Nur 400 Zuschauer bei FC-Wil-Spielen? Der Club hofft auf Sonderbewilligung für Stehplätze

Zwei Drittel der Sitzplätze in Schweizer Stadien dürfen ab Oktober belegt werden. Dieser Entscheid bringt für den FC Wil eine paradoxe Situation: Neu dürfen weniger Zuschauer dabei sein als noch bei der 1000er-Regel nach dem Restart. Der Klub hat zwei Möglichkeiten, doch noch auf über 400 Zuschauer zu kommen.

Ralf Streule
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Noch ist offen, wie viele Zuschauer ab Oktober im Bergholz zugelassen werden.

Noch ist offen, wie viele Zuschauer ab Oktober im Bergholz zugelassen werden.

Sven Thomann/Freshfocus / Blick

Beim FC Wil treibt derzeit nicht nur die Frage um, wer der nächste Trainer wird. Offen ist auch, wie viele Zuschauer man ab Oktober zu Heimspielen zulassen darf. Zwei Drittel der Sitzplätze dürfen neu gemäss Bund besetzt werden – was Klubs wie den FC St.Gallen freut, Vereine mit kleinen Stadien aber weniger. Der FC Wil könnte bei seinen 600 Sitzplätzen noch 400 Zuschauer zulassen – weniger also als noch während der 1000er-Regel nach dem Restart im Juni.

Bei dieser paradoxen Situation bieten sich für Benjamin Fust, den Geschäftsführer des FC Wil, zwei Lösungen an. Er hofft er auf eine Sonderbewilligung für Stehplätze und will beim Kanton zügig einen Antrag einreichen. Kantonale Ausnahmebewilligungen sind gemäss Bund vorgesehen, sofern die Schutzmassnahmen eingehalten werden können. Und die Swiss Football League plädiert dafür, die Sitzplatzpflicht in der Challenge League zu überdenken. Die Chancen sind in dieser Sache also intakt für den FC Wil.

Provisorische Sitzplätze auf der Gegentribüne?

Sollte keine Sonderbewilligung erteilt werden, gäbe es für Wil eine zweite, kostspieligere Lösung: Dem Klub bliebe gemäss Fust nichts anderes übrig, als auf der Gegentribüne Sitzplätze zu montieren. Es dürfte nicht genügen, auf den Betonstufen Sitzplätze einzuzeichnen, als Sitzplatz zählt nur ein fest montierter, nummerierter Sitz.

Der FC Wil ist mit seinem Problem in der Challenge League nicht alleine. Besonders der FC Aarau und der FC Winterthur, mit meist über 3000 Zuschauern, aber einer überschaubaren Zahl an Sitzplätzen, haben deutliche Nachteile. Wie es bei den Klubs konkret weitergeht in Sachen Zuschauerplanung, hängt vom Goodwill der Kantone ab. Entscheide sind noch nicht in den kommenden Tagen zu erwarten. Im Gegensatz wohl zur Trainerfrage beim FC Wil.

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