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FC St.Gallen vergibt Sieg in letzter Minute +++ Itten und Lüchinger fallen verletzt aus +++ Trainer Zeidler sauer

Trotz starker Leistung in der ersten Halbzeit und einem noch stärkeren Vincent Sierro muss sich der FC St.Gallen mit einem Unentschieden gegen Lugano zufrieden geben. Stürmer Cedric Itten fällt mit einem Kreuzbandriss sechs Monate aus, Lüchinger bricht sich das Schlüsselbein.
Martin Oswald
St. Gallens Cedric Itten wird abtransportiert. (Bild: Keystone/Gian Ehrenzeller)

St. Gallens Cedric Itten wird abtransportiert. (Bild: Keystone/Gian Ehrenzeller)

Die Tore

  • 1:0, 28. Minute, Vincent Sierro: Eine Körpertäuschung an der Strafraumgrenze und ein perfekter Schlenzer in die weite Ecke - so bringt Sierro den FC St.Gallen verdient in Führung.
  • 2:0, 42. Minute, Vincent Sierro: Dereck Kutesa verpasst von Links eine Grosschance, doch Kollege Sierro ist zur Stelle und drückt den Abpraller über die Linie.
  • 2:1, 53. Minute, Mattia Bottani vernascht die St.Galler Innenverteidigung und hält mit einem Schlenzer seine Mannschaft im Spiel.
  • 2:2, 90. Minute, Alexander Gerndt drückt in der letzten Spielminute den Ball vor Stojanovic über die Linie. Die Verteidigung sieht lausig aus.

Die Spiel-Analyse

Neben drei Punkten hatte der FCSG heute ein grosses Ziel: Endlich wieder einen Heimsieg einfahren. Trotz der enttäuschenden Niederlage gegen Luzern kamen auch heute wieder 12'800 Zuschauer in den Kybunpark. Und sie sahen von Beginn weg eine engagierte und zielstrebige Mannschaft. In der 8. Minute hämmerte Cedric Itten den Ball aus 20 Metern an rechten Pfosten. Kurz darauf prüfte Ashimeru Lugano-Torhüter Da Costa. Der Führungstreffer durch Sierro war nach einer halben Stunde verdient und überfällig. Es dauerte bis zur 38. Minute bis auch der FC Lugano ein erstes Mal gefährlich vor dem Tor von Stojanovic auftauchte, doch der Schuss von Carlinhos ging über das Tor. Das 2:0 noch vor der Pause verschafften dem FCSG eine ausgezeichnete Ausgangslage für die zweite Halbzeit.

Nichts deutete auf eine Auferstehung der Luganesi in der zweiten Halbzeit hin, bis Carlinhos aus dem Nichts der Anschlusstreffer gelang. Fortan lieferten sich die beiden Teams einen offenen Schlagabtausch mit Chancen hüben wie drüben - sehr zur Freude des Publikums. Die Mannschaft von Peter Zeidler musste sich gegen Ende des Spiels selber vorwerfen, den "Sack" nicht früher zugemacht zu haben. Um ein Haar wäre in der 80. Minute der Ausgleichstreffer gefallen. Der Schuss vom auffälligen Carlinhos prallte von der Latte runter auf die Torlinie. In dieser Situation hatte der FC St.Gallen Glück. Unvermögen dann aber kurz vor Schluss: Lugano gelingt in der 90. Minute der Ausgleichstreffer - riesig die Enttäuschung unter den 12'800 Zuschauern.

Die Reaktionen

Captain Silvan Hefti hadert mit dem Ausgleich so kurz vor Schluss: «Das darf uns nicht passieren.»

Trainer Peter Zeidler: «Wir sind alle sehr enttäuscht. Wir hatten die totale Kontrolle in der ersten Halbzeit. Aber gegen Ende haben wir Lugano zu viele Chancen zugestanden.»

«Der mögliche Ausfall von Itten wiegt schwerer als die zwei verlorenen Punkte. Schauen sie bitte Fernsehen heute Abend, das tut wirklich weh.»

