Der FC Wil möchte schon im ersten Spiel gegen Lausanne Zuschauer zulassen. Die Frage ist: Wer darf rein, wer nicht?

«Endlich wieder Fussball»!, heisst es auch beim FC Wil. Präsident Maurice Weber begrüsst die Entscheide der Liga. Und will bereits beim Auftakt in gut zwei Wochen im Heimspiel gegen Lausanne möglichst viele Zuschauer im Stadion begrüssen. Mehr als 250 werden es aufgrund der Corona-Schutzmassnahmen der Liga aber nicht sein.

Ralf Streule
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Wie voll darf das Bergholz werden? Das Liga-Schutzkonzept erlaubt höchstens 250 Zuschauer.

Wie voll darf das Bergholz werden? Das Liga-Schutzkonzept erlaubt höchstens 250 Zuschauer.

Sven Thomann/Freshfocus

Aus sportlicher Sicht geht es für den FC Wil nicht mehr um sehr viel, wenn ab Mitte Juni wieder Fussball gespielt wird. Die Ostschweizer stehen in der Challenge League auf dem sechsten Platz, neun Punkte hinter dem Barrageplatz. Nach vorne ist wohl nicht mehr allzu viel möglich. Am Tabellenende lauert zudem keine Gefahr - einen Absteiger wird es in diesem Jahr nicht geben. Auch wenn sportlich in den restlichen 13 Partien wenig auf dem Spiel steht, freut man sich beim FC Wil «geschlossen» auf die Wiederaufnahme der Saison, sagt Präsident Maurice Weber.

FC-Wil Präsident Maurice Weber: «Die Liga hat zwei gute, vernünftige Entschiede getroffen.»

FC-Wil Präsident Maurice Weber: «Die Liga hat zwei gute, vernünftige Entschiede getroffen.»

Bild: Sabrina Stübi

Zudem sei man glücklich darüber, dass die Super League nicht aufgestockt wird. Die Liga habe «zwei gute, vernünftige Entscheide getroffen, deren Deutlichkeit mich überrascht hat», sagt Weber, der als Vertreter des FC Wil selber an der Ligakonferenz vom Freitag teilnahm und seine Stimme für die Wiederaufnahme und gegen eine 12er-Liga abgab. «Eine Modusänderung hätte zu viele Unabwägbarkeiten mit sich gebracht. Und dass wir wieder spielen, ergibt aufgrund der sinkenden Coronazahlen Sinn.»

Kurzarbeit-Gelder sind nicht alles

Der FC Wil nimmt das Training am Pfingstmontag wieder auf. Ab diesem Zeitpunkt wird der Verein für die Spieler beim Bund keine Kurzarbeit-Gelder mehr beziehen können. Finanziell müsse die Wiederaufnahme der Saison dennoch nicht nur schlecht sein, sagt Weber. Einerseits sind somit TV-Gelder gesichert. Anderseits: «Wenn die Saison verlängert wird, verbessern sich unsere Chancen, Talente zu Super-League-Teams transferieren zu können», sagt Weber. Diesbezüglich zeichne sich die eine oder andere Transfereinnahme ab.

Der FC Wil wird sieben der verbleibenden 13 Spiele zu Hause im Bergholz austragen, zunächst gegen Leader Lausanne. Es ist eine Partie, die im Normalfall viele Leute angezogen hätte. Wil wolle so viele Zuschauer wie möglich ins Stadion lassen, sagt Maurice Weber. Der Bundesrat erlaubt Anlässe mit 300 Personen, die Schutzkonzepte der Swiss Football League sehen jedoch lediglich 200 bis 250 Zuschauer im Stadion vor.

Wer darf rein? Und wer nicht?

Detailfragen seien hier noch nicht geklärt, sagt Weber. Eine Herausforderung werde die Frage sein, wer die Spiele besuchen darf. Gegen 500 Saisonabonnements sind derzeit registriert, zählt man jene des Gönnervereins Club 2000 dazu. «Wir können nicht einfach nur die Clubmitglieder berücksichtigen.» Aber eben auch nicht nur die Leute von der Fankurve. Wählt man ein Rotationssystem, bei dem jeder Abobesitzer eine gewisse Anzahl Spiele besuchen kann?

Man werde in den kommenden Tagen kreative Lösungen präsentieren, verspricht FC-Wil-Geschäftsführer Benjamin Fust. Dass man grundsätzlich auf die Flexibilität und Solidarität vieler Sponsoren und Vereinsmitglieder setzen könne, habe sich in den vergangenen Wochen gezeigt.