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FAZIT: Der Aufwärtstrend hält an

Die Schweizer Athleten waren an der WM in London so erfolgreich wie seit Jahren nicht mehr. Vor allem im europäischen Vergleich schneiden sie gut ab. Das macht Hoffnung für die EM im kommenden Jahr.
Raya Badraun, London
Die WM-Fünfte Lea Sprunger versinnbildlicht den Aufschwung der Schweizer Leichtathletik. (Bild: Freshfocus (London, 10. August 2017))

Die WM-Fünfte Lea Sprunger versinnbildlicht den Aufschwung der Schweizer Leichtathletik. (Bild: Freshfocus (London, 10. August 2017))

Raya Badraun, London

Gestern kämpften die Athleten im ausverkauften Olympiastadion von London zum letzten Mal um WM-Medaillen. Der krönende Abschluss aus Schweizer Sicht war jedoch bereits am Samstag. Im Final erreichte die 4×100-m-Staffel den starken fünften Rang. Ajla Del Ponte, Sarah Atcho, Mujinga Kambundji und Salomé Kora liefen dabei nur eine Hundertstelsekunde über ihrem Schweizer Rekord, den sie am gleichen Tag im Vorlauf aufgestellt hatten. Dabei liessen sie auch Nationen wie die Niederlande, Frankreich oder Brasilien hinter sich. «Wir sind überwältigt», sagte Schlussläuferin Kora kurz nach dem Wettkampf. Für die Frauenstaffel war es der erste Final überhaupt an einem internationalen Grossanlass. An den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro vor einem Jahr mussten die Schweizerinnen noch mit dem zwölften Rang vorlieb nehmen. Ihr Aufstieg in die Weltelite ist sinnbildlich für die Schweizer Leichtathletik, die seit der EM in Zürich vor drei Jahren einen Aufwärtstrend erlebt.

Nicht nur Sprunger sticht heraus

Früher hing der Erfolg eines Grossanlasses von einzelnen Athleten wie etwa Marathonläufer Viktor Röthlin ab. «Nun haben wir ein halbes Dutzend Athleten, die auf Weltniveau mitkämpfen können», sagt Peter Haas, Chef Leistungssport bei Swiss Athletics. Das zeigen die Zahlen eindrücklich. An der WM 2013 in Moskau sicherte sich die Schweiz insgesamt vier Top-16-Plätze, in Peking waren es sieben, in London sind es nun zwölf. Doch nicht nur die Breite stimmt. Einzelne Athleten konnten sich ganz vorne in der Weltelite platzieren. Die Westschweizerin Lea Sprunger wurde über 400 m Hürden Fünfte, der Ostschweizer Kariem Hussein erreichte ebenfalls den Final und belegte schliesslich den achten Rang. Und die Berner Sprinterin Kambundji steuerte neben dem starken Staffelergebnis auch über 100 und 200 m einen Top-10-Platz bei. Auch die jungen Athleten überzeugten mit starken Leistungen in London.

Besonders gefreut hat sich Haas über die erst 19-jährige Géraldine Ruckstuhl, die im Siebenkampf den elften Rang erreichte. «Es war toll zu sehen, wie diese junge Athletin an ihrem vierten grossen Anlass in diesem Jahr ein so gutes Ergebnis erzielen und vorne dabei sein konnte», sagte der Leistungssportchef.

«Wir haben noch grosse Träume»

Dank der Breite kann der Schweizer Verband auch Ausfälle besser verkraften. So verpasste etwa Steepleläuferin Fabienne Schlumpf den Final, auch von Stabhochspringerin Nicole Büchler wurde im Vorfeld mehr erwartet. Zudem hoffte 800-m-Läuferin Selina Büchel auf ihren ersten Finalplatz an einer WM. Die nächste Chance kommt jedoch bald. Im kommenden Jahr findet in Berlin die EM statt. Vor einem Jahr sicherte sich die Schweiz in Amsterdam fünf Medaillen. Nach den Titelkämpfen in London ist Haas zuversichtlich, dass die Schweiz diesen Erfolg wiederholen kann.

Im europäischen Vergleich schnitten die Schweizer an den Titelkämpfen stark ab. Kambundji zum Beispiel ist über 100 m die Nummer zwei, die Staffel belegt hinter Grossbritannien und Deutschland den dritten Rang. «Das macht Lust auf nächstes Jahr», sagt die Sprinterin Kora. «Wir haben noch grosse Träume und sind motiviert, diese zu erreichen.»

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