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FCL laufen die Fans davon: Zuschauerschnitt fällt in der Swisspor-Arena erstmals unter die 10'000er-Marke

Der FC Luzern ist nach der Niederlage gegen Xamax das schwächste Heimteam der Super League. Hohe Ticketpreise, die schwächelnde Liga und die Ultras sind weitere Gründe für den Zuschauerschwund.
Daniel Wyrsch
Immer mehr leere Ränge in der Swisspor-Arena. Auf dem Bild ist FCL-Spieler Silvan Sidler (Mitte) gegen YB zu erkennen. (Bild: Martin Meienberger/Freshfocus (Luzern, 10. April 2019))

Immer mehr leere Ränge in der Swisspor-Arena. Auf dem Bild ist FCL-Spieler Silvan Sidler (Mitte) gegen YB zu erkennen. (Bild: Martin Meienberger/Freshfocus (Luzern, 10. April 2019))

Nach einem Zwischenhoch unter dem neuen Trainer Thomas Häberli befindet sich der FC Luzern wieder auf Talfahrt. Das Team hat zuletzt fünf sieglose Spiele aneinandergereiht, wobei die samstägliche 0:1-Heimniederlage gegen das vorletzte Xamax der Tiefpunkt ist. Luzern, neu auf Platz 8, stellt mit 13 Punkten aus 15 Heimspielen das schwächste Team vor eigenem Publikum. Sogar das Tabellenschlusslicht Grasshoppers hat im tristen Letzigrund in Zürich einen Zähler mehr errungen als die Innerschweizer in der schmucken Swisspor-Arena.

Allerdings ist die Atmosphäre im Stadion auf der Allmend mit den vielen Heimniederlagen schlechter geworden. Gegen Xamax bezog die Mannschaft von Häberli bereits die 10. Heimpleite, wovon bei sieben verlorenen Partien in der eigenen Arena noch dessen Vorgänger René Weiler an der Seitenlinie stand. Pro Heimmatch sind durchschnittlich nur noch 9360 Zuschauer im Stadion, erstmals ist der Besucherschnitt in der vor acht Jahren eröffneten Swisspor-Arena nicht mehr fünfstellig.

Drei gravierende Vorfälle mit Anhängern in kurzer Zeit

Im FCL-Stadion hat es in den vergangenen rund fünf Wochen drei gravierende Vorfälle mit Ultras gegeben. Zuerst die Kettenaktion im Cup gegen YB und die Eierwürfe in der Liga erneut gegen YB – dies jeweils als Protest gegen die frühen Anspielzeiten, welche die Uefa zum Schutz der Champions-League-Partien durchsetzt. Dann am Samstag der Wurf einer Münze an den Kopf von Xamax-Goalie Laurent Walthert. Verschiedene andere Gegenstände wurden zudem aus der Kurve in Richtung des Neuenburgers geschossen.

FCL-Präsident Philipp Studhalter in der Swisspor-Arena. (Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 26. Februar 2019))

FCL-Präsident Philipp Studhalter in der Swisspor-Arena. (Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 26. Februar 2019))

Nach diesen Vorgängen stellt sich die Frage: Wer ist der Chef in der Swisspor-Arena – die FCL-Verantwortlichen oder die Ultras? Präsident Philipp Studhalter hat uns dazu schriftlich geantwortet: «Das Spiel wird vom FC Luzern organisiert und durchgeführt, im Rahmen der Auflagen der Liga, der Polizei sowie Stadt- und Kanton Luzern.» Wenn sich Besucher nicht an die Regeln halten, würden diese entweder nicht ins Stadion gelassen und mit einem Rayonverbot, Stadionverbot oder Hausverbot belegt. «Dazu kommen jene Personen, welche sich direkt beim Einlass oder auf dem Weg zum Stadion fehlerhaft verhalten. Diese werden nicht an das Spiel gelassen.»

Unverständnis der Spieler über die Ultras wächst

Und zu den «fehlbahren Personen im Stadion» erklärt FCL-Präsident Studhalter: «Sie werden konsequent verfolgt, gekoppelt mit einer technisch hochstehenden Videoüberwachungsanlage. Die fehlbaren Zuschauer werden identifiziert und bei erfolgreicher Identifikation der Strafverfolgungsbehörden übergeben.»

Der Unmut in der Luzerner Mannschaft über das Verhalten der sogenannten Fans wächst. Verteidiger Silvan Sidler (20) sagte nach dem Xamax-Spiel, was die meisten anderen Anhänger im Stadion denken: «Solche Aktionen der Fans helfen uns natürlich nicht, damit nahmen sie uns die Zeit weg, um allenfalls noch auszugleichen zu können.»

Für alle drei erwähnten Vorfälle wartet der FCL noch auf das Urteil des Schweizerischen Fussballverbandes (zuständig im Cup) und der Swiss Football League (in der Meisterschaft). Studhalter sagt dazu nur, dass er Bussen erwartet. Allein für die Sicherheitskosten hat Luzern in der Vorsaison pro Heimspiel 62 673 Franken bezahlt.

Family-Corner ist weniger gut besetzt

Die Angst vor Gewalt im und vor dem Stadion ist ein ernst zu nehmender Faktor, weshalb Eltern und Grosseltern mit ihren Kindern und Enkeln die Luzerner Allmend nicht mehr besuchen. Davon zeugen unter anderem regelmässige Zuschriften und Reaktionen unserer Leser. Auch FCL-Präsident Studhalter kann nicht von der Hand weisen, dass dies ein Grund ist, weshalb auch der Family-Corner weniger gut als in den Vorjahren besetzt ist.

Auf die Frage, warum in dieser Saison erstmals die durschnittliche Besucherzahl unter die Marke von 10 000 gefallen ist, antwortet er: «Dafür gibt es nicht einen Grund, sondern es sind viele. Namentlich zu erwähnen sind: Die Attraktivität der Liga, der Schweizer Meister ist bereits Runden vor Ende der Meisterschaft erkoren. Dann die Eintrittspreise, der ausbleibende sportlich stabile Erfolg, ein breites Unterhaltungsangebot in Luzern und in der Zentralschweiz, die Möglichkeit, die Spiele der SFL zu Hause zu einem günstigen Preis zu konsumieren sowie die hohe Dichte an internationalem Fussball am Fernsehen.» Diese Aspekte seien nicht abschliessend. «Für jeden Besucher steht ein anderer Aspekt im Vordergrund. Sowohl der FCL als auch die Liga haben diese Herausforderungen erkannt und arbeiten an Optimierungen.» Der FCL habe aus diesem Grund die Vision 21 erarbeitet, und die Liga habe zum Beispiel den Modus geändert mit der Einführung der Barrage.

Reduzierte Eintrittspreise auf die nächste Saison hin

Der FC Luzern ist immer wieder für seine hohen Eintrittspreise kritisiert worden. Studhalter bestätigt, dass ab der kommenden Saison Reduktionen der Ticketpreise vorgenommen werden. Unter anderem kostet ein Matchbillett auf der Gegentribüne (Sektor C) dann neu 58 Franken statt wie bisher 70.90 Franken. Genauere Preisanpassungen wird der Verein zu gegebener Zeit detailliert bekannt geben.

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