FC Luzern gegen FC St.Gallen – wir vergleichen die besten Rückrundenteams in fünf Grafiken

Am Sonntag (16 Uhr) treffen mit Luzern und St.Gallen die besten Mannschaften der Rückrunde aufeinander. Wer hat den wertvollsten Spieler? Wer das jüngere Team? Der grosse Vergleich.

Markus Brütsch (Text) und Janina Noser (Grafik)
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Vorhang auf für die zwei erfolgreichsten Super-League-Mannschaften des Jahres 2020. Das Spiel zwischen dem FC Luzern und dem FC St.Gallen am Sonntag um 16 Uhr in der Swissporarena ist das Duell der beiden Teams der Stunde. Ihre Bilanz seit dem Rückrundenbeginn: Drei Spiele, drei Siege, neun Punkte.

Weil darüber hinaus mit den jungen Himmelsstürmern aus der Ostschweiz auch noch der Leader seine Aufwartung macht, ist die Affiche von einem ganz besonderen Reiz. Die Luzerner, die vor der Winterpause noch unter Trainer Thomas Häberli den FCB geschlagen hatten und nach dem fulminanten Einstand von Fabio Celestini vier Siege am Stück aufweisen, können mit einem nächsten Dreier ihren 2011 unter Murat Yakin aufgestellten Super-League-Rekord egalisieren.

Der FC St. Gallen erobert die Herzen der Fans

Der FC St. Gallen ist allerdings gerade dabei, mit seinem mitreissenden Angriffsfussball die Herzen auch der neutralen Fans zu erobern. Und hat am 1. Dezember nach zehn Niederlagen in den Direktbegegnungen diesen Fluch besiegt und in Luzern 4:1 gewonnen.

Dass beide Vereine in ihrer langen Klubgeschichte lediglich je drei Titel gewonnen haben, erstaunt ein wenig. Denn Luzern und St. Gallen sind ausgesprochene Fussballstädte mit einem grossen Einzugsgebiet, begeisterungsfähigen Fans und mässiger Konkurrenz durch andere Sportarten. Sie sind (Luzern 81'592, St. Gallen 75'833) fast gleich gross, haben tolle neue Stadien mit vergleichbarer Kapazität (Luzern 16'490, St. Gallen 19'456), machen ähnliche Umsätze und haben die letzte Saison punktgleich auf den Rängen 5 und 6 abgeschlossen. Weil die Luzerner das um vier Treffer bessere Torverhältnis hatten, durften sie die Qualifikationsspiele für die Europa League bestreiten.

In der laufenden Meisterschaft aber haben die St. Galler von den letzten 15 Spielen 12 gewonnen, die Luzerner nur 7. Kein Wunder, besitzt der FCSG 17 Punkte mehr. Aber sind die Ostschweizer am Sonntag deshalb der ganz grosse Favorit?

Alain Wiss, der 223 Mal für Luzern aufgelaufen ist und vor seinem Januar-Transfer zu Altach 88 Mal für St. Gallen, hält sich mit einer Prognose zurück.

«St. Gallen spielt zwar einen super erfrischenden Fussball und wird von der Euphorie getragen, aber Luzern ist aufgewacht»

, sagt Wiss. In der Vorrunde hat er noch acht Einsätze für Grün-Weiss absolviert. Hat er eine Meisterprämie im Vertrag? «Ich weiss nicht. Ich muss wohl mal Alain Sutter anrufen», schmunzelt Wiss. Er traut seinen ehemaligen Mitspielern zu, den Titel zu holen und befürchtet nicht, der gestiegenen Erwartungsdruck könnte sie hemmen. «Die Jungs sind unbekümmert und denken von Spiel zu Spiel», sagt Wiss. Schon oft ist ihm die Frage nach dem Unterschied zwischen Luzern und St. Gallen gestellt worden. «Ich habe immer gesagt, dass beide Vereine fast identisch sind», sagt Wiss.

Aber eben, der eine, der FC Luzern, ist nach den herbstlichen Turbulenzen und den Streitigkeiten unter den Aktionären gerade erst wieder zur Ruhe gekommen. Der andere, der FC St. Gallen, surft mit Präsident Matthias Hüppi, Sportchef Sutter und Trainer Peter Zeidler auf einer ziemlich mächtigen Erfolgswelle.