FC ST.GALLEN: «Meine Eltern waren nervöser»

Bei seinem Einstand für St.Gallen traf Tranquillo Barnetta in Vaduz zweimal den Pfosten, ehe er das Führungstor vorbereitete. Im Interview spricht Barnetta über Nervosität, das Telefonat mit seinen Eltern und den Hype um seine Person.

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Stand am Sonntag gegen Vaduz erstmals im Einsatz für die Espen: Tranquillo Barnetta. (Bild: WALTER BIERI (KEYSTONE))

Stand am Sonntag gegen Vaduz erstmals im Einsatz für die Espen: Tranquillo Barnetta. (Bild: WALTER BIERI (KEYSTONE))

Ihnen ist eine Topleistung geglückt. Sie trafen aber auch zweimal den Pfosten. Sie schienen ziemlich verärgert.

Ich kann mich nicht erinnern, dass ich je in einem Spiel gleich zweimal den Pfosten getroffen habe. Vor allem der zweite Pfostentreffer hat mich echt geärgert.

Ihr Team begann fulminant, liess aber nach. Weshalb?

In der ersten Halbzeit haben wir umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Auf dieser Leistung können wir aufbauen. Wir hätten zur Pause 2:0 oder gar 3:0 führen können. In der zweiten Halbzeit standen wir dann zu weit auseinander und erzeugten weniger Druck. Am Ende müssen wir froh sein, dass wir nicht noch mehr Tore erhalten haben.

Waren Sie nervöser als sonst?

Ich bin immer nervös, vor jedem Spiel. Das brauche ich.

Ein Willkommensgruss aus der Fankurve für Tranquillo Barnetta. (Bild: Steffen Schmidt/freshfocus)
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Und da ist er auch schon, der Rückkehrer. (Bild: Steffen Schmidt/freshfocus)
Gezeigt, was in ihm steckt, hat Tranquillo Barnetta denn auch bereits in Vaduz: Er war massgeblich am 1:0 beteiligt (hier gegen Simone Grippo). (Bild: Steffen Schmidt/freshfocus)
Und auch auf ihm ruhen grosse Hoffnungen: St.Gallens Neuzugang Sejad Salihovic, hier gegen Stiepan Kukuruzovic. (Bild: Steffen Schmidt/freshfocus)
Erst vor wenigen Tagen wurde er verpflichtet, nun dirigiert Salihovic bereits auf dem Platz. (Bild: Steffen Schmidt/freshfocus)
Der Mann, der hier die Hände verwirft, hat St.Gallen den einen Punkt gesichert: Albian Ajeti. (Bild: WALTER BIERI (KEYSTONE))
Und dieser Mann, der mal der unsere war, holte den Punkt für Vaduz: Moreno Costanzo, hier im Zweikampf mit Kofi Schulz. (Bild: Steffen Schmidt/freshfocus)
Da haben nicht nur sie keine Freude: Kofi Schulz und Daniel Lopar nach Costanzos Ausgleichstreffer. (Bild: Steffen Schmidt/freshfocus)
Und was meinen die Trainer? Joe Zinnbauer schaut etwas mürrisch drein... (Bild: Steffen Schmidt/freshfocus)
...und auch Giorgio Contini mag nicht lächeln. (Bild: Steffen Schmidt/freshfocus)
Karim Haggui diskutiert mit Schiedsrichter Sascha Amhof... (Bild: Steffen Schmidt/freshfocus)
..derweil feuert Tranquillo Barnetta seine Teamkollegen an. (Bild: Steffen Schmidt/freshfocus (freshfocus))
Axel Borgmann gegen Marco Aratore. (Bild: Steffen Schmidt/freshfocus)
...und Tschüss Vaduz: Bald stehen Barnetta und Gianluca Gaudino in St.Gallen auf dem Rasen. (Bild: Steffen Schmidt/freshfocus)

Ein Willkommensgruss aus der Fankurve für Tranquillo Barnetta. (Bild: Steffen Schmidt/freshfocus)

Sie telefonieren vor jedem Spiel mit Ihren Eltern. Was haben sie Ihnen gesagt?

Diesmal waren sie nervöser als ich selber. Wir versuchen aber immer, auch über andere Dinge als über Fussball zu reden.

Am nächsten Sonntag spielen Sie erstmals im Kybunpark. Wie gehen Sie mit dem grossen Rummel um Ihre Person um?

