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FC BARCELONA: Wenn alles zu viel wird

Für die Katalanen zu spielen, ist ein Bubentraum. Nicht für jeden Fussballprofi. Andre Gomes verspürt nicht nur gute Gefühle dabei – ihn plagen Versagensängste. Und heute kommt Chelsea.
Emanuel Reinke (sid)
Andre Gomes fühlt sich während der Spiele mit Barcelona schlecht. Im Training ist der Portugiese sichtlich entspannter. (Bild: Manu Fernandez/AP Photo)

Andre Gomes fühlt sich während der Spiele mit Barcelona schlecht. Im Training ist der Portugiese sichtlich entspannter. (Bild: Manu Fernandez/AP Photo)

Emanuel Reinke (SID)

Ein Ort der Sehnsucht ist das Camp Nou für Andre Gomes längst nicht mehr. An der Seite von Lionel Messi vor knapp 100 000 Fans für den FC Barcelona aufzulaufen, klingt wie der Herzenswunsch aller Fussballer. Gomes fühlt anders. «Vielleicht ist es nicht das beste Wort, aber für mich ist es in Barcelona ein bisschen wie in der Hölle», sagt Gomes. Dieser muss sich der 24-Jährige schon heute wieder stellen. Wenn der spanische ­Tabellenführer im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League gegen Englands Meister FC Chelsea antritt, begleiten Gomes Zweifel und Ängste in Europas grössten Fussballtempel.

Seine Sorgen beschränken sich nicht nur auf die Spiele. Mehr als einmal habe er das Haus nicht verlassen wollen, wie er im Interview mit dem Magazin «Panenka» sagte. «Aus Scham», sagte Gomes, der sich vor verachtenden Blicken und negativen Reaktionen fürchtet.

Kritik in den Medien, Pfiffe der Anhänger

Nach dem Sieg bei der EM 2016 war der Portugiese vom FC Valencia für rund 35 Millionen Euro mit grossen Erwartungen nach Katalonien gewechselt. Im Starensemble fand sich der Mittelfeldspieler bislang aber kaum zurecht. Nur drei Tore erzielte er in seiner ersten Spielzeit, in der laufenden Saison ist er noch ohne Treffer. Zur Kritik in den Medien kamen zuletzt Pfiffe der eigenen Anhänger. Bei Trainer Ernesto Valverde kommt Gomes zumeist nur zu Kurzeinsätzen wie im ­Hinspiel gegen Chelsea (1:1), bei dem er in der Nachspielzeit eingewechselt wurde.

Das Selbstvertrauen des 27-fachen Nationalspielers ist gehörig angekratzt. «Ich fühle mich während der Spiele schlecht. Ich denke zu viel über die negativen Dinge nach», sagte Gomes. Auch im Training sei er in Gedanken an schlechte Leistungen blockiert: «Die Dinge laufen nicht so, wie sie sollten.» Mit seinen Versagensängsten steht Gomes nicht allein da. Gerade erst hatte ­Weltmeister Per Mertesacker im «Spiegel» offen über den Druck als Fussballprofi gesprochen. Dieser habe bei ihm während der gesamten Karriere Brechreiz und Durchfall ausgelöst, hatte der ­Abwehrspieler des FC Arsenal ­gesagt. Nun gab auch Gomes ­Einblicke in seine Gefühlswelt.

Der Druck in Barcelona ist besonders hoch. Jede Niederlage gleicht einem Fiasko, jeder ­Fehlpass im legendären Kombi­nationsspiel wird vom erfolgs­verwöhnten Publikum kritisch beäugt. Knapp 100 000 Fans im Camp Nou können beflügeln, sie können aber genauso einschüchtern. Vor dieser Herausforderung steht heute auch der FC Chelsea. Nach dem 1:1 im Hinspiel muss das Team von Trainer Antonio Conte zwingend treffen, um die Chance auf den Viertelfinal zu wahren. Andre Gomes würde das gerne verhindern – den weichen Knien zum Trotz.

Besiktas will gegen Bayern nur noch verzücken

Bayern München steht schon vor dem Rückspiel praktisch als ­Viertelfinalist fest. Der deutsche ­Rekordmeister hat sich zu Hause gegen Besiktas Istanbul ein 5:0-Polster erarbeitet, sodass sich der Zweite der türkischen Meisterschaft auch vor dem frenetischen Heimpublikum kaum mehr Hoffnungen macht. Man wolle die eigenen Zuschauer nicht enttäuschen und werde mit einer starken Mannschaft antreten, kündigte Besiktas-Trainer Senol Günes an. «Wir gehen aufs Spielfeld, um schönen Fussball zu spielen», sagte er.

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