FAUSTBALL: Erste Medaille im Champions Cup

Der Gewinn von Bronze ist für das NLA-Team Wigoltingen von historischer Bedeutung. Nach der Halbfinalniederlage gegen Pfungstadt drehten die Thurgauer an diesem prestigeträchtigen Wettkampf auf.

Yannick Signer
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Die Wigoltinger (grün) vertraten den Schweizer Faustball im Europacup mit Erfolg. (Bild: PD)

Die Wigoltinger (grün) vertraten den Schweizer Faustball im Europacup mit Erfolg. (Bild: PD)

Yannick Signer

sport@thurgauerzeitung.ch

Bereits im Voraus stand fest, dass es im Halbfinal des Faustball-Champions-Cup, dem Pendant zur Champions League im Fussball, für die Männer des STV Wigoltingen eine schwierige Angelegenheit werden wird. Denn der Gegner war kein geringerer als die aktuell wohl stärkste Clubmannschaft der Welt, der TSV Pfungstadt. Die bislang letzte Niederlage der Hessen in einem internationalen Pflichtspiel liegt bereits drei Jahre zurück. Auch die nationale Liga in Deutschland wird durch das Team um Ausnahmeangreifer Patrick Thomas dominiert.

Sich mit der stärksten Mannschaft der Welt messen zu dürfen, kann ungewohnte Kräfte freisetzen. Doch bereits im ersten Satz im Spiel auf vier Gewinnsätze wurde klar, dass es mehr als nur diese Kräfte braucht, um Pfungstadt in die Knie zwingen zu können. Die Basis, gegen den deutschen Serienmeister zu punkten, liegt in erster Linie darin, dessen Service zu entschärfen. Das gelang den Thurgauern über die ganze Partie hinweg allerdings nur selten. Am Ende resultierte trotz grosser Moral seitens der Wigoltinger eine 0:4-Niederlage.

Vieles deutet auf weitere Niederlage hin

Was gegen den späteren Champion Pfungstadt nicht möglich war, wollten die Thurgauer im kleinen Final gegen Kremsmünster nachholen und sich so die erste Medaille der Clubgeschichte im Champions Cup sichern. Der Beginn gegen den letztjährigen österreichischen Staatsmeister liess aber wenig Gutes erahnen. Gleich im ersten Satz legte das Team um den früheren Nationalspieler Klemens Kronsteiner los wie die Feuerwehr. In der Defensive liessen die Österreicher kaum Punkte für die Schweizer zu. Zwar kam Wigoltingen nach dem 5:9 nochmals heran, konnte aber nicht mehr reüssieren. Schliesslich ging der erste Satz 9:11 verloren. Das gleiche Bild präsentierte sich auch im zweiten Durchgang. Beim 9:4 für Kremsmünster dachte bereits jeder an eine einseitige Partie. Doch die Wigoltinger um Nationalmannschafts-Captain Ueli Rebsamen gaben das Spiel nicht so leicht her. Mit einer kämpferischen Leistung erzielten sie fünf Punkte in Folge und erreichten den Ausgleich. Bei Satzbällen auf beiden Seiten behielten die Ostschweizer das glücklichere Ende für sich. Im dritten Durchgang wurde das Spiel emotionaler. Schiedsrichterentscheide wurden angezweifelt und die Diskussionen häuften sich.

Vier-Punkte-Rückstand zum Satzgewinn gedreht

Einmal mehr lag Wigoltingen von Anfang an zurück. Dank eines Time-Outs von Trainer Raphael Michel vermochten die Thurgauer aber, einen zwischenzeitlichen Vier-Punkte-Rückstand zu drehen, und entschieden auch Satz drei mit 13:11 für sich. Nun war der Schweizer Meister definitiv im Spiel angekommen. Dies spiegelte sich vor allem im vierten Satz, den die Wigoltinger gleich mit 11:6 gewannen. Danach folgte eine zehnminütige Pause für die Spieler. Doch diese schien den Österreichern besser zu bekommen.

Das Spiel aus den ersten Sätzen wiederholte sich und Kremsmünster profitierte unter anderem von Fehlern der Wigoltinger. Die Österreicher liessen sich nicht zweimal bitten und holten ihren zweiten Satz in dieser Partie. Den rund 400 Zuschauern wurde eine Begegnung auf hohem Niveau geboten. Ganz zum Gefallen der mitgereisten Anhänger aus dem Thurgau legte Wigoltingen im sechsten Durchgang wieder zu. Im schliesslich entscheidenden Satz erwischte es den besseren Start. Beim Stand von 8:4 gelang Ueli Rebsamen der spielbringende Punkt, der die Nerven der Österreicher sichtlich strapazierte. Durch einen Servicefehler auf Seiten von Kremsmünster gewannen die Wigoltinger den sechsten Satz schliesslich 11:5 und damit das Spiel 4:2.

Mit dem Gewinn der Bronzemedaille im Champions Cup schrieben die Wigoltinger Clubgeschichte. Nun folgt für das NLA-Team eine vierwöchige Pause. Danach ist der Schweizer Meister wieder national gefordert. Die NLA wird am 19. August in Ettenhausen fortgesetzt.