FAVORIT: Orliks Herausforderer

Am 122. Nordostschweizer Schwingfest in Davos sind alle Blicke auf Armon Orlik gerichtet. Sowohl der Bündner als auch der Thurgauer Samuel Giger stehen für eine Verschiebung der Kräfteverhältnisse im Osten.

Ives Bruggmann
Drucken
Teilen
Armon Orlik kehrt in Davos nach einer sechswöchigen Verletzungspause ins Sägemehl zurück. (Bild: Gian Ehrenzeller/KEY)

Armon Orlik kehrt in Davos nach einer sechswöchigen Verletzungspause ins Sägemehl zurück. (Bild: Gian Ehrenzeller/KEY)

Ives Bruggmann

Das Nordostschweizer Schwingfest war seit der Jahrtausendwende fest in St. Galler Hand. An den letzten 17 Austragungen des Teilverbandsfests stand 14 Mal ein St. Galler an der Spitze der Schlussrangliste. Doch die Zeiten der totalen Dominanz sind spätestens seit der Durchführung 2016 in Wattwil vorbei. Der Schlussgang zwischen den aufstrebenden Jungtalenten Armon Orlik und Samuel Giger war einer mit Symbolcharakter.

Ein Jahr später sind aus den beiden Talenten zwei Eidgenossen geworden, die auch national keinen Gegner fürchten müssen. Das sieht auch der Technische Leiter der St. Galler so. «Giger und Orlik sind die Favoriten», sagt Jörg Abderhalden. Jedoch seien sie mit Daniel Bösch durchaus in der Lage, vorne mitzumischen und im Optimalfall auch das Fest zu gewinnen. Den St. Gallern fehlt es aber sowohl in der Spitze als auch in der Breite, um höhere Ziele zu definieren. «Ich schätze die Thurgauer als stärkste Mannschaft im Teilverband ein», sagt Abderhalden. Neben Giger an der Spitze zählen die Thurgauer mit Domenic Schneider, Tobias Krähenbühl, Stefan Burkhalter und Beni Notz auf vier weitere Eidgenossen.

Strupler will «etwas in den Händen halten»

Manuel Strupler, Technischer Leiter der Thurgauer, freut sich zwar über die Vorschusslorbeeren, sagt aber: «Wir müssen unsere bisherigen Leistungen bestätigen, denn wir wollen am Ende etwas in den Händen halten». Im Kampf um den Festsieg traue er Samuel Giger am meisten zu. «Er kann gegen alle gewinnen», ist sich Strupler sicher. Aber auch eine starke Teamleistung fordert der Technische Leiter. «Wir wollen möglichst viele Kränze.»

Ebenfalls ein Wort mitreden werden die Appenzeller, die mit den drei Eidgenossen Michael Bless, Martin Hersche und Raphael Zwyssig antreten. «Von diesen dreien erwarte ich den Kranz», sagt Kuno Sutter, Technischer Leiter der Appenzeller. Zudem erhoffe er sich, dass sie auch «um den Tagessieg mitreden». Am ehesten traut Sutter dem Neu-Eidgenossen Hersche den ganz grossen Wurf zu. «Er betreibt derzeit den grössten Trainingsaufwand und hinterlässt zudem einfach den besten Eindruck.»

Sowohl die St. Galler als auch die Thurgauer und die Appenzeller freuen sich über die Rückkehr Orliks, auch wenn ihre eigenen Siegchancen dadurch sinken. Der Bündner war vor sechs Wochen am Aargauer Kantonalfest nach einem Sturz auf den Nacken mit viel Glück um eine gravierende Verletzung herumgekommen. Bei seinem Heimspiel in der Davoser Eishalle gilt der Maienfelder trotzdem als Favorit. «Ich traue ihm alles zu», sagt Abderhalden. Orlik sei zudem eine wichtige Leaderfigur, wenn es darum geht, die Gäste in Schach zu halten. «Das ist in erster Linie das Ziel aller Nordostschweizer», so Abderhalden. Das bestätigt auch die Einteilung des ersten Gangs.