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FC Winkeln: Vorbereiter Luca Roelli trifft doppelt

Winkeln gewinnt das unterhaltsame, ausgeglichene 2.-Liga-Spiel gegen Herisau mit 4:3. An allen vier Winkler Toren ist Linksfuss Luca Roelli beteiligt.
Beni Bruggmann
Luca Roelli (Mitte) jubelt mit Marc Grünenfelder (links) und Simon Hofstetter. (Bild:Michel Canonica/TAGBLATT)

Luca Roelli (Mitte) jubelt mit Marc Grünenfelder (links) und Simon Hofstetter. (Bild:Michel Canonica/TAGBLATT)

Während der letzten zehn Spielminuten schneit es auf dem Gründenmoos heftig. Winkeln bringt den knappen Vorsprung glücklich über kritische Schlussminuten. Nach dem Abpfiff sind alle froh, an die Wärme zu kommen. Der Journalist hat Verständnis, dass sein Gesprächspartner zuerst unter die Dusche geht. «Nicht zu lange», bittet er. Bald kommen die Spieler frisch geduscht ins Clublokal, zuerst ein Ausgewechselter, dann der Torhüter, später auch der Captain. Und dann endlich, vermutlich als Zweitletzter, auch Luca Roelli. Er strahlt:

«Ich dusche halt so gerne.»

Es wird ein lockeres Gespräch mit einem fröhlichen, präzise formulierenden jungen Mann. Wir sprechen über die vier Winkler Tore. Das erste in der 22. Minute belegt Roellis gute Technik: Von der Strafraumgrenze aus überlistet er den Torhüter mit einem perfekten Heber. Beim zweiten steht er einfach am richtigen Ort und reagiert schnell. Die beiden anderen Tore bereitet er mit genauen Zuspielen vor; sie beweisen also seine gute Übersicht. «Ich bin eher der Vorbereiter als der Realisator», sagt er, und fügt an: «Manchmal bin ich zu wenig egoistisch.» Das glaubt man ihm, denn die Frage, wie viele Tore er in dieser Saison erzielt habe, bringt ihn in Verlegenheit. Im Handy findet er auf der OFV-Seite die Antwort: «Es sind erst zwei, also mit den beiden heutigen vier.»

Erst einmal Rot

Für die nächste Antwort braucht er kein Handy, da kennt er noch jede Einzelheit. Im Derby gegen Abtwil-Engelburg, am 13. Oktober letzten Jahres, wird er in der 94. Minute beim Stand von 1:1 vom Platz geschickt. «Diese rote Karte, die einzige in meiner ganzen Fussballzeit, war ungerecht.» Und dann steht er da, in leicht schräger Haltung, und demonstriert, wie er die gegnerische Hand, die damals in sein Gesicht fuhr, abzuwehren versuchte. «Das kann nicht rot sein.» Was gerecht ist oder ungerecht, das muss er wissen. Er studiert an der Uni Luzern Jus, will in weniger als zwei Jahren den Masterabschluss machen.

Luca Roelli, bald 25-jährig, wächst in Rotmonten auf, macht zuerst eine KV-Lehre und die BMS und arbeitet dann zwei Jahre. Jetzt wohnt er unter der Woche in einer WG in Schwamendingen, studiert in Luzern und spielt Fussball auf dem Gründenmoos. Er kommt aus einer sportlichen Familie. Die Eltern spielen Tennis und Golf, der Vater hat bei St. Otmar Handball gespielt. Auch die beiden Brüder Jonas und Niklas sind sportlich, widmen sich jetzt aber ganz dem Medizinstudium. «Familie, Freundin, Freunde», sagt er, «sind wichtig in meinem Leben.»

Seit neun Jahren beim FC Winkeln

Als Kind spielt er zuerst bei Rotmonten, dann fünf Jahre im Nachwuchs des FC St. Gallen. Als Sechzehnjähriger setzt er nicht mehr auf die Karte Fussball. Er wechselt im Jahr 2010 zu Winkeln. Schon bei seinem ersten Einsatz bei den Erwachsenen erzielt er ein Tor. Neun Jahre ist er nun schon beim Verein, und was für den Junior galt, gilt auch heute noch: «Ich gehe gerne ins Training. Fussballspielen, das macht mir immer noch Spass.»

In der 68. Minute wird er wegen eines Fouls verwarnt. Es ist die vierte gelbe Karte in dieser Saison. Das heisst: Er ist für den nächsten Match gesperrt. So könnte er am nächsten Wochenende durchaus noch seine zweite Leidenschaft ausleben, das Snowboarden. Die Schneeverhältnisse jedenfalls sind gut.

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