FC St. Gallen zwischen Pflicht und Kür

Endlich scheint für den FC St. Gallen wieder die Sonne. Während es beim FC Zürich, dem Gegner vom Samstag, an allen Enden und Ecken fehlt, hat für die Ostschweizer der Sieg gegen die Berner einen willkommenen Nebeneffekt: Eine geruhsame Arbeitswoche.

Christian Brägger
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FUSSBALL. Gewiss, mit einem Erfolg im Rücken lässt es sich leichter arbeiten. Das trifft auch auf den FC St. Gallen zu, der am vergangenen Samstag gegen die Young Boys nach fünf sieglosen Pflichtspielen dank einer begeisternden zweiten Halbzeit 3:1 gewann. Wenn dann wie gestern die Sonne strahlt, der Trainingsrasen sich in saftigem Grün präsentiert und den Duft von frisch gemähtem Gras versprüht, sind die Zutaten für eine beschwingte Arbeitswoche nahezu ideal.

Das von Coach Jeff Saibene geleitete Training ist in vollem Gang, als Präsident Dölf Früh als Zaungast dem Team beim Tagwerk zuschaut. Er ist gut gelaunt, und er sagt: «Ich bin ob der negativen Resultate nie nervös geworden. Im Umfeld gab es vielleicht andere Stimmen. Nur weiss ich ja bestens, wie seriös wir arbeiten. Natürlich sind Siege wichtig. Wir sind ehrgeizig.»

Super League und die Finanzen

Während die Profis ohne den an Rückenschmerzen leidenden Albert Bunjaku, dafür mit vier U21-Spielern einen intensiven Parcours absolvieren, erinnert Früh nochmals daran, was den FC St. Gallen ausmacht: «Wirtschaftlich müssen wir gesund sein, und wir müssen in der Super League spielen. Das ist die Pflicht, das Fundament, damit es uns weiterhin gutgeht. Dafür müssen wir alles tun. Die Spiele, aber nicht nur sie, sind dann quasi die Kür für uns.»

Partien wie jene von diesem Samstag gegen den FC Zürich, der seit sieben Pflichtspielen bloss zwei Unentschieden geholt hat. Just gegen diese Zürcher wird sich weisen, ob St. Gallen nochmals auf den vierten oder gar dritten Platz schielen darf – oder für den Rest der Meisterschaft aus reinem Pflichtgefühl darauf schauen muss, den fünften Rang zu verteidigen.

Dennoch, auch in vermeintlich geruhsamen Stunden gibt es für den Verein viel zu tun. Was macht Muhamed Demiri, dessen Vertrag ausläuft, und für den Saibene wohl keine Verwendung mehr hat? Wie geht es mit Daniel Sikorski weiter, dessen Kontrakt endet? Was wird im Sommer aus Goran Karanovic? Der Stürmer hat eine vertragliche Option, wonach er automatisch ein weiteres Jahr in St. Gallen bleibt, falls er auf genügend Einsätze kommt. Ausgenommen sind dabei die Phasen während Verletzungen.

Nach zehn Sekunden getroffen

Gut, ist jene Phase Karanovics beendet. Sein Tor zum 3:1 war das schnellste in der Geschichte der Super League nach einer Einwechslung. Auch deswegen fällt die Arbeit, die Pflicht, leichter.

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