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FCL-Coach Häberli und der Seoane-Vergleich

Der Schnee sorgte dafür, dass die Revanche für das Berner Cup-Aus in Luzern erst nächsten Mittwoch stattfindet. Allerdings steht FCL-Trainer Thomas Häberli ständig im Fernduell mit YB-Coach Gerardo Seoane.
Daniel Wyrsch

Als am Dienstag deutsche Medien berichteten, dass Gerardo Seoane (40) bei Borussia Mönchengladbach für die neue Saison ein Thema sei, da begann sich das virtuelle Trainer-Karussell in der Innerschweiz zu drehen. Ein besorgter FCL-Fan schrieb in einem Forum: «Remo Meyer, bitte mit Thomas Häberli verlängern – nicht mehr schlafen!»

Der Aufruf an den Sportchef hat einen Hintergrund. Das Trauma vom 1. Juni des vergangenen Jahres ist längst nicht verarbeitet. An jenem Tag verabschiedete sich Seoane mit einer WhatsApp-Mitteilung vom FCL und seinen Freunden in Richtung Meister Young Boys. Das wollen die blauweissen Anhänger nicht mehr erleben, vor allem nicht schon wieder mit Thomas Häberli (44).

Beste Verbindungen zu YB

Häberli, der ehemalige Kultstürmer der Berner, hat bekanntlich beste Kontakte in die YB-Zentrale. Ob Sportchef Christoph Spycher, Chefscout Stéphane Chapuisat oder Ausbildungschef Gérard Castella – mit allen pflegt er einen guten Kontakt. Die Sorge der Fans ist mehr als berechtigt, dass die Berner wie im letzten Frühjahr auch heuer ein Auge auf den Coach in Luzern geworfen haben. Umso mehr Häberli mit den Innerschweizern im Cup-Viertelfinal ausgerechnet den ­Liga-Dominator YB und Seoane mit einem 4:0 eliminiert hat.

Zudem besitzt Häberli bloss einen Temporär-Vertrag für die Rückrunde. Meyer hat zwar gegenüber unserer Zeitung gesagt: «Wir stehen tagtäglich im Austausch. Von beiden Seiten sind wir überzeugt, dass wir die Zusammenarbeit fortführen möchten.» Aber eben, Meyer kann beruhigen wie er will. Man nimmt es ihm nicht mehr ab. In zu wichtigen Dingen ist er schon daneben gelegen. Im vergangenen Sommer war er von Seoane vor vollendete Tatsachen gestellt worden, überrumpelt musste er den enorm erfolgreichen Coach (17 Spiele, 34 Punkte; Sprung von Platz 9 auf 3) ins Stade de Suisse ziehen lassen. Immerhin kassierte der FCL eine Transfersumme von geschätzten 700000 Franken für Seoane.

Bei Häberli spielt Meyer auf Abwarten

Meyer hatte bei der Vorstellung von Nachfolger René Weiler alle Zweifel mit Worten zu beseitigen versucht. Weniger als acht Monate später wurden dem Sportchef diese Aussagen um die Ohren geschlagen, als er den mit einem lukrativen Dreijahresvertrag ausgestatteten Weiler mangels Identifikation freistellen musste.

Dagegen ist Meyer jetzt bei Häberli sehr vorsichtig. Er spielt auf Abwarten. Erst in vier bis fünf Wochen könne der neue gemeinsame Vertrag unterzeichnet werden, sagte er. Tönt nicht gerade nach einem Vertrauensbeweis.

«Irgendwann werden wir zusammensitzen», antwortet Häberli, angesprochen auf seine ­Situation. Dabei gibt sich der Bauernsohn aus Ballwil bodenständig, offen und ehrlich. «Auch ich muss eine Familie ernähren», sagt er. Er erwartet, dass der FCL ihn aufgrund der Leistung als Trainer beurteilt – und nicht nur die Resultate zählen. Das 0:1 zu Hause gegen Basel vor acht Tagen war die erste Niederlage, der erste Dämpfer im sechsten Spiel. Häberli weiss, dass sein Team gegen den Ex-Serienmeister nicht die erhofften Nadelstiche setzen konnte. Morgen (16 Uhr) müssen die Luzerner in Sion bestehen, die Walliser sind nach drei Siegen in Serie im Aufwind.

Seoane-Aktie im Dauerhoch, Häberlis Kursverlauf noch offen

Objektiv betrachtet muss der FCL froh sein, dass die Cup-­Revanche gegen YB wegen des Schneefalls auf den nächsten Mittwoch (18.45 Uhr) verschoben werden musste. Häberli kennt die Mechanismen. «Mit drei Siegen hintereinander werde ich teurer, bei drei Niederlagen in Serie günstiger.» Man kann auch sagen: Seine Aktie steigt für den FCL, wenn er ähnlich erfolgreich ist wie Seoane –, und allenfalls für YB, falls der designierte Meistercoach Seoane die Berner wirklich verlässt. Fest steht, dass die Aktie des Rothenburgers seit rund eineinhalb Jahren im Hoch ist.

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