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FC ST.: In guter Gesellschaft

Gallen Obwohl Clubs für ein Trainingslager in Spanien einen Drittel mehr berappen müssen als für ein Camp in der Türkei, bereiten sich die St. Galler in diesem Jahr in Andalusien auf die zweite Saisonhälfte vor. Die Investition lohnt sich.
Patricia Loher, Sotogrande
Beobachten unter spanischer Sonne das Training: St. Gallens Sportchef Alain Sutter und Verwaltungsrat Stefan Wolf. (Bild: Andy Müller/Freshfocus (Sotogrande, 15. Januar 2018))

Beobachten unter spanischer Sonne das Training: St. Gallens Sportchef Alain Sutter und Verwaltungsrat Stefan Wolf. (Bild: Andy Müller/Freshfocus (Sotogrande, 15. Januar 2018))

Patricia Loher, Sotogrande

Es war windig, es war regnerisch, man war einsam – nebst dem FC St. Gallen absolvierte vor einem Jahr fast kein anderes Spitzenteam ein Trainingslager auf Malta. Nachdem sich die Ostschweizer entschieden hatten, ihre Wintervorbereitung aufgrund der angespannten politischen Lage erstmals seit langem nicht mehr in der Türkei durchzuführen, waren die Bedingungen auf der Mittelmeerinsel Malta alles andere als optimal. Nebst dem Wetter bereiteten auch die Testspiele Sorgen: Die Vorbereitungspartie gegen Terek Grosny wurde vom Gegner kurzfristig abgesagt. Um überhaupt auf eine gute Anzahl Vorbereitungsspiele zu kommen, musste St. Gallen das Trainingscamp um einen Tag verlängern und reiste der Karlsruher SC eigens für diese eine Begegnung nach Malta an.

Alkmaar, Dynamo Kiew und Sturm Graz

In diesem Winter absolvieren die Ostschweizer ihr Trainingslager in Südspanien – und sind damit keine Ausnahme. Fünf von zehn Super-League-Clubs sind nach Andalusien gereist, um sich auf die zweite Saisonhälfte, die am 3. Februar beginnt, vorzubereiten. Auch ausländische Teams halten sich in der Umgebung von Marbella auf, so dass die Testspielgegner wieder echte Gradmesser sind: Traf St. Gallen noch im vergangenen Jahr auf die Rumänen von Craiova oder die Malteser von Hibernians, testen die Ostschweizer heuer gegen das holländische Spitzenteam Alkmaar, den Europa-League-Sechzehntelfinalisten Dynamo Kiew sowie heute gegen die österreichische Bundesliga-Mannschaft Sturm Graz.

St. Gallens Spieler und der Trainerstab sind im 4-Sterne-­Hotel Almenara in Sotogrande untergebracht. Sotogrande, zur Stadt San Roque gehörend und 26 Kilometer entfernt von Gibraltar gelegen, ist ein Luxusresort in Andalusien. Es herrschen Temperaturen um die 15 Grad, meistens scheint die Sonne, und die Plätze sind gut hergerichtet.

Aus der Super League bleibt nur der FC Thun zu Hause, Sion und Lugano bereiten sich in Italien auf die zweite Saisonhälfte vor. Nachdem im vergangenen Jahr aufgrund der brisanten politischen Lage kein Schweizer Team mehr in die Südtürkei gereist war, kehren der FC Zürich und die Grasshoppers in diesem Jahr in die Region von Antalya zurück. Die Situation habe sich beruhigt, sagt Ancillo Canepa, Präsident des FC Zürich. Natürlich, das Preis-Leistungs-Verhältnis in der Türkei ist noch immer nicht zu toppen. 100 000 Euro kostet ein zehntägiges Trainingslager für eine 45-köpfige Delegation in einem Luxusresort, in Spanien müssen die Clubs für die gleiche Leistung rund einen Drittel mehr berappen. In Belek, Antalya oder Side stehen ausgezeichnete Trainingsanlagen zur Verfügung, oft sind diese gleich neben den Hotels gelegen. Zudem waren die Testspielgegner stets top: In früheren Jahren traf St. Gallen auf Teams wie Mönchengladbach und Leipzig. Der Aufstieg der Südtürkei zu einer der belieb­testen Winterdestinationen für Fussballclubs wurde vor eineinhalb Jahren abrupt gestoppt. Im Juni 2016 starben bei einem Selbstmordattentat im Istanbuler Flughafen 48 Menschen, im Juli folgte ein Putschversuch. Im Oktober schlug eine Rakete in eine Lagerhalle zwischen Antalya und Kemer ein, im Oktober explodierte in Antalya ein Auto. Beides passierte rund 50 Kilometer von Belek entfernt.

«Haben alles richtig gemacht»

Im Januar 2017 hielt kein Club aus der Super League und – abgesehen vom damals noch von den Türken geführten und finanzierten FC Wil – kein Verein aus der Challenge League sein Trainingslager in der Südtürkei ab. Noch immer warnt das Eidgenössisches Departement für aus­wärtige Angelegenheiten EDA: «Trotz erhöhter Sicherheitsmassnahmen besteht das Risiko von Terroranschlägen jederzeit im ganzen Land.» Trotzdem gehen Experten davon aus, dass schon im kommenden Jahr wieder mehr Fussballclubs aus Mitteleuropa dem winterlichen Klima im Januar in Richtung Südtürkei entfliehen, es sei denn, die politische Lage verschärft sich wieder. In diesem Jahr war die türkische Riviera für den FC St. Gallen erneut keine Option.

Bei Halbzeit des Trainingslagers in Andalusien melden St. Gallens Verantwortliche: «Die Plätze sind gut, Klima und Testspielgegner ebenfalls. Das Gesamtpaket stimmt. Wir haben alles richtig gemacht.»

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