spielern zu erwarten ist. Aber alle kenne ich nicht, es hat bei Feyenoord ebenfalls einige Neuzugänge gegeben.» Wehrmann dürfte zu Spielbeginn auf der Ersatzbank sitzen, er hatte im Sommer Knieprobleme, fühlt sich wieder fit.

Feyenoord-Coach Arne Slot zeigt sich in Luzern vor der Journalistenschar aus Holland enttäuscht über die Medien, die für seinen Geschmack zu kritisch über das Weiterkommen gegen den KF Drita (0:0, 3:2) berichteten. Die Kosovaren hatten Slots Team in der 2. Qualirunde in beiden Vergleichen bis zum Schlusspfiff aufs Äusserste gefordert.

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