FC Wil
Ohne Trainer Alex Frei im Tessin gegen das Schlusslicht

Der FC Wil ist derzeit in bestechender Form. Beim Gastspiel im Tessin müssen die Äbtestädter auf Ihren Cheftrainer verzichten. Dieser sitzt nach seiner vierten gelben Karte eine Sperre ab. Für einmal wird Co-Trainer Romain Villiger an seine Stelle rücken.

Gianluca Lombardi
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Trainer Alex Frei zeigt sich selbstkritisch.

Trainer Alex Frei zeigt sich selbstkritisch.

Bild: Walter Bieri/KEY

Zeigen auch die Akteure auf dem Feld, was sie in den letzten Wochen und Monaten gelernt haben, dürfte einem Vollerfolg im Tessin wenig im Weg stehen. Doch aufgepasst, Chiasso ist nicht der typische Tabellenletzte. Ein Lied davon singen können vor allem die Wiler.

Die Ostschweizer sind näher am Barrageplatz als am Abstiegsplatz. Noch vor kurzem sah das komplett anders aus. Doch die Wiler haben nach der Winterpause deutlich an Fahrt aufgenommen und fleissig Punkte gesammelt. Vier Siege, zwei Unentschieden – so die hervorragende Bilanz des FC Wil im neuen Jahr.

Beim Schlusslicht Chiasso soll diese Serie keinen Abbruch erleiden. Doch Vorsicht ist geboten, denn kaum eine Mannschaft hat den Wilern zuletzt so viel Mühe bereitet wie die Tessiner. Keine der vergangenen fünf Direktbegegnungen ging zu Gunsten der Äbtestädter aus. Ein Umstand, den die Wiler an diesem Freitagabend unbedingt ändern möchten.

Gesperrter Übungsleiter

Nicht an der Seitenlinie stehen darf dabei Cheftrainer Alex Frei. Gegen die Grasshoppers sah er wegen Reklamierens die vierte gelbe Karte und sitzt dieses Wochenende seine Sperre ab. Vier Verwarnungen in 21 Spielen sind eine deutliche Ansage. Selbst Aggressivleader Philipp Muntwiler schafft es nur auf fünf Verwarnungen in dieser Saison.

Es ist eine Bilanz, die sich keineswegs schön liest, aber aufzeigt, mit welchem Elan der Wiler Übungsleiter vorangeht. Wie es scheint, dürfte eben genau dieser Elan auch die Mannschaft mittlerweile erreicht haben, denn diese spielt aktuell deutlich aggressiver und zielstrebiger als früher. Ohne dabei die Schwelle zur Unsportlichkeit zu überschreiten.

Lerneffekte

Frei selbst sieht seine Sperre entsprechend selbstkritisch:

«Auch wir Trainer haben eine Vorbildfunktion, dessen wurde ich mir wieder bewusst. Ich werde daraus lernen.»

Trotzdem wird er zusammen mit der Mannschaft nach Chiasso reisen. Das Coaching wird er dabei aber seinem Assistenten Romain Villiger überlassen müssen. Zeigen auch die Akteure auf dem Feld, was sie in den letzten Wochen und Monaten gelernt haben, müsste ein Vollerfolg im Tessin möglich sein.