Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

FC ST.GALLEN: «Nur die Ruhe»

Goalie Daniel Lopar ist einer der konstantesten St. Galler. Vor dem Montagsspiel in Luzern spricht er vom Durchhänger des Teams, von der zu Ende gehenden Ära Dölf Früh und dem Konkurrenzkampf auf seiner Position.
Ralf Streule
Daniel Lopar ist wieder öfter als zuletzt im Mittelpunkt des Geschehens. Wie hier beim 1:3 gegen die Grasshoppers. (Bild: Andy Müller/Freshfocus)

Daniel Lopar ist wieder öfter als zuletzt im Mittelpunkt des Geschehens. Wie hier beim 1:3 gegen die Grasshoppers. (Bild: Andy Müller/Freshfocus)

Ralf Streule

Nur nicht nervös machen lassen. Welche Frage man Daniel Lopar auch stellt, auf diese Quintessenz lassen sich viele seiner Antworten herunterbrechen. Die sportliche Lage der Mannschaft? Der Konkurrenzkampf auf der Goalieposition? Oder der krankheitsbedingte Rücktritt des Präsidenten Dölf Früh auf Ende Saison? Der 31-jährige Romanshorner will den Ball flach halten, Ruhe bewahren.

Die Botschaft vom anstehenden Rücktritt Frühs habe die Mannschaft am Montag erreicht, am selben Tag, als sie der FC St. Gallen öffentlich kommuniziert hatte. «Wir waren alle überrascht und betroffen», sagt Lopar. Früh habe vor einem Training zur Mannschaft gesprochen – wobei er Informationen zu seiner Krankheit für sich behielt. «Das ist auch richtig so, das müssen wir respektieren.» Lopar, der seit 2006 dem Club angehört und damit als einziger aktueller St. Galler Spieler die gesamte «Ära Dölf Früh» miterlebt hat, lobt die Geradlinigkeit des Präsidenten. «Er steht zu seinem Wort und stellt die Sache über alles. Ihm war stets der Verein und dessen sportlicher Erfolg das Wichtigste, das bewundere ich.»

«Ich will noch lauter werden.»

Zum sportlichen Erfolg will Lopar am Montag in Luzern zusammen mit seinen Teamkollegen wieder zurückfinden. Seine Aufgabe hat er in dieser Saison oft sehr gut gelöst. Auch in den vergangenen vier Spielen, als die Ostschweizer nur zwei Punkte holten und neun Gegentore einstecken mussten, war ihm wenig anzukreiden. Auf die Mini-Krise der Mannschaft angesprochen, sagt Lopar: «Wir dürfen jetzt nicht gleich alles hinterfragen. In Luzern werden wir wieder anders auftreten.»

Lopar spricht davon, dass in der Super League viele Teams ­ so nahe beieinander liegen wie schon lange nicht mehr, und nur ein kleiner Leistungsabfall zu negativen Resultaten führe. Das Problem sah er zuletzt in der Defensivarbeit der gesamten Mannschaft. «Wir erhielten zu viele Gegentore. Hier müssen wir ansetzen.» Verantwortung übernehmen müssten vor allem – wie immer, wenn es nicht ganz rund laufe – die erfahrenen Spieler. Also auch er. Und in diesem Zusammenhang sieht er die Ruhe nicht mehr als Tugend: «Mein persönliches Ziel ist es, auf dem Platz noch lauter und in Sachen körperlicher Ausstrahlung noch präsenter zu werden.» Unter dem Strich beurteilt er die Saison positiv: «Dass wir es nach dem durchzogenen Saisonstart geschafft haben zurückzukehren, zeigt: Wir haben ein intaktes Team.»

Ruhe bewahren will Lopar, der in den kommenden Wochen erstmals Vater wird, auch in eigener Sache. Der Druck auf seine Position im Tor wird durch den aufstrebenden Mazedonier Dejan Stojanovic wohl nicht kleiner. Er kenne die Situation, seinen Platz verteidigen zu müssen, sagt Lopar. 207 Spiele hat er in den vergangenen gut zehn Jahren in der Super League absolviert. Dass er nicht an die Zahlen von Thuns Nelson Ferreira (399) oder Veroljub Salatic (373) herankommt, hat damit zu tun, dass er in St. Gallen zunächst Stefano Razzetti den Vortritt lassen musste, später Germano Vailati. Und auch Marcel Herzog machte ihm den Platz stets streitig. «Konkurrenz ist immer da in diesem Geschäft. Mir gefällt das. Man fordert sich im Training.» Dennoch macht er einen Unterschied aus im Konkurrenzkampf: Mit Herzog rüttelte ein erfahrener, ruhiger Torhüter an Lopars Position. Mit Stojanovic sei es ein «junger, williger, der Gas gibt». Eine Konstante wird sich damit nicht ändern: Lopar schaut auf sich. Seine Karriere soll noch einige Jahre andauern. Mit 31 steht man schliesslich im besten Torhüter-Alter.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.