FC Zürich entlässt Fringer

Rolf Fringer ist nicht mehr Trainer des FC Zürich. Der Verwaltungsrat beschloss diesen Schritt gestern abend. Interimstrainer ist Urs Meier, der bislang für das U21-Team verantwortlich war.

Drucken
Teilen

FUSSBALL. Fünf Monate nur war Rolf Fringer im Amt. Fünf Monate, in denen er es nicht geschafft hat, dem Team ein Gesicht zu geben. In 17 Spielen holte Zürich nur 17 Punkte. Desolat war vor allem die Bilanz zu Hause. Nur zwei von neun Spielen im Letzigrund gewannen die Zürcher. Das 0:2 am Samstag gegen den Tabellenletzten Servette war der Tiefpunkt – und besiegelte das Ende für Fringer. Gestern verschickte der Club eine Mitteilung, heute um 11 Uhr will Präsident Ancillo Canepa Auskunft geben. Auch darüber, wie lange Urs Meier im Amt bleibt, der U21-Trainer übernimmt die Mannschaft interimistisch.

Das Team war gespalten

Dass Canepa gestern kurz nach 20 Uhr dem Trainer im Anschluss an eine Verwaltungsratssitzung die Entlassung mitteilte, war nach den Vorkommnissen der vergangenen Tage erwartet worden. Canepa hatte vor dem Spiel gegen Servette den Puls der Mannschaft gefühlt und erkannt, dass das Team gespalten und die Fraktion der Gegner von Fringer beträchtlich war. Diese Konstellation ist meist der Anfang vom Ende für einen Trainer. Fringer ist aber nicht nur das Opfer einer Laune von Jung-Profis. Er selbst hat sich mehr und mehr ins Abseits manövriert. Zuletzt auch mit ungeschickten Äusserungen wie am Samstag nach dem Spiel gegen Servette, als er im Schweizer Fernsehen auf die Frage, ob er Angst um seinen Job habe, antwortete: «Das ist mir egal.»

Dritte Entlassung in fünf Jahren

Damit endet für Fringer nach St. Gallen und Luzern ein drittes Engagement in der Super League in den vergangenen fünf Jahren vorzeitig. Das Scheitern von Fringer ist auch eine Niederlage für die Clubleitung. Sie hatte sich im Frühjahr nach der Entlassung von Urs Fischer für Fringer entschieden, weil sie sich sicher war, mit einem Trainer wieder an die Spitze zurückkehren zu können, «der weiss, wie man Meister wird». Nach nur 148 Tagen entpuppte sich diese Wahl als Fehlgriff: Fringer holte deutlich weniger Punkte als sein Vorgänger. (si)

Aktuelle Nachrichten