Conference-League-Qualifikation
Nur 4000 Zuschauer bei FCL-Heimspiel gegen Feyenoord Rotterdam erwartet: Fan-Boykott wegen Uefa-Massnahmen

Keine Gästefans aus Rotterdam am Donnerstag (20.30 Uhr, SRF info) beim Europacup-Hit zwischen dem FC Luzern und Feyenoord. Und auch die FCL-Fans aus der Kurve wollen aus Protest nicht ins Stadion gehen.

Daniel Wyrsch
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Die Normalität in den Fussballstadien ist längst noch nicht zurück. Weil der europäische Fussballverband Uefa beschlossen hat, dass die Gästesektoren geschlossen bleiben, konnte der FC Luzern keinen Vorverkauf durchführen. Nur mit dieser Massnahme konnte verhindert werden, dass holländische Anhänger Tickets kauften – und somit trotzdem Einlass in die Swisspor-Arena gefunden hätten.

Wiederum deutlich weniger Einnahmen für den Veranstalter

Für den gastgebenden Verein führen die neuerlichen Covid-Massnahmen zu wiederum massiven Einnahmeausfälle. Man vermutet, dass mit einem wie üblich durchgeführten Vorverkauf ein Gegner von der internationalen Ausstrahlung Feyenoord Rotterdams über 13'000 Zuschauer in die Luzerner Arena gelockt hätte. Stattdessen erwarten die Verantwortlichen jetzt lediglich zwischen 3500 und 4000 Leute im FCL-Stadion. Deshalb dürfte den Innerschweizern mehr als eine halbe Million Franken an Publikums- und Gastroerträgen durch die Lappen gehen.

Wie leer wird das Luzerner Stadion gegen Feyenoord Rotterdam sein?

Wie leer wird das Luzerner Stadion gegen Feyenoord Rotterdam sein?

Zu allem Ungemach muss das Heimteam in diesem kapitalen Europacup-Match auf die Unterstützung des eigenen Fananhangs aus der Kurve verzichten. Hintergrund: Die United Supporters Luzern (USL) boykottieren dieses erste internationale FCL-Heimspiel seit zwei Jahren, weil die Uefa personalisierte Eintrittskarten verlangt. Anders als in der heimischen Liga, wo es eine klar vorgelagerte und personelle Trennung von Zertifikats- und Sicherheitskontrolle gibt, ist dies beim europäischen Qualimatch zwischen Luzern und Feyenoord nicht der Fall.

Die Stimmung aus der FCL-Fankurve, wie hier gegen YB, wird der Mannschaft von Fabio Celestini im Heimspiel gegen Feyenoord fehlen.

Die Stimmung aus der FCL-Fankurve, wie hier gegen YB, wird der Mannschaft von Fabio Celestini im Heimspiel gegen Feyenoord fehlen.

Bild: Urs Flüeler/Keystone (Luzern, 24. Juli 2021)

USL verärgert über verschiedene Vorgaben

Die USL stört sich daran, dass es für diese Partie ausschliesslich personalisierte Billette für Saisonkartenbesitzer gibt. «Damit wird ein grosser Teil der FCL-Fans von den Europacupspielen ausgeschlossen», schreibt die Fangruppierung in einer Mitteilung. Zur Personalisierung der Tickets schreibt die USL unter anderem: «Unter dem Deckmantel der Pandemie und ohne weitere Begründung wird von der Uefa ganz offensichtlich über die Hintertür versucht, personalisierte Billette für Europacupspiele zum Usus zu machen.»

Ein Dorn im Auge ist den Kurvenfans auch der geschlossene Gästesektor und der nicht existierende Verkauf von Tickets an Gästefans, was für die FCL-Supporter am nächsten Donnerstag beim attraktiven Rückspiel im Rotterdamer De Kuip ebenfalls gilt:

«Das heuchlerische Gästefan-Verbot für alle Europacup-Qualifiktionspartien – unter dem Vorwand des Verantwortungsbewusstseins wegen der Ansteckungsgefahren – mutet vor dem Hintergrund der kürzlich beendeten EM mit mehreren Zehntausend (Auswärts-)Fans im Stadion und einer paneuropäischen Austragung wie ein schlechter Witz an.»

Coach und Captain bedauern, zeigen aber Verständnis

Die USL kritisiert den FCL, weil er die Uefa-Massnahmen widerstands- und kommentarlos umsetzt. «Unter solchen Voraussetzungen werden wir als Kurve den Europacup-Matchbesuch boykottieren», lautet die Konsequenz. Trainer Fabio Celestini und Captain Dejan Sorgic finden den Boykott schade, haben aber Verständnis für die Supporter. «Lautstarke Fans in der Kurve wären immer besser. Gegen YB war die Unterstützung grandios», stellt Celestini fest.

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