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FC Luzern landet sensationellen Sieg

Ausgerechnet bei Liga-Dominator YB findet der FC Luzern zum Siegen zurück, und wie! In den letzten Minuten dreht der FCL das Spiel, siegt mit 3:2. Die mutige Taktik von René Weiler hat sich ausbezahlt.
Raphael Gutzwiller, Bern
Spätes Glück für den FC Luzern: Stefan Knezevic (Zweiter von links) erzielt in der 88. Minute den Siegtreffer zum 3:2. Bild: Claudio de Capitani/Freshfocus (Bern, 6. Oktober 2018)---------------------------------------------------------------------

Spätes Glück für den FC Luzern: Stefan Knezevic (Zweiter von links) erzielt in der 88. Minute den Siegtreffer zum 3:2. Bild: Claudio de Capitani/Freshfocus (Bern, 6. Oktober 2018)
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Der Torschütze konnte es selber kaum fassen. Stefan Knezevic hatte soeben das Siegestor erzielt, machte sich auf den Weg vor den Auswärtsblock, um sich von den Fans feiern lassen. Nach wenigen Metern rutschte er aber auf dem Kunstrasen aus und wurde jubelnd unter seinen Mitspielern begraben. «Eine lustige Situation», sollte jener Knezevic wenige Minuten später erzählen. «Das Gefühl nach diesem Sieg ist unglaublich. Dieses Tor vergesse ich nicht so schnell.»

Knezevic krönte mit seinem Tor zum 3:2 drei Minuten vor Schluss eine starke Leistung des FC Luzern in einem verrückten Spiel gegen Schweizer Meister Young Boys. Dabei hätten in jener 87. Minute zwei andere Spieler ebenso die Chance gehabt zum Siegestorschützen zu avancieren. Erst über Umwege war der Ball überhaupt bei Knezevic gelandet. Ein strammer, abgelenkter Schuss von Filip Ugrinic traf die Querlatte, von dort fiel er Blessing Eleke vor die Füsse, dessen Schuss konnte YB-Goalie David von Ballmoos jedoch parieren, und dann war der Ball plötzlich bei Stefan Knezevic. «Ich habe gar nicht erwartet, dass der Ball noch zu mir kommt», sagte er. Und doch verwertete der Innenverteidiger aus dem Seetal, der zum Saisonstart lange mit einer Verletzung ausgefallen war, die Chance im Stile eines Torjägers zum 3:2.

Schulz erzielt ein Traumtor

Knezevics Treffer setzte den Schlusspunkt hinter ein begeisterndes Fussballspiel. Am Ende landete der FCL einen «geilen Sieg», wie es FCL-Routinier Christian Schwegler beschrieb. «Hier gegen YB zu gewinnen ist einfach toll. Ich denke, dass wir uns für eine tolle, kämpferische Leistung belohnt haben.» Tatsächlich hatte der FC Luzern im Stade de Suisse gegen jenes Team, das bisher neun von neun Meisterschaftsspielen gewinnen konnte, überzeugt. Das lag auch am Mut des Trainers. René Weiler überraschte mit einer speziellen Aufstellung einige – darunter offenbar auch sein Vorgänger und heutige YB-Trainer Gerardo Seoane. David Zibung stand völlig überraschend im Tor des FC Luzern. Zudem nominierte Weiler gleich sechs gelernte Verteidiger. Christian Schwegler spielte erstmals als Linksverteidiger, Simon Grether agierte auf dem Flügel und der sonstige Innenverteidiger Marvin Schulz zog im Mittelfeld die Fäden.

Und Schulz, der Deutsche, der einst die Nachwuchsabteilung der Borussia Mönchengladbach durchlaufen hat, zeigte eine überragende Leistung. Er war zweikampfstark, gut in der Spielauslösung und vor allem mutig. Grossen Mut bewies er insbesondere in der 82. Minute. Soeben hatte der FCL durch YB-Stürmer Jean-Pierre Nsame das 1:2 erhalten. Mit jener Niederlage, die eigentlich alle erwartet haben, wollte sich der ehemalige Bundesligaspieler jedoch nicht abfinden. Er erhielt den Ball, startete einen Lauf über zwanzig Meter. Und als er nicht angegangen wurde, haute er den Ball unhaltbar in den Winkel. Ein Traumtor. «Ich war selber überrascht, wie perfekt ich den Ball getroffen habe.»

