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FCL-Linksverteidiger Silvan Sidler: «Ja, jetzt bin ich Stammspieler»

Luzerns Linksverteidiger Silvan Sidler (20) spielte lange nur dann, wenn die eigentlichen Fixstarter verletzt waren. Spätestens seit dem Trainerwechsel ist er jedoch unumstritten. Dies hat er auch einem taktischen Kniff zu verdanken.
Raphael Gutzwiller
Geht mit dem rechten Fuss zum Ball: Luzerns Linksverteidiger Silvan Sidler (rechts) gegen St. Gallens Axel Bakayoko. (Bild: Urs Flüeler/Keystone (Luzern, 16. Dezember 2018))

Geht mit dem rechten Fuss zum Ball: Luzerns Linksverteidiger Silvan Sidler (rechts) gegen St. Gallens Axel Bakayoko. (Bild: Urs Flüeler/Keystone (Luzern, 16. Dezember 2018))

Gute Linksverteidiger im Fussball sind gesucht. Egal auf welchem Niveau, ob bei den Junioren, im Amateurfussball oder bei den Profis: Es hat immer zu wenige Spieler, die hinten links gut spielen können. Das war Silvan Sidler schon früh bewusst. «In meinem Umfeld hat man mir nahegelegt, den linken Fuss gut zu trainieren, um es in den Profifussball schaffen zu können. Schon ab der U15 oder U16 spielte ich stets Linksverteidiger.» Diese Tatsache ist insofern bemerkenswert, da Silvan Sidler eigentlich ein klassischer Rechtsfuss ist.

Inzwischen hat er sich jedoch auch beim FC Luzern hinten links durchgesetzt. «Ja, jetzt bin ich Stammspieler», fasst Sidler seine letzten Wochen beim FC Luzern zusammen. In den letzten 13 Pflichtpartien stand er stets in der Startelf, seit mit Thomas Häberli ein neuer Trainer das Zepter schwingt, spielte Sidler stets durch – immer als Linksverteidiger. Sidler sagt:

«Ich bin derzeit in Form und habe grosses Selbstvertrauen. Meine Entwicklung ist sehr positiv.»

An dieser Feststellung ändert sich auch Nichts durch die Tatsache, dass Sidler bei der 0:1-Niederlage zuletzt gegen den FC Basel keine gute Leistung gezeigt hatte. «In jenem Spiel war aber auch nicht alles schlecht», relativiert er. «Defensiv bin ich solide gestanden, nach vorne habe ich aber ein paar Abspielfehler gemacht. Das muss ich im nächsten Spiel gegen YB wieder verbessern», so der gebürtige Zürcher, der einst über das Team Zugerland im Luzerner Nachwuchs landete.

Wehrt sich gegen Basel mit allen Kärften: Silvan Sidler (Mitte). (Bild: Andy Müller/Freshfocus (Luzern, 30. März 2019))

Wehrt sich gegen Basel mit allen Kärften: Silvan Sidler (Mitte). (Bild: Andy Müller/Freshfocus (Luzern, 30. März 2019))

Schwierige Phase macht mental stärker

Silvan Sidler ist zweifellos nicht jenes FCL-Talent, das auf den ersten Blick auffällt. Er hat nicht die Schnelligkeit von Ruben Vargas (20), nicht die Technik von Filip Ugrinic (20) und nicht die Spielintelligenz von Idriz Voca (21). Trotzdem ist er der einzige Spieler aus dem eigenen Nachwuchs, der jedes Rückrundenspiel absolvierte. Dabei hatte er in der Vorrunde oft noch zuschauen müssen, spielte meist nur, wenn die Konkurrenz verletzt war. «Diese Phase hat mich mental stärker gemacht. Ich habe viel an mir gearbeitet», sagt Sidler. Nun läuft es ihm, endlich ist er beim FC Luzern gesetzt.

Und auch in der Nationalmannschaft machte er zuletzt Werbung in eigener Sache. Beim U21-Länderspiel gegen Kroatien (4:1) spiele Sidler einen mustergültigen Pass auf Mitspieler Vargas, der zum 1:0 verwertete. «Wir haben schon vor dem Spiel zueinander gesagt, dass wir uns auf dem Platz suchen möchten. Im Training gelang das zwar auch schon, aber noch nie in einem so wichtigen Spiel», freut sich Sidler, der den Pass übrigens mit seinem rechten Fuss gespielt hatte.

Luzerner Jubel im Nationalteam: Silvan Sidler (links) und Ruben Vargas bejubeln den Treffer zum 1:0 gegen Kroatien. (Bild: Alexandra Wey/Keystone (Kriens, 22. März 2019))

Luzerner Jubel im Nationalteam: Silvan Sidler (links) und Ruben Vargas bejubeln den Treffer zum 1:0 gegen Kroatien. (Bild: Alexandra Wey/Keystone (Kriens, 22. März 2019))

Nun hofft er, dass eine solche Aktion auch mal im Verein gelingt. Denn auch nach 25 Partien in der Super-League wartet er noch immer sowohl auf sein erstes Tor als auch auf seinen ersten Assist. Kein Wunder sieht der Linksverteidiger selber in der Offensive noch Verbesserungspotenzial. «Es sind Ansätze da, aber in den entscheidenden Situationen fehlt mir oft die nötige Ruhe.»

Vielleicht hat die offensive Gefahrlosigkeit auch mit seiner Seite zu tun. Denn selbstverständlich sei es kein Vorteil als Linksverteidiger ein Rechtsfuss zu sein. «Auch wenn mein linker Fuss inzwischen ebenfalls gut ist», wie Sidler schmunzelnd bemerkt. «Bei Flanken, oder wenn man unter Druck gesetzt wird, ist es aber natürlich ein Nachteil, wenn der Ball auf dem falschen Fuss liegt.» Auch deshalb sagt Sidler:

«Ich würde mich schon freuen, wenn ich mal als Rechtsverteidiger spielen könnte.»

Weil aber die anderen regelmässig eingesetzten Aussenverteidiger Christian Schwegler, Simon Grether und Otar Kakabadze alle rechts spielen möchten, wird Sidler wohl auch morgen gegen YB wieder links spielen.

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