«Wir machen jetzt keine Polemik und ich will auch nicht gegen den Schiedsrichter reden, aber das (Foul gegen Itten) geht so nicht.»

Der Beste

Vincent Sierro hat zurzeit einen Lauf. Nach starken Leistungen in Neuenburg und im Cup gegen Muri, setzte er auch heute die Akzente im St.Galler Mittelfeld und belohnte sich und die Mannschaft mit zwei Toren. Sein persönlicher Score hätte sogar noch höher ausfallen können, doch sein Schlenzer in der zweiten Halbzeit knallte an die Latte. Auch Ashimeru wusste erneut zu gefallen.

Der Schlechteste

Der eingewechselte Yannis Tafer schien kraftlos und verlor viele Bälle leichtfertig. Eine schlechte Figur machte auch Leonel Mosevich, der bei beiden Gegentreffern nicht ganz schuldlos war.

Dereck Kutesa: Note 4. Gefällige erste Halbzeit, dann baut Kutesa in der zweiten zusehends ab.
Nicolas Lüchinger: Note -. Ein bitterer Nachmittag für den Rheintaler: Muss mit Schlüsselbeinbruch früh raus (9.) und fällt mindestens zwei Monate aus.
Leonel Mosevich: Note 3. Unauffällig. Kommt beim 1:2 aber zu spät, und beim 2:2 verliert der Argentinier das entscheidende Kopfballduell.
Jordi Quintilla: Note 4,5. Ein passabler Auftritt. Hält das Mittelfeld lange gut zusammen.
Vincent Sierro: Note 6. Sierro hier, Sierro da, Sierro überall. Feines Führungstor, Abstauber zum 2:0, Lattenschuss. Schlicht der Beste auf dem Platz.
Yannis Tafer: Note 3. Kommt für Itten (56.). Tafer ist schlecht und nie zu sehen.
Peter Tschernegg: Note -. Kommt für Ashimeru (81.). Das reicht nicht für eine Benotung.
Andreas Wittwer: Note 3,5. Lässt auf der linken Seite nichts anbrennen, ist beim 1:2 aber wie Mosevich nicht auf der Höhe.
Dejan Stojanovic: Note 4,5. Bei den Gegentoren machtlos. Stojanovic ist ein-, zweimal zur Stelle, als es ihn braucht.
Majeed Ashimeru: Note 4,5. Immer wieder mit guten Inputs für die Offensive. Nimmt sich aber bisweilen lange aus dem Spiel.
Axel Bakayoko: Note 4. Kommt für Lüchinger (9.). Wirkt teilweise konfus, aber man erkennt eine Steigerung bei ihm.
Roman Buess: Note 4. An den beiden Treffern Sierros beteiligt. Rackert viel, bleibt im Abschluss ohne Fortune.
Silvan Hefti: Note 4,5. Solide Leistung des Captains, aber am Schluss verliert auch der Innenverteidiger die Orientierung.
Cedric Itten: Note 5. Die Hiobsbotschaft schlechthin: Kreuzband und Innenband im rechten Knie gerissen nach brutalem Foul (55.) von Daprelà. Itten fällt sicher sechs Monate aus.
14 Bilder

Sierro top, Tafer und Mosevich mit Luft nach oben: Die Noten der FCSG-Spieler gegen den FC Lugano

Lüchinger und Itten verletzen sich

Bereits in der 9. Minute musste Rechtsverteidiger Nicolas Lüchinger nach einem Foul verletzt vom Platz. Befund: Gebrochenes Schlüsselbein. An seine Position kam der gelernte Stürmer Axel Bakayoko. Trainer Peter Zeidler fehlen mit dem verletzten Philippe Koch zurzeit die Alternativen. In der 56. Minute musste dann Cedric Itten mit der Bahre vom Platz getragen werden. Er fällt mindestens sechs Monate aus.

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Das gab zu reden

Ultras zündeten nach einer Viertelstunde Rauchpetarden im Fansektor und hüllten das Stadion in dichten Rauch. Sie ernteten dafür gellende Pfiffe von den anderen Rängen.

Das Spiel im Liveticker nachlesen:

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