Dank des Treffers von Stefan Knezevic nur fünf Minuten später holte der FCL am Ende nicht nur einen, sondern sogar deren drei Punkte. Mit dem Sieg beendete der FCL die Negativserie, zuletzt hatte er dreimal in Folge verloren. Endlich waren die Luzerner effizient gewesen, hatten die Tore dann erzielt, wenn es der Spielverlauf erforderte. Das war zuletzt vor allem in Basel (1:2) und in Zürich (0:1) anders gewesen. «Wir haben uns hier viel vorgenommen. Und es ist toll, dass der Plan aufgegangen ist», bilanzierte Schulz.

Der Schweizer Meister BSC Young Boys ging in der Liga erstmals in dieser Saison als Verlierer vom Platz. FCL-Trainer René Weiler meinte dazu: «YB kann auch mal eine Niederlage verkraften.»

Das sind die Noten der FCL-Spieler

David Zibung, Torhüter: 5
Steht überraschend im Tor der Luzerner und ist hochmotiviert. Hält mehrmals stark.

Otar Kakabadz, rechter Verteidiger: 4,5
Der Georgier steigert sich im Vergleich zu den letzten Leistungen, aber beim 1:1 lässt er sich ein bisschen einfach ausspielen.

Lucas Alves, Innenverteidiger: 5
Gewinnt viele Zweikämpfe. Stark, wie er die Duelle mit Assalé für sich entscheidet.

Stefan Knezevic, Innenverteidiger: 5,5
Hinten gewinnt der Abwehrchef fast jeden Zweikampf, vorne schiesst er sogar den Siegtreffer.

Christian Schwegler, linker Verteidiger: 5
Der Routinier ist in der Defensive clever, er leitet das 1:0 mit einem weiten Einwurf ein.

Idriz Voca, defensives Mittelfeld: 4,5
Er erobert viele Bälle, steht oft richtig. In Sachen Geschwindigkeit hat er mit Gegenspieler Sow teilweise Mühe.

Simon Grether, rechtes Mittelfeld: 4,5
Spielt ungewohnt weiter vorne als üblich, macht seine Sache aber gut. Schade, dass ihm Hoarau vor dem 1:1 entwischt.

Marvin Schulz, zentrales Mittelfeld: 6
Bärenstark! Darf im Mittelfeld ran, dort gefällt es ihm offenbar sehr. Krönt seine überragende Leistung mit einem Traumtor zum 2:2.

Olivier Custodio, zentrales Mittelfeld: 4,5
Rackert im zentralen Mittelfeld, ist zweikampfstark und aufsässig.

Pascal Schürpf, linkes Mittelfeld: 5
Der Captain führt den FCL kämpferisch an. Er verlängert den Ball mit dem Kopf zum Assist zum 1:0.

Shkelqim Demhasaj, Mittelstürmer: 5
Dass er immer für ein Tor gut ist, zeigt er in der 17. Minute beim 1:0. Er läuft viel, ist aber teilweise auf sich alleine gestellt.

Blessing Eleke, Mittelstürmer: 4,5
Kommt nach seiner Einwechslung zu zwei riesigen Torchancen, der Nigerianer kann jedoch beide nicht nutzen.

Christian Schneuwly, rechtes Mittelfeld: 4
Angeschlagen wird der sonstige Captain eingewechselt, fügt sich ins Luzerner Spiel ein.

Nicht bewertbar: Filip Ugrinic.

Bewertungsskala:
6: Matchwinner
5: Leistungsträger
4: Normalform
3: Mitläufer
2: Schwachpunkt
1: Totalausfall

(benotet von Raphael Gutzwiller)

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