FAVORITENROLLE: Bühne frei für Beat Feuz

Beat Feuz startet heute an der Ski-WM in St. Moritz zum Super-G. Der Berner hat gute Erinnerungen an St. Moritz. Für den 29-jährigen Emmentaler spricht jedoch weit mehr als die Vergangenheit.

Raya Badraun/St. Moritz
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Im heutigen Super-G hat Beat Feuz die erste von zwei Chancen auf einen Medaillengewinn. (Bild: Shin Tanaka/AP)

Im heutigen Super-G hat Beat Feuz die erste von zwei Chancen auf einen Medaillengewinn. (Bild: Shin Tanaka/AP)

Raya Badraun/St. Moritz

Das Tal und den St. Moritzersee zu Füssen, die Spitze des Piz Nair im Rücken: Das ist die Bühne von Beat Feuz. Hier fühlt sich der Emmentaler wohl, hier kann er über sich hinauswachsen. Das bewies er vor bald einem Jahr am Weltcup-Final. Auf Salastrains feierte er damals zwei wichtige Siege. Sowohl im Super-G als auch in der Abfahrt stand er ganz oben auf dem Podest. Die Erinnerungen daran begleiten ihn noch immerAABB22– zumindest im Hinterkopf. Denn ein Kribbeln verspürt er längst nicht mehr, wenn er ins Engadin fährt. Ganz zu Beginn waren die beiden Erfolge noch präsenter, etwa als er zum ersten Mal wieder in St. Moritz auf den Ski stand. Doch seither ist viel Zeit vergangen, ist er zu oft für Trainingsfahrten zurückgekehrt an diesen speziellen Hang. «Ich denke momentan nicht zurück», sagt er. «Ich freue mich stattdessen auf das, was diese Woche alles kommt. Darauf konzentriere ich mich.» Beat Feuz ist bereit für neue Erinnerungen an St. Moritz.

OPENING CEREMONY, EROEFFNUNGSFEIER, CEREMONIE D'OUVERTURE, SKI ALPIN, FIS SKI ALPIN WELTMEISTERSCHAFTEN, SKI ALPIN CHAMPIONNATS DU MONDE, ALPINE SKIING WORLD CHAMPIONSHIPS, (Bild: Keystone)
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SKI-WM 2017 IN ST. MORITZ: ERÖFFNUNGSFEIER (Bild: Keystone)
SWITZERLAND ALPINE SKIING WORLD CUP OPENING CEREMONY (Bild: Keystone)
SKI-WM 2017 IN ST. MORITZ: ERÖFFNUNGSFEIER (Bild: Keystone)
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ABD0121_20170206 - ST. MORITZ - SCHWEIZ: Die Schweizer Bundespräsidentin Doris Leuthard am Montag, 6. Februar 2017, im Rahmen der Eröffnungsfeier der 44. alpinen Ski WM in St. Moritz. Die 44. alpinen Ski-Weltmeisterschaften finden vom 06.-19. Februar 2017 in St. Moritz in der Schweiz statt. - FOTO: APA/HELMUT FOHRINGER (Bild: Keystone)
SKI-WM 2017 IN ST. MORITZ: ERÖFFNUNGSFEIER (Bild: Keystone)
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Heute startet er an der Ski-WM zum Super-G, am Samstag folgt dann das Abfahrtsrennen. Es wird ein besonderer Tag. Beat Feuz hat dann Geburtstag, er wird 30 Jahre alt. Ein grosses Fest ist nicht geplant – ausser, das Resultat stimmt. «Dann kann ich es verbinden», sagt der Berner und schmunzelt. Die Ausgangslage vor dem ersten Rennen ist gut, vieles stimmt optimistisch. Auch wenn das Kribbeln weg ist, die Vergangenheit hat ihm Selbstvertrauen gegeben. Das Gelände oberhalb von St. Moritz liegt ihm, der aggressive Schnee ebenso. Zudem zeigte Beat Feuz zuletzt, dass er in WM-Form ist. In Kitzbühel belegte er im Super-G den dritten Rang, bevor er in der Abfahrt in den Fangnetzen landete. Eine Woche später stand er in Garmisch-Patenkirchen bereits wieder auf den Ski und belegte in den beiden Abfahrten die Plätze drei und fünf. Das linke Knie, das nach dem Sturz wieder stark lädiert war, hat sich mittlerweile erholt und brauchte zuletzt auch keine Sonderbehandlung mehr. «Es hat sich sehr gut entwickelt. Schon in Garmisch ging es von Tag zu Tag besser», sagt Beat Feuz. «Danach war es kein Thema mehr.»

Wie gut er sich momentan fühlt, sah man gestern morgen auch im ersten Abfahrtstraining an dieser WM. Er, der sonst nicht für besonders schnelle Trainingsfahrten bekannt ist, gewann überraschend. «Ich habe wohl zum ersten Mal in meiner Karriere eine Trainingsbestzeit aufgestellt», sagt Beat Feuz und schmunzelt. «Das gibt mir sicher ein positives Gefühl.» Doch er schiebt ein «aber» nach. Er sei oft genug in den Trainings Dreissigster oder Vierzigster gewesen und habe danach gesagt, das Rennen sei etwas ganz anders. Zudem hatten die Gastgeber gestern noch einen entscheidenden Vorteil.

Beat Feuz hat noch Reserven

Vor zwei Wochen war Beat Feuz mit den Schweizer Skirennfahrern bereits einmal für Trainingsfahrten auf dem Berg – exklusiv versteht sich. So zeigten auch die anderen Einheimischen bei perfekten Wetterbedingungen ansprechende Leistungen. Titelverteidiger Patrick Küng klassierte sich als Dritter, Mauro Caviezel wurde Achter und Carlo Janka Neunter. Die Gegner hingegen mussten sich erst einmal an die Strecke herantasten, sich auf der Piste orientieren, die Sprünge und Wellen spüren. «Leider schmilzt nun der Heimvorteil von Tag zu Tag», sagt Beat Feuz. Doch wie seine Gegner hat auch er noch Reserven, die er heute und am Samstag nutzen möchte. «Niemand hat im Training schon alles ausgepackt.»