Es war ja schon heute in Vaduz fast wie ein Heimspiel. Die Atmosphäre war unglaublich. Natürlich freue ich mich auf nächsten Sonntag. Aber der Hype um mich darf nicht zu gross werden. (pl)

Tranquillo Barnetta: Note 5. Der Rückkehrer deutete an, wie gross sein Wert für die St.Galler in Zukunft noch sein kann. An praktisch jeder Offensivaktion war Barnetta beteiligt. Pech hatte er, als in der ersten Halbzeit zuerst ein Freistoss und danach ein Abschluss an den Pfosten ging. Allerdings durfte er sich bereits ein erstes Assist zuschreiben lassen. (Bild: pd)
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Daniel Lopar: Note 5. Der Goalie war in der ersten Halbzeit praktisch ohne Arbeit. Nach der Pause aber bekam er gleich einiges zu tun. In der 47. Minute rettete er gegen Pascal Schürpf und in der 64. Minute bravourös gegen den alleine auf ihn zulaufenden Moreno Costanzo. Beim Gegentor war Lopar machtlos. (Bild: pd)
Roy Gelmi: Note 4. Roy Gelmi litt zuletzt an der Grippe. Vor allem in der ersten Halbzeit war ihm das aber nicht anzusehen. Er wirkte hellwach und war zweikampfstark. So fing er den einen oder anderen im Ansatz gefährlichen Ball des Gegners schon vor der Abwehr ab. In der 73. Minute musste er Neuverpflichtung Sejad Salihovic Platz machen. (Bild: pd)
Karim Haggui: Note 3. Karim Haggui wirkte lange wie der Fels in der Brandung und strahlte viel Sicherheit aus. Doch der routinierte Innenverteidiger liess sich vor dem Gegentor von Moreno Costanzo düpieren. Aber man muss gestehen: Der ehemalige St. Galler Costanzo hatte sich dieses Tor durch eine feine Einzelleistung redlich verdient. (Bild: pd)
Silvan Hefti: Note 5. Der junge Verteidiger blieb praktisch tadellos. Er bügelte zudem den einen oder anderen Fehler seiner Kollegen aus. Vor allem in der ersten Halbzeit stand der 19-Jährige für St. Gallens Zweikampfstärke. Damit brachte er seine Gegenspieler an den Rand der Verzweiflung. (Bild: pd)
Kofi Schulz: Note 4. Kofi Schulz rückte etwas überraschend in die Startformation. Der Verteidiger lieferte solide Arbeit ab, tauchte dann allerdings etwas ab und musste schliesslich angeschlagen ausgewechselt werden. (Bild: pd)
Andreas Wittwer: Note 4. Ein solider Wert, der unermüdlich kämpfte und sich auch in die Offensive einschaltete. Zudem hatte Wittwer auch noch eine gute Torchance auf dem Fuss. Er scheint sich jedenfalls einen Stammplatz erkämpft zu haben. (Bild: pd)
Nzuzi Toko: Note 4. In der ersten Halbzeit lieferte der Captain neben Tranquillo Barnetta ein grosses Spiel. Unermüdlich im Zweikampf und stets bestrebt, den Ball zurückzuerobern. Aber auch er konnte in der zweiten Halbzeit nicht mehr an die gute Leistung der ersten 45 Minuten anknüpfen. (Bild: pd)
Marco Aratore: Note 4. Der Mittelfeldspieler war schon auffälliger. Trotzdem brachte er sich immer wieder gut ein ins Offensivsspiel, ehe er, wie viele seiner Teamkollegen auch, in der zweiten Halbzeit nicht mehr viel Einfluss auf das Spiel nehmen konnte. (Bild: pd)
Albian Ajeti: Note 5. Der Stürmer bewies nicht nur seine Torgefährlichkeit, sondern auch sein gutes Auge für die Mitspieler, als er einmal Wittwer und ein anderesmal Aratore wunderbar einsetzte. Bemerkenswert war vor allem seine Präsenz. In der 75. Minute musste er leicht angeschlagen vom Platz. (Bild: pd)
Roman Buess: Note 4. Er lieferte eine gute, engagierte Leistung ab, ging neben den lange auftrumpfenden Barnetta und Ajeti aber fast einwenig unter. Kam zu Beginn zu einer guten Chance. (Bild: pd)

Tranquillo Barnetta: Note 5. Der Rückkehrer deutete an, wie gross sein Wert für die St.Galler in Zukunft noch sein kann. An praktisch jeder Offensivaktion war Barnetta beteiligt. Pech hatte er, als in der ersten Halbzeit zuerst ein Freistoss und danach ein Abschluss an den Pfosten ging. Allerdings durfte er sich bereits ein erstes Assist zuschreiben lassen. (Bild: pd)