Neuzugang fix
Jetzt ist es endlich offiziell: Jordi Quintillà ist Spieler des FC Basel, aber wer muss seinen Platz räumen?

Drei Monate dauerte es, bis der FC Basel den Transfer von Jordi Quintillà offiziell machte. Damit ist er aber pünktlich zum Trainingsstart ein Teil der Mannschaft. Mit ihm herrscht aber auch weiter Platzmangel im zentralen Mittelfeld und damit bleibt die Frage offen, wer den Verein noch verlassen wird.

Esteban Waid
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Jordi Quintillà war bei St.Gallen Captain und wichtiger Baustein für die Vizemeisterschaft in der Saison 2019/20.

Jordi Quintillà war bei St.Gallen Captain und wichtiger Baustein für die Vizemeisterschaft in der Saison 2019/20.

Feshfocus / Daniela Frutiger

Kommt er jetzt oder kommt er doch nicht? Kaum eine Frage stellten sich die FCB-Fans in den letzten Tagen so oft wie die, ob der Spanier Jordi Quintillà nach Basel wechselt und wann der Wechsel kommuniziert wird. Denn diese Zeitung hatte bereits im März von der Unterschrift des 27-jährigen St.Galler Captains berichtet. Seitdem sind ziemlich genau drei Monate vergangen.

Am Donnerstag um 13 Uhr macht es der Klub dann endlich offiziell: Jordi Quintillà wechselt ablösefrei von St.Gallen zum FC Basel. Mit einem FCB-Trikot posierte er bereits auf dem Joggeli-Rasen. Und auch die im März angekündigte Vertragslaufzeit von drei Jahren hat sich bestätigt. Quintillà unterschreibt einen Kontrakt bis Sommer 2024.

Damit ist nicht nur der erste Neuzugang der neuen Saison fix, es ist auch die erste grosse Verkündung von David Degen, auch wenn der Deal noch unter der alten Führung eingefädelt wurde. Das könnte auch ein Grund sein, warum die Verkündung erst nach der GV stattfand. Damit macht der Verein auch das wahr, was Degen bereits im Interview mit der «Basler Zeitung» mit dem Blick auf mögliche Transfers angekündigt hatte:

Ein Flügelspieler. Ein Innenverteidiger. Ein Linksverteidiger. Ein Back-up für Silvan Widmer. Ein dynamischer Spieler fürs Zentrum.

Der Spieler fürs Zentrum wäre damit schon abgehakt. Das bedeutet auch, dass ein Abgang von Pajtim Kasami wahrscheinlicher wird. Zuletzt kam die Meldung auf, dass der Mittelfeldspieler vor einer Rückkehr zu seinem früheren Verein Olympiakos Piräus stehen würde, wo er von 2014 bis 2017 spielte. Eine Einigung zwischen den Vereinen steht bisher aber noch aus. Der FC Basel soll aber nicht abgeneigt sein.

Mit Quintillà herrscht im zentralen Mittelfeld der Basler nach aktuellem Stand ein deutliches Überangebot. Mit Fabian Frei, Taulant Xhaka, Quintillà und Kasami sind vier Routiniers im Kader, deren Anspruch ein Platz in der Startelf ist. Hinzu kommen Talente wie Yannick Marchand oder Matías Palacios, die ebenfalls ihre Spielzeit brauchen, um sich zu entwickeln.

Auch die Personalie Amir Abrashi ist immer noch in der Schwebe. Der FC Basel und der SC Freiburg sollen immer noch in Verhandlungen darüber sein, wie es mit dem 31-jährigen Mittelfeldabräumer weitergeht. Sein Leihvertrag läuft Ende Monat aus, aber auch er könnte in der kommenden Saison wieder für den FCB spielen. Mit dem Abgang von Luca Zuffi wurde immerhin schon ein Platz im Zentrum freigeräumt.

Klar dürfte aber sein, dass der FCB Jordi Qunitillà nicht geholt hat, um die Bank zu verstärken. Sportlich strebt Rotblau einen Umbruch an, der Spanier ist der erste Baustein dieses Projekts. Dass Quintillà ein Führungsspieler sein kann, hat er in St.Gallen unter Beweis gestellt.

Quintillà wurde beim FC Barcelona ausgebildet

Seit 2018 spielt er bei den Espen, erzielte in 110 Spielen 17 Tore und bereitete 13 vor. In der Saison 2019/20 spielte er eine wichtige Rolle bei der Vizemeisterschaft der Ostschweizer. In der vergangenen Saison unterstreicht die Ernennung zum Captain seine wichtige Rolle.

Seine sportliche Ausbildung genoss er zu grossen Teilen beim grossen FC Barcelona. Von der U16 an spielte sich Quintillà durch die verschiedenen Stufen im Nachwuchs der Katalanen. Der Sprung in die erste Mannschaft gelang ihm aber nie. Vor seinem Wechsel in die Schweiz spielte Quintillà in Amerika bei Sporting Kansas City und in Puerto Rico, stand zwischenzeitlich sogar mehrere Monate ohne Verein da.

In der Ostschweiz fand er dann schliesslich eine sportliche Heimat, in der er sich wohlfühlte. Umso schwerer fiel ihm auch der Abschied von den Fans und der Stadt:

«Es ist schwierig, alles, was ich gerade fühle, in Worte zu schreiben. Abschied zu nehmen, ist nie einfach, aber noch weniger von einem Ort, den ich als Zuhause, Familie und Leben angesehen habe»,

schrieb er vor drei Wochen auf Instagram. Sportlich will der 27-Jährige jetzt einen Schritt nach vorne machen: «Ich bin sehr glücklich, dass ich beim FC Basel den nächsten Schritt in meiner Karriere machen kann», wird er in der Mitteilung des Klubs zitiert.

Aber auch finanziell dürfte es für ihn ein grosser Schritt nach vorne sein. Im März berichtete der «Blick», dass Quintillà in St.Gallen ein Grundgehalt von 8000 Franken erhalten haben soll. In Basel hingegen soll er 25'000 erhalten, plus Wohnung und Geschäftsauto. Bestätigte Zahlen liegen nicht vor, der Wechsel scheint sich aber zu lohnen.

Das erste Mal für den FC Basel die Schuhe schnüren darf er aber bereits nächste Woche. Am Montag ist der offizielle Trainingsbeginn des FC Basel unter Patrick Rahmen. Bis jetzt noch mit einem vollgepackten Zentrum.