KOMMENTAR: Der FCSG hat Hüppis Feuer dringend nötig

Die Aktionäre des FC St.Gallen haben sich für einen Umsturz der aussergewöhnlichen Art entschieden. Das sei ein riskanter Weg, schreibt Sportchefin Patricia Loher in ihrem Kommentar. "Aber der einzig richtige, wenn ein Fussballclub zum Stillstand gekommen ist."

Drucken
Teilen
Der neue FCSG-Präsident Matthias Hüppi und Aktionär Edgar Oehler. (Bild: Benjamin Manser)

Der neue FCSG-Präsident Matthias Hüppi und Aktionär Edgar Oehler. (Bild: Benjamin Manser)

Dem FC St.Gallen ist ein Coup geglückt, der weit über die Region hinaus Schlagzeilen macht. Fernsehmann Matthias Hüppi ist der neue Präsident des FC St. Gallen. Der 59-Jährige mit dem grün-weissen Herzen soll den auf Führungsebene ins Schlingern geratene Club wieder auf Kurs bringen. Hüppi, der gebürtige St. Galler und Neffe des verstorbenen Alt-Bundesrates Kurt Furgler, bewegt sich in der Öffentlichkeit sicher und professionell. In der Ostschweiz geniesst er Respekt. Bereits Hüppis erster Auftritt, seine feurige Rede über die Bedeutung dieses Clubs, seine Ansage, es gebe ab nun nur noch eine Gruppe, macht Hoffnung, dass bald wieder Ruhe einkehrt.

In St.Gallen ist seit Dienstag also nichts mehr so, wie es Dölf Früh im Mai hinterlassen hatte. Im Verwaltungsrat sitzen keine Clubangestellten mehr und Frühs Nachfolger Stefan Hernandez ist bereits wieder weg. Nachdem die neuen Aktionäre in den vergangenen Wochen alles geprüft haben was es zu prüfen gab, sind sie zum Schluss gekommen: So kann ein Unternehmen im Spitzenfussball nicht funktionieren. Auf dem Platz und auf der Führungsebene war keine Entwicklung erkennbar. Hernandez, dem stets freundlichen und zuvorkommenden Mann, ist es nicht gelungen, Zeichen zu setzen.

So hat Hernandez noch immer keinen Sportchef installiert. Zudem schaffte er es nicht, die Grabenkämpfe zu beenden. Der FC St. Gallen war blockiert.

Die Aktionäre haben sich für einen Umsturz der aussergewöhnlichen Art entschieden. Das ist ein riskanter Weg. Aber der einzig richtige, wenn ein Fussballclub zum Stillstand gekommen ist. Die Verpflichtung von Hüppi ist ein kluger Schachzug. Er wird dem FC St.Gallen, um den sich zuletzt eine seltsame Lethargie ausgebreitet hatte, neuen Schub verleihen. Das ist sowohl auf
als auch neben dem Platz dringend nötig.

Patricia Loher

Aktuelle Nachrichten